Was unterscheidet ein Startup von der klasischen Unternehmensgründung?

Mit innovativen Ideen ein Startup gründen Bildquelle: fotolia

 

Der Begriff Startup – oft auch StartUp, Start-Up, Start Up oder Start-up geschrieben – kommt aus dem Englischen und beschreibt ein neu gegründetes Unternehmen (Link Ratgber zur Unternehmensgründung), das mit innovativen Geschäftsideen punkten will. In vielen Fällen geht die Innovation so weit, dass damit altbekannte Strukturen aufgebrochen und durch Disruption verändert werden. Zudem werden Startups mit dem Ziel gegründet, schnell zu wachsen. Hierfür sind skalierbare und vor allem digitale Geschäftsmodelle wichtig.

Wer ein Startup gründet, wird oft als Entrepreneur bezeichnet. Das sagt im Grunde nur so viel aus, dass man ein Unternehmen alleine oder zusammen mit Mitgründern (Co-Founder, Team-Gründung) gestartet und eigenes Kapital investiert hat.

Damit eingehend hört man oft vom Entrepreneurship, das man als Gründer besitzen solle. Der Begriff wird oft mit Unternehmertum oder Unternehmergeist übersetzt. Im Gegensatz zum Manager ist laut Joseph Schumpeter, einem österreichischen Ökonomen, ein Entrepreneur jemand, der mit Mut, Risiko und innovativen Geschäftsideen Neues erschaffen und alte Strukturen verändern will.

Im Zusammenhang mit dem Begriff Entrepreneurship wird oft der deutsche Professor Günter Faltin genannt, der mit seiner „Teekampagne“ Bekanntheit erlangte und zum Vorbild für Gründer avancierte. Er regt dazu an, neue Geschäftsmodelle auszuprobieren, die den Markt verändern.

Die 3 Finanzierungs- und Wachstumsphasen eines Startups:

Der hohe Kapitalbedarf ist normal und untertützt die schnelle Skalierung des Geschäftsmodells

1. Startup-Gründung mit eigenem Startkapital: Bootstrapping

Obwohl viele Startups anders als alteingesessene Firmen agieren und handeln wollen, so gilt auch bei ihnen ein Grundsatz: „Ohne Moos nix los“. Viele Existenzgründer versuchen sich zuerst im sogenannten Bootstrapping. Das heißt, das junge Unternehmen meistert sein Startkapital aus eigenen Mitteln.

2. Die Early Stage

Reicht das Geld der Founder, also der Gründer, nicht aus, wird das Startup durch Verwandte, Freunde oder Bekannte finanziell unterstützt. Die nächste Runde der Startup-Finanzierung nennt sich Seed . Da junge Unternehmen in dieser frühen Phase (Early Stage) nur schwer an Bank-Kredite gelangen, werden für das Seed-Capital Investoren an Bord geholt. Diese unterstützen das Startup in der Regel mit Geld und Wissen, im Gegenzug erhalten sie Firmenanteile.

3. Externe Unterstützung für Startups

Angelehnt an die Medizin, wo ein Inkubator einen Brutkasten für Kinder bezeichnet, wird der Begriff im Englischen auch als Business Incubator verwendet. Als Startup-Inkubatoren versteht man im Deutschen ein Gründerzentrum, das frisch gestarteten Unternehmen bei den ersten Schritten zur Reifung unter die Arme greift.

  • Organisierte Dienstleistungen in der Übersicht: Die Gründerzentren, oft auch Innovationszentrum oder Existenzgründerzentrum genannt, unterstützen die jungen Unternehmen in verschiedenen Bereichen. Beispielswiese bieten sie Büroräume mit günstigen Mieten, kostenlose Trainings und Consulting-Leistungen, helfen bei der Kapitalsuche und sorgen durch Networking-Maßnahmen wie Konferenzen für einen Austausch innerhalb der Gründerszene.

    Inkubatoren sollen durch ihre Leistungen für einen schnelleren Start und für geringere Kosten bei den Startups sorgen. Die Gründerzentren werden in der Regel durch Wirtschaftsfördermaßnahmen finanziert.

Die Förderer eines Start-ups

Die Begriffe Inkubator und Accelerator werden teilweise synonym verwendet, dabei bestehen trotz einiger Überschneidungen ein paar deutliche Unterschiede:

Wie ein Inkubator unterstützt auch ein Accelerator die Gründer, indem er mit Coaching- oder Consulting-Leistungen kostenlos anbietet. Hinter den Accelerator-Programmen stecken Firmen und Unternehmen wie beispielsweise Microsoft, Axel-Springer oder die Deutsche Telekom, die ein finanzielles Interesse haben. Deswegen müssen Startups als Gegenleistung Firmenanteile an den Accelerator abgeben.

