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16.02.07Kommentieren

Innovationsmanagement

Erfolgreiche Unternehmen haben einen Innovationsmanager

Erfolgreiche Unternehmen investieren in den Erhalt und in den Ausbau der eigenen Innovationskraft. Braucht es dafür einen Innovationsmanager? Ist nicht die Wortbildung Innovations-Manager schon ein Widerspruch in sich? Kann einer Person die Hauptverantwortung für das Thema Innovation übertragen werden? Diese oder ähnliche Fragen werden immer wieder aufgeworfen, wenn es um die organisatorische Eingliederung von Innovationsmanagement in Unternehmen geht.

Ein Beitrag von Dipl.-Ing. Josef Siegemund

Eines ist sicher: Der Innovationsmanager ist kein Bewahrer und Verwalter, wie viele hinter dem Begriff Manager vermuten würden. Das Gegenteil ist der Fall. Der Innovationsmanager – in der idealen Besetzung – ist Generalist. Wenn das erfolgreiche Management von Innovationen als wichtige und strategische Aufgabe im Unternehmen angesehen wird, dann ist die Einführung der Rolle des Innovationsmanagers eine ideale Funktion, um die Herausforderung anzunehmen.

Hauptaufgaben des Innovationsmanagers

Der Innovationsmanager steht an einer zentralen Schnittstelle im Unternehmen, er ist die Kommunikationszentrale nach innen wie nach außen. Er ist vor allem für die Entwicklung neuer Produkt-, Prozess- und Service-Ideen verantwortlich. Zu seinen weiteren Aufgaben gehören der Aufbau und die Pflege von Kontakten zu Forschungseinrichtungen und Hochschulen sowie die zielgerichtete Recherche nach neu entwickelten Techniken und Verfahren, wie etwa im Internet oder auf Erfindermessen. Im einzelnen ergeben sich folgende Aufgabenfelder:

Strategisch auf Gesamt-Unternehmensebene:

  • Entwickelt und pflegt die Kernkompetenz Innovationsmanagement für das Unternehmen.
  • Hüter der Innovationskultur
  • Dienstleistungszentrum für Methoden und Tools
    - Kreativitätstechniken, QFD, Lead-User-Ansatz, Szenariotechnik, Roadmapping, etc.
    - Werkzeuge & Instrumente zur Ideengenerierung und –bewertung
    - Vorhandenes Wissen intelligent nutzen
    - Innovationscontrolling
    - Veränderungen im Innovationsmanagement initiieren und erfolgreich durchführen.
  • Koordiniert die Innovations-Manager der operativen Bereiche / Divisionen
  • Schnittstelle und Mittler zwischen der Kunden- und der Techniksicht
  • Aufbau und Pflege eines Expertennetzwerks / Innovationsnetzwerks (Hochschulen, Kooperationspartner, strategische Partner)
  • Synchronisiert übergreifende Innovationen, um Doppelarbeit zu vermeiden
  • Unterstützt die operativen Bereiche / Divisionen beim Aufbau und in der Umsetzung des Innovationsmanagements

Operativ in ausführenden Unternehmensbereichen:

  • Koordiniert die systematische Generierung, das Sammeln und die Bündelung von Ideen für Produkt- / Prozessinnovationen (kontinuierlich)
  • Prozesseigentümer Innovationsprozess -> Motivator für die Innovationskultur
  • Initialisiert erste Markt- und Patentrecherchen
  • Innovations-Road-Map erstellen und aktuell pflegen
  • Entwicklung von Konzepten in Konzeptteams
  • Aktive Projektbegleitung bis einschließlich Marktdurchdringung (Erfolgskontrolle, stimmt Veränderungen am Lastenheft zu)
  • Führung von Innovationsteams (interdisziplinärer Kreis)
  • Einsetzen von Innovations-Scouts (Suche nach relevantem Wissen)
  • Berichtet an Innovationskonferenz
  • Abstimmung / Koordination mit Corporate Innovation-Manager

Profil und persönliche Voraussetzungen

Innovationsmanager sind Generalisten. Geeignete Innovationsmanager werden oft aus der Reihe der eigenen Führungskräfte rekrutiert. Die Arbeit von Innovationsmanagern ist zeitintensiv und verlangt je nach Unternehmensgröße eine Vollzeitstelle. Falls die Ressourcensituation des Unternehmens dies nicht zulässt, kann die Rolle auch existierenden Positionen (z.B. Produktmanager, Spartenmanager, Leiter der Vorausentwicklung) zugeordnet werden.

Der ideale Kandidat sollte folgende persönliche Voraussetzungen mit sich bringen:

  • Teamfähigkeit / Teamführung
  • Flexibilität / Spontanität
  • Moderationsfähigkeit / kommunikativ
  • Neugier / Risikobereitschaft / Hohe Frustrationstoleranz
  • Vielseitiges Wissen / Methodenkompetenz
  • Weitreichendes technisches Verständnis
  • Marktkenntnisse
  • Problemsensibilität (erkennen und analysieren von Problemen)

Es gibt mittlerweile auch eine Vielzahl von berufsbegleitenden Aus- und Weiterbildungsprogrammen zum Innovationsmanager.

Organisatorische Integration

Versteht ein Unternehmen die Innovationsfunktion und die Rolle des Innovationsmanagers als eine interne Aufgabenstellung, so kann sie in die Unternehmensorganisation eingegliedert werden. Aufgrund seiner zentralen Schnittstellenfunktion (Markt-Technik) ergeben sich unterschiedliche formale Integrationsformen:

  • Zentrale Stabsstelle berichtet an Geschäftsführung
  • Eigenständiger Bereich berichtet an Geschäftsführung
  • Teil eines Funktionsbereichs (z. B. Marketing/Vertrieb) oder einer Division
  • Kombiniert zentral-dezentral

Zusammenfassung

Die Rolle des Innovationsmanagers ist für Unternehmen mit innovativem Anspruch absolut unverzichtbar. Der Innovationsmanager als Motor des Fortschritts wird immer wichtiger und Innovationsmanager werden zukünftig in vielen Unternehmen genauso selbstverständlich sein, wie heute Produkt- oder Projektmanager. Die TMG Technologie Management Gruppe hat schon in vielen Unternehmen erfolgreich Innovationsmanager in der Organisation positioniert.

Autor: Josef Siegemund

eSeniorberater und Partner bei der Technologie Management Grupp
Website des Autors
Josef Siegemund

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