Smart Services im Maschinenbau und der Elektroindustrie

(Bild: Fotolia.com)
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Maschinen, die lediglich Produkte produzieren – diese Zeiten scheinen so langsam vorbei. Im Zuge der Digitalisierung der Wirtschaft (Stichwort: Industrie 4.0) kommunizieren Maschinen miteinander (Machine-to-Machine, M2M), wodurch gigantische Datenmengen (Big Data) anfallen. Diese können dazu genutzt werden, dass daraus intelligente Dienstleistungen – die Smart Services – entstehen. Hierdurch sind Alleinstellungsmerkmale und neue Verdienstmöglichkeiten im Bereich des Maschinenbaus möglich.

Smart Services im Maschinenbau: Was bedeudet das?

Mittels Sensoren sammeln Maschinen Informationen und senden sie dank Vernetzung an Server in eigenen Rechenzentren oder in der Cloud. Diese Informationen werden gesammelt und ausgewertet, um sie unter anderem für die Optimierungen zu nutzen: Maschinen kommunizieren miteinander, um sich über den Status eines zu produzierenden Objektes auszutauschen.

M2M, Big Data oder Smart Products dienen im Rahmen der Industrie 4.0 unter anderem dazu, dass Prozesse so optimiert werden, dass die Stückpreise sinken. Auch die Gesamtbetriebskosten (Total Cost Ownership) sollen hierdurch besser erfassbar und reduziert werden.

Im Rahmen der Digitalisierung soll es möglich sein, die Daten zu „veredeln“. Das heißt, die smarten Maschinen können durch eine neue Form der Dienstleistung, den Smart Services, zu weiteren Verbesserungen führen. Zudem sind so neue Geschäftsbereiche denkbar, um sich von der Konkurrenz abzuheben.

Konzepte und Möglichkeiten

Bei den Smart Services, die auch als Data Driven Services bezeichnet werden, geht es darum, den Kunden situationsspezifische und bedarfsgerechte Dienstleistungen anzubieten, die als „as a Service“ genutzt werden können. Dies gilt auch im Maschinenbau der Industrie 4.0.

Zum Beispiel ist eine Optimierung der Prozesse aus der Ferne möglich, da die Maschinendaten per Cloud zur Verfügung stehen. Sensoren liefern dazu alle Informationen, die benötigt werden. Das gilt auch für die Wartung: Technische Probleme werden per Remote gelöst, ein Wartungstechniker muss somit nicht immer direkt vor Ort sein, um Fehler zu beheben. Zudem ist besser vorhersehbar, wann Ersatzteile bestellt werden müssen.

Wenn Maschinen und Anlagen mit Sensoren versehen sind, um Daten über die Prozesse und Produktion zu sammeln, ist es durch eine entsprechende Aufbereitung möglich, den gesamten Ablauf am Rechner nachzubilden. Durch diese Virtualisierung lassen sich ganze Fabriken am Computer simulieren. Ideal, um Mitarbeiter am PC zu trainieren und um Abläufe zu optimieren.

Digitalisierung, Virtualisierung, M2M und Smart Services greifen im Optimalfall so ineinander, dass Maschinen und Anlagen besser ausgelastet werden. Zum Beispiel, indem externe Mitarbeiter oder Kunden bewusst darauf zugreifen können, um Projekte in Auftrag zu geben. Oder indem die smarten Maschinen sich selbständig um neue Aufträge bewerben.

Wettbewerbsvorteile und neue Geschäftsmodelle

Fast alle Maschinen und Produkte können früher oder später kopiert werden. Das gilt auch für den Bereich des Maschinenbaus. Doch durch die Smart Services werden Maschinen um eine Software-Komponente erweitert und mit ihr vernetzt. Über diesen Weg ist es möglich, seine Produkte mit einem digitalen Mehrwert anzureichern – beispielsweise um einen App Store nur für die eigenen Maschinen.

Diese Apps können vom Hersteller selbst stammen, aber auch von Drittanbietern. Diese Applikationen ermöglichen neue Funktionen und Dienstleistungen. So entstehen ganz neue Geschäftsmodelle.

Daten, Kosten und Risiken

Machine-to-Machine erfordert nicht nur eine neue Herangehensweisen bei der Entwicklung, auch bei der Betreuung entstehen neue Herausforderungen. Denn alle Daten, die eine smarte Maschine mit ihren Sensoren ermittelt, werden in regelmäßigen Intervallen an Server geschickt.

So kommen schnell – gerade bei einem größeren Maschinenpark – gigantische Datenmengen zusammen. Diese Daten müssen gespeichert, verarbeitet und durch intelligente Lösungen zurückgesendet werden. Der Begriff „Big Data“ ist somit wörtlich zu nehmen.

Beim Datentransfer muss gewährleistet sein, dass die Informationen so sicher versendet werden, dass keine Unbefugten Zugriff darauf haben. Zudem müssen sich die verschiedenen Maschinen und Dienste untereinander verstehen bzw. ihre Daten korrekt austauschen können.

Big Data und die nachgelagerten Smart Services erfordert somit eine entsprechende IT-Struktur, die mit neuen Kosten verbunden ist.

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