Wie es das englische Wort besagt, achten die unterstützenden Unternehmen auf die Geschwindigkeit. Deswegen beschleunigt man das Vorangehen, die Zusammenarbeit ist oft nur auf wenige Monate begrenzt. Beispielsweise dauert das Accelerator-Programm des Startupbootcamp nur drei Monate. In dieser Zeit werden den Foundern alle relevanten Informationen vermittelt sowie erste Demos, MVP und Pitches umgesetzt.

Ähnlich wie Acceleratoren greifen Business Angels (BA) dem Founder mit Wissenstransfer, Kontakten, Business Development und Geld unter die Arme. Bei den „Unternehmensengeln“ handelt es sich oft um vermögende Personen, die selbst schon erfolgreich Start-Ups gegründet haben, oder um Manager und Unternehmer mit entsprechendem Background. Da Business Angels meist in der Early Stage ihr Investment tätigen und sich durchschnittlich mit einem Kapital von 100.000 Euro einbringen, ist diese Anschubfinanzierung für sie mit einem hohen Risiko verbunden. Deswegen fordern sie Unternehmensanteile vom Startup ein.

Um die Marktreife oder den „growth“, also das geplante Wachstum des skalierbaren Geschäftsmodells, zu erreichen, benötigen Startups neben den genannten Möglichkeiten in der Regel weitere Investoren. Diese können von Venture Capital, kurz: VC, kommen. Dieses Risikokapital stammt von einer Gesellschaft (VCG), die sich am Unternehmen beteiligt und dafür relative hohe Anteile erhält.

VC stellen wie BA für Startups wichtige Kontakte her und unterstützen sie mit Leistungen wie beispielsweise Coachings und Business Development. Einer der bekanntesten Investoren ist der High-Tech-Gründerfonds, der mit seinem Risikokapital hunderte Unternehmen finanzierte und unterstützte.

Da Venture-Capital-Beteiligungen prinzipiell zeitlich ohne Begrenzung sind, bieten sie ein hohes Risiko. Deswegen haben die Wagniskapital-Geber nicht nur eine spätere Umsatzbeteiligung im Fokus, sondern auch einen Verkauf (Exit) oder Börsengang des Startups. Hierdurch erwirtschaften Venture-Capital-Geber mit ihrem Investment in der Seed- oder Growth-Phase später die benötigten Gewinne.

Um Start-Ups finanziell zu unterstützen, gibt es auch zahlreiche nationale und internationale Förderprogramme von Städten und Bundesländern, wie auch von Firmen und Netzwerken. Die Fördermittel fallen unterschiedlich aus. Mal gewährt der Initiator günstige Kredite, mal gibt es Sachleistungen oder Bares für die Existenzgründer.

Agile Methoden und innovative Arbeitsweisen in Startups

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Design Thinking wurde ursprünlich als kreativer Prozess bezeichnet ist aber inzwischen deutlich mehr. Als Innovationsmethode für Produkte und Services in Stanford entwickelt, avanciert die Methode heute zu einer neuen Art, den Menschen in Bezug zur Arbeit zu sehen, das Konzept der Arbeit zu denken und zu fragen, wie wir im 21. Jahrhundert leben, lernen und arbeiten wollen. Der Vorteil von Design Thinking besteht darin, neue und überraschende Formen der kreativen Zusammenarbeit zu ermöglichen.

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Wir-Intelligenz ist das neue Schlagwort, Kollaboration wird die Grundlage für ein revultionäres Arbeitsbewusstsein.

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Wer mit einem Konzept startet, das einen hohen Innovationsgrad besitzt, der kann seine Annahmen  schwer bis gar nicht belegen, da viele Dinge Neuland sind. Deswegen basieren Startups oft auf Hypothesen. Diese sollten so weit wie möglich validiert werden, damit man nicht aufgrund von falschen Annahmen vorschnell scheitert.

Um die Annahmen mit Fakten zu unterfüttern, wurde von Steve Blank und Eric Ries die Lean-Startup-Methode entwickelt. Hiermit entwickelt man im sogenannten Rapid-Prototyping-Verfahren durch schnelle Prozesse und wenig Kapital innerhalb kürzester Zeit das Minimum Viable Prodict (MVP). Das wird einer bestimmten Zielgruppe oder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, um Feedback einzuholen. Diese Prototypen oder Beta-Versionen bieten nur Grundfunktionalitäten, um die getroffenen Annahmen zu überprüfen. Anhand der gesammelten Informationen wird das Produkt optimiert und weiter entwickelt.

