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Leasing Vertragsformen

Welche Vertragsformen gibt es?

Leasing-Verträge existieren in unterschiedlichster Ausgestaltung. Soll der Vertrag jedoch steuerlich wirksam anerkannt werden, sind dafür die vom Bundesministerium der Finanzen festgelegten "Leasing-Erlasse" maßgeblich.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen zwei Leasing-Vertragsformen:

  • Operate-Leasing
  • Finance-Leasing

Diese beiden Varianten stellen aber nur Eckpfeiler eines breiten Spektrums von Möglichkeiten dar.


Operate Leasing

Beim Operate Leasing erwirbt der Leasing-Nehmer ein kurzfristiges, meist jederzeit kündbares Nutzungsrecht an einem Objekt. Der Leasing-Vertrag entspricht größtenteils dem zivilrechtlichen Mietvertrag. Im Gegensatz zur mittel- und langfristigen Finanzierung steht beim Operate-Leasing die kurzfristige Nutzung des Investitionsgutes im Vordergrund. So können Engpässe in der Produktion oder im Vertrieb überbrückt werden. Ein wesentliches Merkmal von Operate-Leasing-Verträgen ist, dass die Finanzierungskosten des Leasing-Gebers in einer Vertragsperiode in der Regel nicht getilgt werden. Die vollständige Amortisation lässt sich erst dadurch erzielen, dass das Objekt mehrfach verleast und schließlich verkauft wird.

Merkmale des Operate-Leasings sind:

  • Vertragslaufzeit
    Relativ kurze Vertragslaufzeiten. Bei Vertragsabschluss auf unbestimmte Zeit besteht ein Kündigungsrecht innerhalb der vereinbarten Fristen. Die Lebensdauer des Objektes übersteigt hier die festgelegte Nutzungsdauer.
  • Wirtschaftliches Risiko/Objektrisiko
    Trägt der Leasing-Geber. Unter wirtschaftlichem Risiko/Objektrisiko versteht man in diesem Zusammenhang die Gefahr der technischen Veralterung des Leasing-Objektes, Diebstahl, technische Defekte oder Beschädigungen.
  • Instandhaltung
    Liegt in der Verantwortung des Leasing-Gebers. Da dieser das Leasing-Gut häufig an mehrere Leasing-Nehmer nacheinander vermietet, ist er besonders am guten Erhaltungszustand des Objektes interessiert.

Finance-Leasing

Spricht man in der Praxis von Leasing ist damit in der Regel das Finanzierungsleasing gemeint. Diese Leasing-Form wird als eigentliches Leasing angesehen. Die Verträge haben mittel- oder langfristigen Charakter.

Merkmale des Finance-Leasings sind:

  • Vertragslaufzeit
    Lange Laufzeiten mit unkündbaren Grundmietzeiten. Die Grundmietzeit nähert sich an die betriebliche Nutzungsdauer des Leasing-Gegenstandes an.
  • Objektrisiko
    Liegt beim Leasing-Nehmer. Das schließt auch die Bezahlung anfallender Reparaturen und das Abschließen von Versicherungen ein.
  • Instandhaltung
    Da der Leasing-Nehmer in der Regel die Anschaffung bzw. Herstellung des Leasing-Gegenstandes veranlasst hat, ist er auch für die Werterhaltungsmaßnahmen verantwortlich.

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