Agiles Arbeiten in Deutschland: Welche Methoden gibt es?

Agiles Arbeiten bezeichnet eine flexible Arbeitsmethode, die darauf abzielt, schnell und effektiv auf Veränderungen wie wechselndes Konsumentenverhalten zu reagieren. Dem Ansatz liegt die Vorstellung zugrunde, dass starre Hierarchien kreatives Denken und effiziente Produktentwicklungen behindern und legt deshalb Wert auf eine kollaborative und anpassungsfähige Arbeitsweise.
Der Erfolg gibt den Teams Recht, denn nur neun Prozent der Projekte scheitern.

Dieser Artikel erklärt die wichtigsten Methoden des agilen Arbeitens in Deutschland.

Agile Methoden in der Übersicht

Wenngleich verschiedene agile Methoden existieren, die den spezifischen Anforderungen unterschiedlicher Branchen und Aufgaben gerecht werden, so teilen sie einige grundlegende Prinzipien:

  • Durch iteratives Vorgehen erzielen die Teammitglieder schrittweise die notwendigen Fortschritte.
  • Das Ziel jeder Methode besteht darin, auf veränderte Rahmenbedingungen schnell zu reagieren.
  • Der Fokus der Arbeitsweisen liegt auf einer engen Zusammenarbeit zwischen den Teammitgliedern.
  • Die Mitglieder agiler Teams legen Wert auf die Bedürfnisse und das Feedback der Kunden, um die Produkte und Dienstleistungen kontinuierlich weiterzuentwickeln.
  • Agile Methoden visualisieren Arbeitsprozesse mithilfe visueller Boards, um Projektfortschritte intuitiv sichtbar zu machen.

Scrum

Scrum ist eine der bekanntesten Methoden des agilen Arbeitens und in der Softwareentwicklung weit verbreitet. Die Teammitglieder teilen ein Projekt in kurze Iterationen, die sogenannten Sprints, auf. In den Teams gibt es verschiedene Rollen, wie den Product Owner und den Scrum Master. Das zentrale Element stellt der Product Backlog dar, eine Prioritätenliste der anstehenden Aufgaben. Vor jedem Sprint wählen die Teammitglieder Aufgaben aus, die innerhalb des Abschnitts zu erledigen sind. Ist die Sprintphase abgeschlossen, erfolgt eine Überprüfung der erreichten Ergebnisse, sodass eine kontinuierliche Optimierung gewährleistet ist. Entgegen der weitverbreiteten Annahme handelt es sich bei dem Wort "Scrum" um kein Akronym, sondern um einen Begriff aus dem Rugby, der mit "Gedränge" übersetzt werden kann.

Design Thinking

Diese Methode zielt darauf ab, kreative Lösungen für Probleme zu finden und innovative Ideen zu entwickeln. Der Prozess des Design Thinkings besteht aus mehreren Phasen: Verstehen, Beobachten, Synthese, Ideenfindung, Prototypentwicklung und Produkttestung. Die Teammitglieder analysieren in der Verständnis- und Beobachtungsphase das Verhalten ihrer Zielgruppe. Aus den Ergebnissen leiten sie Muster und Erkenntnisse ab, um Lösungsansätze für (potenzielle) Kundenprobleme zu finden. Das Team setzt ausgewählte Ideen anschließend in einen Prototyp um und führt Tests durch, um das Produkt zu optimieren.

Lean Start-up

Diese Methode des agilen Arbeitens unterstützt dynamische Start-ups dabei, ihre Geschäftsideen effizient und risikoarm zu entwickeln und umzusetzen. Der Kern des Ansatzes besteht darin, Hypothesen über das Produkt, den Markt und die Zielgruppe frühzeitig zu formulieren und diese durch Experimente zu validieren oder zu widerlegen. Start-ups vermeiden dadurch kostspielige und existenzbedrohende Produktentwicklungen nach der "Trial-and-Error-Methode".

Durch die Entwicklung und den Einsatz minimal funktionsfähiger Prototypen erhalten die jungen Unternehmen schnelles Kundenfeedback, sodass sie aus den Erkenntnissen lernen und ihre Produkte rasch anpassen können.

Fazit

Die verschiedenen Methoden des agilen Arbeitens erlauben eine Anpassung an unterschiedliche Problemstellungen. Sie schließen einander nicht aus, sondern ergänzen sich. Die Flexibilität der agilen Methoden ermöglicht kurze Reaktionszeiten auf veränderte Markt- und Rahmenbedingungen und bietet dadurch entscheidende Vorteile auf den heute schnelllebigen Absatzmärkten.

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