Welche Erfolgssaussichten haben Startups?

Für viele das Startups ist das Ziel der Exit

Der Ausstieg von Venture Capital und anderen Investoren erfolgt bei Startups durchschnittlich nach zwei bis sieben Jahren. Bei diesem sogenannten Exit geben sie ihre Anteile an dem Unternehmen, in das sie investiert haben, an einen Käufer ab. Eine Exit-Strategie ist in der Regel mit hohen Gewinnen verbunden, wodurch schon einige Startup-Gründer reich und berühmt wurden.

Dazu zählen beispielsweise die Samwer-Brüder aus Deutschland oder Heiko Rauch der für einen der größten Exits der deutschen Startup-Geschichte verantwortlich war, den Verkauf des Performance-Advertising Netzwerks zanox an Axel Springer für EUR 215 Mio. Was den Verkauf von zanox noch besonderer macht: zanox hat bis zum Exit nur einmal externes Kapital aufgenommen. Trotzdem schaffte es Heiko Rauch zusammen mit seinen Co-Foundern Jens Hewald und Thomas Hessler innerhalb von sieben Jahren ein Team von über 400 Mitarbeitern aufzubauen und Umsätze von über EUR 300 Mio. zu erwirtschaften. Dazu hat Startup Notes ein Interview mit Heiko Rauch verfilmt:

Wie präsentieren sich Startups vor Geschäftspartnern?

Um z.B. von Förderprogrammen zur profitieren, müssen sich Startups zuerst um die Unterstützung bewerben.

Bei Gründungswettbewerben reicht man die Geschäftsidee und die Geschäftspläne ein. In diesen Businessplanwettbewerben werden die Konzepte von Kapitalgebern wie beispielsweise Business Angels und anderen erfahrenen Gutachtern auf Herz und Nieren überprüft. Dieses Verfahren wird auch Startup-Pitch genannt, da sich um die identischen Leistungen auch andere Startups bewerben und die eingereichte Unternehmenspräsentation Aufschluss für Investoren und Geschäftspartner geben soll. Neben Kapital suchen Startups vor allem Reputation und Vertriebskooperationen. 

Startups sind Game-Changer und ändern die traditionellen Branchenlandschaften

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Mobilitätslösungen, autonomes Fahren und Carsharing stellen den Automobilmarkt auf den Kopf. In einem weiteren Bereich ist seit ein paar Jahren viel Bewegung drin: das Carsharing boomt. Sein eigenes Fahrzeug mit anderen zu teilen, das liegt im Trend. Startups wie CarJump, Carsharing-Vergleich.de oder Blablacar profitieren von diesem boomenden Segment.

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Ein Bereich, in dem aktuell viele Innovationen und Investitionen geschehen, sind sogenannte Fintech Startups. Dieser Begriff steht für Finanztechnologien, die Dienstleistungen ohne Banklizenz anbieten. Dazu gehören beispielsweise innovative Konzepte für Mobile Payment, Crowdinvestments und Crowdfunding oder E-Commerce.

Bekannte deutsche Startups im Fintech-Bereich sind Lendico, smava, Paymill, Laterpay und Kreditech. Sie ermöglichen beispielsweise schnelle Kreditvergaben, Online-Finanzberatungen oder Bezahlmethoden ohne eine Bank als Mittelsmann.

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Auch die deutsche Start-up Szene ist international ausgerichtet

Wenn man von bekannten, deutschen Startups spricht, dann fällt meist ein Name: die Samwer-Brüder.

Alexander, Marc und Oliver Samwer sind eng mit der deutschen Gründerszene verwoben, weil die Kölner unter anderem durch den Verkauf des Online-Auktionshaus Alando an eBay und den Klingelton-Anbieter Jamba an VeriSign Berühmtheit erlangten. Die Exits machten aus ihnen Millionäre.

2007 starteten die Brüder Samwer den Inkubator Rocket Internet, der mit Risikokapital Start-Ups unterstützt. Mit diesem Venture Capital wurden Firmen wie Zalando, eDarling oder Home24 mitfinanziert. Dazu kommen zahlreiche nationale und internationale Investments, sowie lukrative Verkäufe.

