Cloud Computing: Cloudspeicher, SaaS, IaaS und mehr

Magenta Cloud, Amazon Cloud Service oder IBM Hybrid Cloud: Seit ein paar Jahren hört und liest man immer mehr über „die Cloud“, gerade im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung. Was hat es mit der „Wolke“ auf sich? Warum wird sie immer wichtiger? Welche Vor- und Nachteile bietet sie? Wir erklären das in diesem Themenspecial.

Definition - Was bedeutet Cloud bzw. Cloud Computing?

Cloud Computing (Bild: Pixabay) Cloud Computing (Bild: Pixabay)

Cloud steht in der IT-Fachsprache als Abkürzung für Cloud Computing. Darunter versteht man die Programme und Tools, die nicht auf einem lokalen Computer, Server, Smartphone oder Tablet installiert sind, sondern übers Internet funktionieren. Diese laufen auf Servern von Anbietern wie Google, Microsoft, der Deutschen Telekom oder Amazon. Die Rechenpower wird somit von den fremden Rechnern und nicht von der eigenen Hardware erledigt. Dafür benötigt man in der Regel eine schnelle Internetverbindung, über jene die Daten ausgetauscht werden.

Eine Besonderheit des Cloud Computing ist, dass die Anwendungen und Dienstleistungen von überall aus genutzt werden können - gleichgültig, ob man einen Windows-PC, einen Mac oder ein Smartphone verwendet. 

Bekannte Beispiele für Cloud-Anwendungen

Die bekannteste Cloud-Anwendung sind E-Mails. Auch Dienste wie Flickr oder Youtube, bei denen man Bilder und Videos ablegt, gehören dazu. Oder Redaktions- und Blog-Systeme wie Wordpress.

Zudem sind Cloudspeicher wie Dropbox, OneDrive und Google Drive ideal, um private Daten online zu speichern. Hiermit werden beispielsweise die Smartphone-Schnappschüsse automatisch hoch- und auf dem heimischen Computer mittels Synchronisation heruntergeladen. Oder man lässt Geschäftspartnern große Dateien zukommen, indem man ihnen eine spezielle Freigabe auf den eigenen Cloudspeicher ermöglicht.

Die Möglichkeiten der Cloud finden auch in der Unterhaltungsindustrie größere Verbreitung. Smart Services in den Medien, wozu Video-on-Demand und Videostreaming (z.B. über Netflix oder Maxdome) sowie Musikstreaming-Anbieter wie Spotify und Apple Musik gehören, sind mittlerweile in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Und im Spiele-Bereich versucht sich seit einigen Jahren das Cloud Gaming durchzusetzen.

Server in der Cloud

Ein immer stärker wachsendes Feld von Cloud Computing liegt bei der Auslagerung der eigenen Computer-Kapazität ins Netz. Bei dieser Infrastructure as a Service (IaaS) werden Rechnerleistungen, Speicherplatz und Dergleichen je nach Bedarf bei darauf spezialisierten Anbietern gemietet. So muss man keine eigenen Server mehr betreiben, sondern nutzt die Angebote aus der Cloud – sogenannte virtuelle Server.

Hierdurch ergibt sich eine gute und günstige Art der Skalierbarkeit. Wird mehr Leistung bzw. Kapazität benötigt, kann man diese schnell über die „Datenwolke“ hinzubuchen. Umgekehrt funktioniert das ebenso. Einer der bekanntesten Cloud-Anbieter in dieser Richtung ist Amazon mit AWS (Amazon Web Services).

Programme in der Cloud: Software as a Service

Ein großer Vorteil von Cloud-Anwendungen liegt darin, dass man sie „on demand“ erhalten kann. Deswegen sind Online-Anwendungen auf Abruf auf dem Vormarsch. Derartige Dienstleistungen nennt man Software as a Service (SaaS). Durch die günstige Nutzung eignet sich zum Beispiel Cloud-Software für Existenzgründer. Auch für größere Unternehmen können SaaS-Lösungen sinnvoll sein, da man so unter anderem an Rechnerkapazitäten spart. Zudem ist die Software übers Netz stets auf dem aktuellsten Stand, Aufwände für Updates und dergleichen entfallen.

