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Mahnwesen

Was versteht man unter einer Mahnung?

Eine Mahnung wird oft auch als Zahlungserinnerung bezeichnet. In einer Mahnung fordert der Gläubiger den Schuldner auf, eine bestimmte, noch offenstehende Forderung zu begleichen. Der Schuldner hat die fälligen Leistungen zu erbringen.


Damit der Gläubiger Anspruch auf eine Forderung hat, muss eine Fälligkeit zugrunde liegen. Dies ist entweder durch entsprechende vertragliche Absprachen oder durch die Gültigkeit der Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Fall. Wurde kein Zahlungsziel vertraglich vereinbart, gilt die sofortige Fälligkeit.

Sowohl im allgemeinen Geschäftsverkehr als auch im betrieblichen Zahlungsverkehr kommt der Mahnung eine wichtige rechtliche Bedeutung zu. Die Funktion der Mahnung besteht darin, außenstehende Geldbeträge möglichst innerhalb der festgelegten Fristen einzutreiben.

Mahnt der Gläubiger den Schuldner nach Eintritt der Fälligkeit, so setzt der Gläubiger seinen Schuldner in Verzug. Diese Formulierung bedeutet, dass der Schuldner  - obwohl ihn Mahnung und Fälligkeitstermin dazu verpflichten – nicht auf diese reagiert.

Wie sieht eine ordnungsgemäße Mahnung aus?

Für die Mahnung bestehen keine besonderen Formvorgaben. Da es jedoch möglich ist, dass aus rechtlichen Gründen einmal der Nachweis über die Mahnung erforderlich ist, ist es in jedem Falle sinnvoll, Mahnungen immer in schriftlicher Form zuzustellen. Man spricht dann von einem Mahnbrief.

Was den Inhalt angeht, so ist wichtig, dass die Mahnung den Schuldner eindeutig als Person, Firma oder Verein benennt. Entscheidend ist vor allem, dass die Mahnung den Schuldner ausdrücklich dazu auffordert, die vertraglich geschuldete Leistung zu erbringen. Hierfür setzt er in der Regel eine Frist fest, innerhalb der der Schuldner die Forderung begleichen soll. Die Nennung einer Frist ist zwar nicht unbedingt erforderlich, aber auf jeden Fall sinnvoll. Kommt der Schuldner dieser Aufforderung nicht nach, wird er nach dem Ablauf dieser Frist in Verzug gesetzt. Er hat nun den dem Gläubiger entstandenen Schaden zu ersetzen, das heißt, er muss für alle Kosten, die aus dem Verzug entstehen, aufkommen.

Allerdings ist eine Mahnung nicht immer unbedingt notwendig. Ein sofortiger Eintritt der Verzuges kann in bestimmten Fällen gerechtfertigt sein. So zum Beispiel, wenn der Leistungszeitpunkt nach dem Kalender bestimmt ist bzw. sich von einem bestimmten Ereignis an nach dem Kalender berechnen lässt (bspw. "zwei Wochen ab Lieferung", "ab Zugang der Rechnung") oder wenn der Schuldner seine Leistung ernsthaft und endgültig verweigert hat.

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