Rocket Internet ist mittlerweile ein börsennotiertes Unternehmen, das laut eigenen Angaben in über 100 Ländern mit mehr als 30.000 Mitarbeiter agiert. Ziel sei es, eines Tages sich mit dem Internetgiganten Alibaba messen lassen zu können. Neben dem bekannten Inkubator starteten das Samwer-Trio auch Global Founders Capital und European Founders Fund. Diese Gründerfonds greifen beim Business ebenfalls finanziell unter die Arme. Laut der Forbes-Liste sollen Marc, Oliver und Alexander Samwer zusammen ein Vermögen von über fünf Milliarden Euro besitzen.

Nicht erst seit der TV-Sendung „Die Höhle der Löwen“ ist Frank Thelen ein bekanntes Gesicht in der deutschen Startupszene. Er hat eine Vielzahl an Unternehmen gegründet – beispielsweise ip.labs und Scanbot - und verkauft. Mit seiner Venture-Capital-Firma E42 finanziert Frank Thelen aktuell Startups. Zu den bekanntesten Exits des passionierten Skateboarders zählen die Verkäufe von MyTaxi, KaufDa und 6Wunderkinder.

fotolia_©stellamc
Silicon Valley

Viele denken an das Silicon Valley, doch auch aus Deutschland kommen mittlerweile namhafte Neugründungen, die mit innovativen Ideen und einem skalierbaren Geschäftsmodell punkten. Für seine Vielzahl an kreativen Firmen ist die Berliner Start-Up-Szene bekannt. Hier gibt es namhafte Vertreter, zu denen unter anderem DaWanda, EyeEm, MyMuesli, ZenMate, Wooga, Zalando, Amorelie, reBuy, Zeotap, Datapine und Delivery Hero gehören. Auch in anderen Städten hat sich mittlerweile eine rege Gründerszene etabliert, dazu zählen beispielsweise Hamburg, München und Köln.

Mit Unternehmern und Startups im Gespräch

Hier organisieren sich Startups & Unterstützer

Wer kümmert sich um die Interessen der Startups?

 

Wie aus anderen Bereichen bekannt, gibt es auch für Gründer in Deutschland eine Interessenvertretung: den Bundesverband der Deutschen Startups e.V., der unter deutschestartups.org im Web zu finden ist.

Der Verband kümmert sich um die Vernetzung innerhalb der deutschen Start-Up-Szene und Öffentlichkeitsarbeit betreibt. Zudem ist es die Aufgabe von Deutschstartups.org, sich als Verband mit Politikern in Kontakt zu treten und die Interessen der Entrepreneure zu vertreten. Dazu unter anderem, dass Gesetzesentwürfe vom Startup-Verband kritisiert werden.

Zudem gibt der Bundesverband der Deutschen Startups den „#DSM – Deutscher Startup Monitor“ mit heraus. Den DSM-Report gibt seit 2013 interessante Einblicke in die Szene der deutschen Start-Ups. Hierfür werden Gründer und Geschäftsführer zu relevanten Themen befragt. Die ausgewerteten Daten stehen dann ansehnlich aufbereitet unter Deutscherstartupmonitor.de kostenlos zur Verfügung.

Eine Stufe weiter als der DSM geht der ESM, was in diesem Fall für European Startup Monitor steht. Dieser wurde von der German Startups Association, also dem Bundesverband der Deutschen Startups, im Frühjahr 2015 ins Leben gerufen. Das Ziel ist es, einen Überblick über die Gründerszene in Europa und Israel zu verschaffen.

Neben Deutschstartups.org gibt es weitere Initiativen für junge Gründer. Neben vielen lokalen Vereinen kümmert sich der nationale VGSD, der Verband der Gründer und Selbständigen Deutschland e.V., um die Lobbyarbeit. Er kümmert sich nicht nur um die Belangen von Startups, sondern unter anderem auch um die Interessenvertretung von kleinen Unternehmen, Freiberuflern und Teilzeit-Selbständigen.

Ein weiterer bekannter Verein ist BAND (Business Angels Netzwerk Deutschland e.V.), der – wie es der Name treffend besagt – sich um die Belange von BA kümmert. Da sich das Startup Ecosystem und Business Angel Ecosystem ständig verändern, fördert BAND den Erfahrungsaustausch und tritt als Sprecher gegenüber der Öffentlichkeit sowie der Politik auf. Zudem fungiert der Business Angels Netzwerk Deutschland e.V. als Dachverband der verschiedenen BA-Netzwerke.

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