SaaS-Anwendungen kommen zum Beispiel bei Office-Tools, bei der Finanzbuchhaltung oder bei der Analyse von Webseiten zum Einsatz.

Vorteile und Nachteile von Cloud-Anwendungen

Hier ein paar positive Aspekte des Cloud Computing:

  • Einfache Bedienung und Nutzung. Eine komplizierte Installation oder Inbetriebnahme ist nicht nötig, stattdessen reicht es oft, sich online zu registrieren.
  • Geringe Investitionskosten, da z.B. Server-Kapazität virtuell je nach Bedarf gebucht werden.
  • Monatliche Kosten anstatt eine einmalige Anschaffung.
  • Software und Dienstleistungen sind immer auf dem aktuellsten Stand – und das ganz automatisch.
  • Mehr Leistung (bspw. bei Servern) oder mehr Funktionen (bei SaaS) kann oft per Klick dazugekauft werden.
  • Wartung und Service erfolgen beim Cloud-Anbieter und nicht bei einem selbst.
  • Die Dienste können überall genutzt werden. Und das meist über verschiedene Plattformen (Computer, Tablet, Smartphone…)

Selbstverständlich gibt es auch Nachteile beim Cloud Computing. Beispiele sind:

  • Man benötigt für die meisten Anwendungen eine schnelle und stabile Internetverbindung.
  • Die Daten liegen auf den Servern des Anbieters. Was mit ihnen dort geschieht entzieht sich der Beobachtung durch den Nutzer.
  • Die Sicherheitsmaßnahmen gegen Datendiebstahl oder andere Cyber-Attacken können nicht beeinflusst werden.
  • Abhängigkeit vom Cloud-Dienstleister: Wenn dieser seine AGB ändert oder den Betrieb einstellt, hat man ein Problem.
  • Die Qualität und Verlässlichkeit kann schwankend sein. Hierauf hat man nur wenig Einfluss.

Cloud Computing: Der Markt wächst

Trotz einiger Vorbehalte setzen Unternehmen auf Cloud-Lösungen. Das belegt eine Auswertung des IT-Branchenverbandes Bitkom.

Die Qual der Wahl: Welchen Cloudspeicher-Anbieter soll man nehmen?

Wer mit Geschäftspartnern Daten austauschen will, der hat dafür mittlerweile verschiedene Möglichkeiten. Der Klassiker ist das Brennen einer CD oder DVD. Moderner und einfacher sind USB-Sticks und externe Festplatten. Was aber, wenn man kein Speichermedium zur Hand hat? Ganz einfach: Man lädt die Powerpoint-Folien, die Excel-Listen oder die Fotos und Videos ganz einfach in die Cloud – also auf eine Art Festplatte im Netz. Wir erklären Ihnen hier, worauf man achten sollte.


(Bild: Fotolia.com)

Große Auswahl durch zahlreiche Cloudspeicher-Anbieter

Cloud-Computing ist gerade in aller Munde. Einerseits, weil man eben mit Dropbox & Co. schnell und bequem Daten austauschen oder zwischen verschiedenen Computern synchronisieren kann. Andererseits lassen sich Programme und gewaltige Datenbanken ins Netz auslagern. Gleichgültig, für was man die Cloud-Lösungen einsetzt: Man erspart sich dadurch kosten- und wartungsintensive, eigene Hardware. Für Selbstständige, Startups sowie kleine mittelständische Unternehmen ist das ein wichtiges Argument. Nicht nur deswegen. Gerade für das hin und her transferieren von digitalen Dokumenten stellen Cloudspeicher eine gute Alternative zu USB-Stick und Dergleichen dar.

