Smart Services

Smart Services (Bild: Fotolia.com)
Smart Services (Bild: Fotolia.com)

Nachdem im Jahr 2015 rund 15 Milliarden Produkte übers Internet vernetzt waren, sollen es 2020 zirka 30 Milliarden sein. Die Digitalisierung ist damit eines der größten Themen, welche die Wirtschaft gerade umtreibt. Damit einher gehen neue Zukunftsprojekte wie beispielsweise die Industrie 4.0. Viele neue Technologien und Ansätze sorgen für eine Disruption – dazu zählen auch die Smart Services.

Definition Smart Services

Die Smart Services stellen eine Ergänzung zu den Smart Products der Industrie 4.0 dar. Wie es der Name besagt, sollen die neuen Formen von Dienstleistungen „intelligent“ sein. Das heißt: Durch neue Technologien wie Sensoren, Prozessoren, Künstliche Intelligenz (KI) und Cloud-Anbindung können Leistungen angeboten werden, welche die Nutzer maßgeschneidert und zeitnah erreichen.

Das Ergebnis sind intelligente Dienstleistungen und digital veredelte Produkte - so Professor Wolfgang Wahlster, Direktor des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz.

Die Besonderheiten von Smart Services

Smart Services stellen den Nutzer in den Mittelpunkt. Die Leistungen unterliegen schnellen Release-Zyklen, womit sie agil an die Herausforderungen angepasst und skaliert werden können. Es findet eine Disruption statt, wodurch bekannte Strukturen, Produkte, Angebote und Wertschöpfungsketten der Vergangenheit angehören. Dieser Umbruch erfasst große Zweige der Industrie, weswegen sie sich die Firmen für die vierte industrielle Revolution wappnen müssen.

Durch Smart Services kommt es zu einer Branchenkonvergenz, da branchenübergreifende Ökosysteme entstehen. Die User dieser datengetriebenen Geschäftsmodele können aus verschiedenen Bereichen kommen. Statt Fabriken werden für Smart Services Rechenzentren benötigt. Über die Cloud – also übers Internet – werden gewaltige Datenmengen (Big Data) ausgetauscht und ausgewertet (Smart Data).


 

Mit den digitalen Geschäftsmodellen setzt auch ein Umdenkungsprozess statt. Statt dem „Ownership“, also dem Besitztum, rücken Angebote „as a Service“ in den Fokus. 

Smart Services: Beispiele

Von der Produktion und dem Handel über das Gesundheitswesen und der Mobilität bis hin zum Medienkonsum und den Finanzen: Die „intelligenten Dienstleistungen“ erfassen nahezu alle Bereiche. Die Wertschöpfungsketten werden durch die Smart Services aufgebrochen und revolutioniert.

Zum Beispiel führen Smarte Services dazu, dass der Kauf eines Autos für manch einen unnötig wird. Über Smartphones können je nach Bedarf und je nach Aufenthaltspunkt Fahrzeuge geordert werden – als Carsharing-Angebot oder in Form von Fahrdienstleistern wie Uber. Mehr dazu erfahren sie in unserem Special zum Thema „Smart Services: Mobilität“.

Wer spezielle Programme benötigt, muss sie nicht mehr kaufen, sondern kann sie im Rahmen von Software as a Service (SaaS) für den benötigten Zeitraum mieten und nutzen. Und Kühlschränke wissen über ihren Inhalt Bescheid und kennen die Vorlieben ihres Besitzers, somit ordern sie selbständig die passenden Produkte nach. Damit kommt es zu einer Disruption im Handel. Einen Beitrag dazu leisten die Fintech-Dienstleistungen, die eine schnellere und einfachere Bezahlung erlauben.

Durch Smart Services erhält der Nutzer jederzeit und bedarfsgerechte Dienstleistungen angeboten. Dieses „On Demand“-Business spart Zeit und Ressourcen. Dies kennt man unter anderem von Streaming-Anbietern wie Netflix oder Spotify, die übers Netz ihren Kunden kostengünstig und schnell passende Medieninhalte anbieten. Auch in anderen Bereichen setzen sich mediale Smart Services durch.

Zudem kommen die intelligenten Dienstleistungen im Bereich der Medizin zum Einsatz. Durch vernetzte Ärzte, Patienten und OP-Säle lässt sich die Effizienz bei der Versorgung und Behandlung steigern. Und dank Smart Grid, Smart Meter und dem Smart Home lässt sich die Energiewirtschaft mit Smart Energy Services bereichern.

Nicht nur im privaten Sektor, auch in der Industrie sorgen die smarten Dienstleistungen für Innovationen. Digitale Plattformen werden dafür sorgen, dass vollautomatisierte Marktplätze entstehen, dass KI die Produktion ständig optimiert oder dass Maschinen sich aktiv um Aufträge bewerben. Smart Services im Maschinenbau sorgen somit für neue Herausforderungen, können aber auch zu neuen Geschäftsmodellen führen.

Monetisierung von "as a Service"-Modellen

Durch Smart Data können Dienstleistungen günstiger als bisher angeboten werden. Beispielsweise besitzt Uber keine eigene Fahrzeugflotte und Airbnb keine eigenen Hotels, da sie sich auf die Auswertung von Big Data und der passenden, smarten Ausspielung des Services konzentrieren. Und Youtube, Xbox Live oder Napster pressen keine Daten mehr auf CDs und DVDs, um sie rund um den Globus zu versenden, sondern liefern ihre Angebote in Bits und Bytes über Rechenzentrum aus.

Obwohl solche Dienste zahlreich genutzt werden, stellt die Monetisierung stellenweise noch ein Problem dar. Da die Nutzer keine Produkte mehr besitzen, sondern Services in Anspruch nehmen, fällt die Bereitschaft zum Zahlen teilweise relativ gering aus. 

IT-Sicherheit ist eine Schwachstelle

Ohne den Austausch von Daten sind Smart Services nicht denkbar. Genau das stellt die Achillesferse der Digitalisierung dar: Jede Komponente kann Sicherheitslücken besitzen, worüber Cyberkriminelle Informationen über die Nutzer abfangen können.

Vom aktuellen Standort bis hin zu Krankheitsverläufen: Viele der Daten sind privat und sensibel, somit sollten sie entsprechend geschützt sein. Deswegen müssen sich die Industrie und die Politik noch viele Gedanken über den Datenschutz machen, um die IT-Security zu erhöhen.
 

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