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21.12.07Kommentieren

Serie Unternehmen erfolgreich führen

Teil 4: Nur wer investiert, bewegt sich nach vorne

Geiz ist nicht geil. Eine ökonomische Weisheit besagt: Sparen tun Narren. Geld sinnvoll einsetzen ist die Kunst der Betriebswirtschaft. Dem allgemeinen Sparzwang unterlegen, scheinen viele Unternehmen heute diese Erkenntnis vergessen zu haben. Doch ohne regelmäßige (sinnvolle) Investition funktioniert die beste Gründung nicht lange.

Ein Beitrag von von Cay von Fournier

Noch nie ist Großes durch Sparen entstanden oder geschaffen worden. Mutige Menschen mit Ideen und Visionen investieren in diese. Leider wird der Notwendigkeit zur permanenten Investition heute - nicht nur im Mittelstand - häufig nur eine ungenügende Bedeutung beigemessen. Vielerorts geht es gerade bei Gründungen nur um Sparmaßnahmen und mögliche Kostensenkungen. Leicht wird dabei der natürliche Zusammenhang vergessen, dass nur durch sinnvolle Investition etwas geschaffen werden kann.

Nur Narren sparen

Sparsamkeit ist ein Wort mit zwei Bedeutungen. Wenn damit gemeint ist, Verschwendung zu vermeiden, dann ist Sparen ein sehr wertvoller Vorgang. Meistens wird aber mit Sparen reduziertes Investieren gemeint, was einer Reduktion der Unternehmerenergie gleichkommt. Gründer, die übertriebenes Sparen zu einer Strategie gemacht haben, leben in diesem Moment von der Substanz. Ihnen fehlt es an Energie und Kreativität, Neues hervorzubringen, und dieser Mangel wird sich zunehmend verschärfen.

Sparen wird in der Betriebswirtschaftlehre bereits als Strategie gelehrt und manchmal gar zum wichtigsten Handwerkszeug des Managers erklärt, auch bezüglich der Investition in Menschen. In der Bilanz werden Maschinen auf der Investitionsseite verbucht und die Mitarbeiter auf der Kostenseite. Das mag für die Zeit, in denen die größten Produktivitätsschübe noch aus Massenfertigung und Rationalisierung entstanden sind, zutreffend gewesen sein. Damals waren Maschinen tatsächlich eine gute Investition für ein gesundes Unternehmen. In der heutigen Zeit aber, in der Erfolg allein von den Menschen abhängt, weil sie die Dienstleister oder die Wissensarbeiter sind, gehören Maschinen auf die Kostenseite. Die Förderung von Menschen hingegen als wichtige Elemente im Organismus Unternehmen ist eine Investition in den Unternehmenserfolg der Zukunft.

Geiz ist nicht geil, sondern dumm

Geiz ist das genaue Gegenteil von Investition. Geiz, Gier und Neid sind zerrstörerische Kräfte, die nichts schaffen können. Dagegen bedeutet die Investition in ein Produkt und dessen Herstellung oder in eine Dienstleistung die Sicherung langfristiger Erfolge eines Unternehmens. Das Fehlen konzentrierter Investition kommt Verschwendung gleich, das gilt auch für eine falsche Investition. Eine sinnvolle Investition ist stets Konzentration von Energie, Zeit und Geld auf das Wesentliche eines Unternehmens: auf seine Kunden und Mitarbeiter. Fehlt die Investitionskraft, wird das Unternehmen über kurz oder lang krank.

Das Gebot: investiere!

Um ein unternehmerisches Ziel zu erreichen, sollte jede Investition auf der Grundlage eines Geschäftsplanes erfolgen. Unerlässlich ist es, im Vorfeld folgende Punkte zu klären:

  • Worin soll investiert werden?
  • Warum soll investiert werden?
  • Wie viel Geld und Zeit muss eingesetzt werden?
  • Wie gut lässt sich die Investition ins Unternehmen integrieren?
  • Wie hoch ist das Risiko?
  • Über welchen Zeitraum soll sich die Investition amortisieren?
  • Wie ist die strategische Bedeutung?

Die konkrete Beantwortung dieser Fragen führt zu einer nachvollziehbaren und realistischen Planung jeder Investition und fördert so den Unternehmenswert in der Zukunft.

Autor: Dr. Dr. Cay von Fournier

Arzt und Unternehmer.
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Dr. Dr. Cay von Fournier

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