Somit erfreuen sich Cloud-Angebote wachsender Beliebtheit, es tummeln sich immer mehr Anbieter auf dem Markt. Von Apple (iCloud), Microsoft (OneDrive), Amazon (Amazon Drive) und Google (Google Drive) über die Deutsche Telekom (Magenta Cloud) und Strato (HiDrive), Box und Dropbox bis hin zu GMX (Mediacenter) und Freenet (Freenet Cloud): Es gibt mittlerweile ein breites, fast unübersichtliche Palette an Möglichkeiten, um seine Bits und Bytes in der "Wolke" abzulegen.

Gerade die Big Player versuchen in dem Wachstumssegment Fuß zu fassen, indem sie ihre Cloudspeicher mit anderen Angeboten koppeln. Wer beispielsweise Windows 10 auf seinem Computer hat, dem wird Microsoft OneDrive nahegelegt; Das iPhone verbindet sich mit der iCloud von Apple; Und als Kunde von Amazon Prime darf man seine Fotos auf dem Amazon Drive speichern.

Unterschiede beim Speicherplatz und den Preisen

Alle Anbieter besitzen ihre spezifischen Vor- und Nachteile. Gerade beim kostenlos zur Verfügung gestellten Speicherplatz gibt es große Unterschiede. Zum Beispiel erhält man bei Dropbox nur 2GB an Gratisspeicher, mehr Platz muss man bezahlen oder sich durch spezielle Aktivitäten (zum Beispiel durch das Einladen von Freunden) „erarbeiten“. Ähnlich sieht es bei der Magenta Cloud der Deutschen Telekom, OneDrive von Microsoft oder dem Google Drive aus: Man erhält ein paar Gigabyte als Speicherplatz kostenlos – die Angebote variieren zwischen 2GB und 15GB -, für mehr Platz in der Cloud muss man eine Miete bezahlen. Diese ist abhängig vom benötigten Volumen.

Manch ein Unternehmen schenkt seinen Bestandskunden zusätzlichen Speicherplatz. Während Telekom-Kunden bei der Magenta Cloud deutlich mehr Online-Volumen als Nicht-Kunden erhalten, punktet Amazon sogar mit unbegrenzt viel Speicher – aber nur für Amazon-Prime-Nutzer. Dazu verwässern kurzfristige Rabattaktionen und Preisanpassungen das Preisgefüge. 

Was man noch bei der Wahl des Cloudspeichers beachten sollte

Wer nach einem Cloud-Angebot zur Speicherung und Weitergabe von Daten Ausschau hält, sollte nicht nur auf den Preis und den Speicherplatz schielen. Es gibt noch weitere Aspekte, die zu bedenken sind. Da wäre zum einen die Geschwindigkeit bei der Datenübertragung. Die hängt nicht nur vom eigenen Internet-Anschluss bzw. vom Netz des Smartphones ab, sondern auch vom Cloud-Anbieter. Hierbei gibt es deutliche Unterschiede. So fand das Magazin ComputerBild in einem Vergleich heraus, dass Google und Amazon mit hohen Download- und Uploadraten punkten, Freenet schwächelt dagegen besonders beim Hochladen von Daten (Stand: November 2016).

Zum anderen sollte man die Bedienung der Cloudspeicher beachten. Dropbox konnte sich trotz der großen Konkurrenz durch namhafte Mitbewerber am Markt etablieren, weil es im Web, wie auch auf dem Smartphone und Tablet ganz einfach und verständlich bedient werden kann. Und iCloud und OneDrive sind derart in die Betriebssysteme integriert, dass es kaum auffällt, dass Daten im Internet abgelegt werden.

Manche Cloud-Tools fühlen sich aber noch wie Fremdkörper an. Zum Beispiel, weil die Bedienung über den Browser etwas umständlich ausfällt. Noch schlechter wird es, wenn man ein wenig verbreitetes Betriebssystem einsetzt: Für Blackberry OS, Linux oder Windows Phone gibt es oft keine native App. Auch so etwas muss bedacht werden.

