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Gründen im Team Vor- und Nachteile und wichtige Fragen zur Teamgründung

Checkliste Teamgründung

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Die Vorteile einer Teamgründung liegen auf der Hand:

  • breiter gefächertes Know-how
  • erhöhte Finanzkraft
  • differenziertere aber umfangreichere Kompetenzen
  • verringertes Risiko
  • größeres soziales Netzwerk

Auch wenn keiner alles können kann, kann man im Team ein beachtlich breites Spektrum abdecken, sei es aus fachlicher oder kaufmännischer Sicht. Im Idealfall ist ein Gründerteam heterogen aus Spezialisten unterschiedlicher Unternehmensbereiche zusammengesetzt. Jeder im Team sollte seinen Fähigkeiten entsprechend eingesetzt werden, um so den maximalen Nutzen seiner Arbeit einbringen zu können.

Mehrere Gründungspartner können auch mehr Eigenkapital bewegen und haben so gegenüber einem Alleingründer den Vorteil, notwendige Anschaffungen aus eigener Kraft tätigen zu können. Auch eine Teilzeitgründung ist einfacher möglich, weil die anfallende Arbeit nicht allein bewältigt werden muss.

Drum prüfe, wer sich ewig bindet

Der passende Teampartner ist nicht leicht zu finden. Grundsätzlich sollte man die Vorzüge und Schwächen seines Partners gut kennen.

Allerdings sind Freundschaften keine Gewähr dafür, dass es auch mit dem gemeinsamen Unternehmen klappt. Erstaunlich oft hört bei Geld tatsächlich die Freundschaft auf und gerade Dinge, die auf freiwilliger Basis eine Selbstverständlichkeit sind, gestalten sich unter unternehmerischen Zwängen plötzlich sehr schwierig.

Die Untersuchungen zeigten ebenfalls, dass die Summe der vermehrten Fähigkeiten und des zusätzlichen Know-hows nicht automatisch einen Garant für den unternehmerischen Erfolg darstellt. Der tatsächliche Erfolg ergibt sich viel mehr durch die entsprechende Interaktion in der Gruppe. Wichtig sind die Identifikation mit den (gemeinsamen) Unternehmenszielen, regelmäßige und gezielte Kommunikation und die Bereitschaft, Probleme gemeinsam anzugehen und zu lösen. Diese Aspekte sind Grundbestandteil einer "positiven sozialen Interaktion", dem zentralen Faktor erfolgreicher Gründerteams.

Team oder Mitarbeiter

Dass Teamarbeit aber auch ihre Schwächen haben kann, ist hinlänglich bekannt.

Für den Ideengeber hat die Teamgründung oft eine weitere Dimension

  • Wie viel ist ihre Geschäftsidee ohne das Team wert? 
  • Sind sie bereit, Verantwortung und persönliche Geschäftsanteile dem größeren Unternehmenserfolg zu opfern? 
  • Ist Ihr Mitgründer bereit, den Erfolg zu teilen oder Misserfolge mit zu tragen?

Hinterfragen Sie vorab also genau Motivation und Einsatzbereitschaft Ihrer Mitgründer. Erst dann sind Sie mit dieser Form der Existenzgründung auf der sicheren Seite.

Viele Köche verderben den Brei

Arbeiten Sie nicht mit mehr als drei Partnerinnern oder Partnern, denn sonst werden Entscheidungsprozesse kompliziert und schwierig. So oder so ist es dringend ratsam, möglichst frühzeitig zu klären,

  • wer für welche Entscheidungen zuständig ist
  • wer für welche Bereiche verantwortlich ist
  • wer bis zu welchem Budget allein entscheiden kann und in welchen Situationen ein gemeinsamer Gesellschafterbeschluss erforderlich ist
  • wie viel Gehalt auch dann ausbezahlt wird, wenn die Kassen knapp sind, wie viel es sein kann, wenn die Geschäfte gut laufen

Verträge solange man sich verträgt

In jedem Fall sollte frühzeitig ein umfassender Vertrag geschlossen werden, der auch für mögliche Konflikte entsprechende Regelungen vorsieht. Gerade solange man sich gut versteht, sind auch für schwierige Situationen gerechte Lösungen zu finden und gemeinsam kann man ehrlich hoffen, dass der Vertragsfall niemals eintritt...

Ein solcher Vertrag muss Situationen antizipieren, die womöglich erst in vielen Jahren eintreten können. Er sollte nicht ohne kompetenten fachlichen Rat, gerade auch in juristischer Hinsicht, geschlossen werden.

Checkliste Teamgründung

Die nachstehenden Fragen sollen Ihnen helfen, die Erfolgschance Ihres Teams zu prüfen.


§  Seien Sie ehrlich, denn es gibt nichts Dümmeres als Selbstbetrug. Entweder Sie glauben sich nicht und dann ist es den Aufwand nicht wert, oder Sie glauben es – und das ist noch schlimmer.

§  Schlafen Sie drüber und überprüfen Sie die Fragen noch einmal – und zwar am Besten nicht gerade dann, wenn Sie „supergut drauf“ sind. (Ein Optimist kann nur böse überrascht werden, ein Pessimist nur gut)

§  Lassen Sie auch einmal einen Dritten, der Sie und Ihre Partner kennt, die Fragen für Sie beantworten. Vergleichen und diskutieren Sie die Übereinstimmungen und Abweichungen. Notieren Sie Fragen, die sich möglicherweise aus den Antworten ergeben, und beantworten Sie auch diese.

 

Etwas Vorsicht hat selten geschadet, aber häufig genutzt.

 

Persönliche Aspekte

§  Vertrauen Sie Ihren Partnern?

§  Haben Sie mit Ihren Partnern schon einmal zusammengearbeitet?

§  Kennen Sie die Stärken und Schwächen Ihrer Partner? Welche sind es?

§  Ergänzt sich Ihr Team auf fachlicher Ebene?

§  Wollen/Müssen Sie bestimmte Defizite mit einem Partner ausgleichen?

§  Stehen alle Partner mit dem gleichen Engagement hinter dem Projekt?

§  Gibt es noch andere Projekte, in die Ihre Partner involviert sind? Sind hier Interessenskonflikte zu befürchten?

§  Leben Ihre Partner in gesicherten finanziellen Verhältnissen?

§  Kann es Probleme mit den Familien/Lebensgefährten Ihrer Partner geben? Wie kann damit umgegangen werden?

 

Unternehmerische Aspekte

§  Besteht über das Unternehmensziel Einigkeit? Wurde es schriftlich fixiert?

§  Ist die gewählte Unternehmensform die Richtige für das gemeinsame Projekt?

§  Wie ist das unternehmerische Risiko zwischen den Partnern verteilt?

§  Sind die Kompetenzfelder gegeneinander sauber abgegrenzt?

§  Besteht im Team Einigkeit über Firmenphilosophie, -strategie und –struktur?

§  Besteht im Team Einigkeit über die der Unternehmensform angemessenen Verträge?

§  Ist der finanzielle Rahmen (Einlagen und Entnahmen/Gehälter) sauber geklärt, besteht gerade in diesem Bereich Einigkeit?

§  Gibt es ein Notfall-Szenario für ernsthafte Probleme (Ausfall eines Partners, Trennung)

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Kolumne von Oliver Bücken (Mitgründer von Buecher.de):

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