Brennendes Thema: Cloud-Sicherheit

Ein weiterer, sehr wichtiger Punkt ist das Thema Security und Datenschutz. Spätestens seit den NSA-Skandalen dürfte jedem klar sein, dass Daten, die auf Internet-Servern liegen, ausgespäht werden können. Deswegen verzichten immer mehr User darauf, ihre privaten oder geschäftlichen Ablagen bei Anbietern zu speichern, die ihre Server in den USA oder China stehen haben.

Als sicherer gelten Cloudspeicher aus Deutschland, wie zum Beispiel HiDrive von Strato oder die Telekom Magenta Cloud. Letzterer bestätigte Stiftung Warentest ein gutes Urteil, besonders da das Datensendeverhalten der Android-App als unkritisch angesehen werden kann. Und Netzsieger.de attestiert dem deutschen Hornetdrive eine sehr hohe Sicherheit gegenüber Hackern.

Weitere Aspekte bei der Wahl des Cloudspeichers könnten der Support sein (Gibt es den in Deutsch? Wann ist er erreichbar?), die verwendete Sprache (Ist das Angebot übersetzt?), eine Möglichkeit zur Zwei-Stufen-Authentifizierung oder die Verständlichkeit der Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Zudem überzeugen Dienste wie Dropbox oder Google Drive mit Zusatzfunktionen wie dem gemeinsamen Online-Bearbeiten von Dokumenten.

Fazit

Cloudspeicher ist nicht gleich Cloudspeicher. Wer sich mit dem Thema beschäftigt, merkt das ziemlich schnell. Neben offensichtlichen Unterscheidungsmerkmalen wie dem kostenlosen Speicherplatz und den monatlichen Preisen für Extra-Speicher, gibt es auch Aspekte, die man erst nach intensiven Recherchen oder durch Ausprobieren herausfindet.

Ist das Gratis-Volumen wichtig oder eher die Download-Geschwindigkeit? Wie sieht es mit dem Datenschutz und den AGBs aus? Wie bedient sich die Web-Oberfläche und gibt es eine App für Ihr Betriebssystem? Machen Sie sich klar, was Sie möchten und wirklich benötigen.

Und bedenken Sie auf jeden Fall das Thema Sicherheit: Misstrauen Sie amerikanischen Unternehmen, weil Sie eine Bespitzelung durch den Geheimdienst befürchten, dann sollten Sie lieber einen Anbieter mit Servern in Deutschland in Betracht ziehen. Der Cloudspeicher mag hier zwar unter Umständen etwas teurer ausfallen, dafür sind die Zugriffrechte durch die Landesbehörden nicht so umfangreich wie in anderen Ländern.
Doch: „Generell wird zwar versichert, dass die Daten verschlüsselt gespeichert werden und die Anbieter keinen Zugriff haben. Nachprüfbar ist gleichwohl nicht, was nach dem Speichern mit den Daten geschieht“, sagt heise.de.

Unterm Strich kann man sagen: Den besten Cloudspeicher-Anbieter gibt es wohl nicht. Am Ende hängt die Wahl von Ihren individuellen Ansprüchen ab.

Private Cloud-Anwendungen sind möglich

Man muss nicht immer auf große Anbieter vertrauen, wenn man für seine Firma eine Cloud-Lösung nutzen möchte. Mittlerweile gibt es zahlreiche Angebote, mit denen auch Start-ups und KMU sich eigene Cloudspeicher einrichten können. Beispielsweise verwandelt der Lima-Adapter die eigene Festplatte in einen persönliche Cloud.

Hinweis: Jobs für Cloud-Experten

Da der Markt mit Cloud-Lösungen weiter wächst, werden viele Spezialisten in diesem Gebiet gesucht. In der Förderland-Jobbörse finden Sie zahlreiche Stellenangebote für Cloud-Experten in ganz Deutschland.

 

 

Das könnte Sie auch interessieren

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer