
Online-Marketing
Die Firmenwebsite als Motor der Lead-Generierung
Täglich sehen sich Marketing- und Vertriebsabteilungen vor die Herausforderung gestellt, qualifizierte Leads zu generieren. Gerade für Unternehmen im B2B-Umfeld gestaltet sich das äußerst anspruchsvoll. In der Regel nutzen sie verschiedene Maßnahmen, aber eine sehr wichtige – der eigene Internetauftritt – wird oft ignoriert.
Ein Beitag von Jens Stolze
Verstärkter Einsatz der Lead-Generierung
Zum Handwerkszeug eines jeden B2B-Unternehmens gehört heutzutage eine kundenorientierte Website, die Formulare zur Kontaktaufnahme sowie Produktinformationen und Bestellmöglichkeiten, beispielsweise für Kataloge, enthält.
Wichtiger als zahlreiche allgemeine Kontakte ist für jedes Unternehmen eine qualifizierte Menge an Leads. Eine Studie von Eloqua Corporation, einem Unternehmen mit Hauptsitz in Washington D.C., USA, zeigt: Ungefähr 17 Prozent der B2B-Marketer wollen mehr und bessere Leads generieren und zirka 14 Prozent die Firmenwebsite als Lead-Generation-Engine einsetzen. Knapp 15 Prozent zerbrechen sich über den Return-On-Marketing-Investment (ROMI) den Kopf. Die gleiche Anzahl strebt einen engeren Dialog mit den potenziellen Neukunden und bestehenden Kunden an.
Grundlegendes Prinzip der Lead-Generierung
Das Prinzip der Lead-Generierung adressiert die für B2B-Unternehmen spezifische Zielgruppe und unterstützt effektiv den Vertrieb. Unter einem Lead versteht man grundsätzlich einen Kontakt zu einem potenziellen Neukunden. Die Qualität eines Leads lässt sich in diverse Untergruppen einteilen, was insbesondere dem Vertrieb bei der Nachbearbeitung des gewonnenen Leads hilft.
Um jedoch qualitative Leads generieren zu können, ist es notwendig, seiner Zielgruppe Online-Formate mit Mehrwert anzubieten. Denn nur dann sind die Interessenten bereit, ihre Kontaktdaten zu hinterlassen. Als Online-Formate haben sich unter anderem Webcasts, Podcasts, Whitepapers, Studien, Fallbeispiele, Guided Tours sowie Online-Applikationen in der Praxis bewährt.
Entscheidend jedoch ist es, über welchen Kanal die Lead-Generierung betrieben wird. Daraus leiten sich entsprechend die Maßnahmen und Online-Formate ab.
Einordnung in den Vertriebsprozess
Der Prozess der Neukundengewinnung unterteilt sich für B2B-Unternehmen in fünf allgemeine Phasen: Gewinnung von potenziellen Leads, Qualifizierung der gewonnenen Leads, Bedarfsermittlung der Interessenten, Verhandlung mit den Unternehmen, Vertragsabschluss mit dem Neukunden. Die Lead-Generierung greift insbesondere in die Phasen der Gewinnung und Qualifizierung ein. Durch verschiedene Maßnahmen kann man zeitgleich die Bekanntheit des Unternehmens steigern und potenzielle Leads gewinnen.
Die Leads sollten in Bezug auf die Kontaktdaten qualifiziert und wenn möglich angereichert werden – eine Aufgabe beispielsweise für das Telefonmarketing oder einen Adressdienstleister. Die Lead-Generierung über das Internet stellt die Vorstufe des Lead-Managements dar. Die gewonnenen und qualifizierten Kontakte können dann abgestimmt auf die Vertriebsstruktur an die zuständigen Vertriebsleiter und deren Mitarbeiter weitergegeben werden. Da die Kundennähe und der persönliche Kontakt im B2B-Umfeld eine besondere Stellung einnehmen, können die Vertriebsmitarbeiter auch vor Ort den Bedarf ermitteln, Leads pflegen, Produkte präsentieren, Verkaufsmaterialien zusammenstellen und Aufträge abschließen. Die Vorteile: Der Vertrieb wird aktiv unterstützt. Die Kundennähe wird erhöht und die Reaktionsgeschwindigkeit verbessert.
Tracking und Auswertung der Websitebesuche
Am Ende einer Marketingkampagne steht immer die Frage nach dem Erfolg. Hat man die richtige Zielgruppe erreicht? Hat die Kampagne zum gewünschten Erfolg geführt? Konnten neue Kunden aus der Kampagne gewonnen werden? Wie hoch war der ROMI (Return on Marketing Investment)?
Eine Auswertungsmöglichkeit ist die objektive Steigerung der Besucheranzahl auf der Website. Leicht kann man diese Informationen über die Auswertung der Log-Files in Erfahrung bringen. Doch diese Zahlen liefern nur einen mittelbaren Eindruck über den Erfolg einer Kampagne. Mehr Informationen über eindeutige Besuche, Einstiegsseiten, Besuchszeiten, Konversionen und verweisende Websites liefern so genannte Webcontrolling-Systeme.
Wer es ganz genau wissen will, setzt auf Anbieter eines Besucheranalysesystems. Damit lassen sich die Besucherdaten qualifizieren und durch weitere Informationen anreichern. Entsprechende Lösungen analysieren die Herkunft des Besuchers nach der IP-Adresse und stellen detaillierte Informationen über die Firma, die Verweildauer und die abgerufenen Inhalte dar. Aus der Masse der Websitebesuche heraus identifizieren diese IP-basierten Lösungen Unternehmen, die potenzielle Kunden sein könnten, und reichern diese Informationen zusätzlich mit Daten von Adressdienstleistern an.
Ganz wichtig: Zu keiner Zeit werden persönliche Daten über den einzelnen Benutzer ermittelt oder gespeichert. Alle Daten, die aus einer solchen Analyse gewonnen werden, beziehen sich auf die Firma und nicht auf einzelne, individuelle Besucher.
Vorteile für die internen Vertriebsprozesse
Mit solchen IP-basierten Technologien lassen sich neue Kunden und Geschäftspartner identifizieren. Gleichzeitig verschafft man sich einen Überblick über die Interessen des Besuchers. Filterfunktionen helfen dabei, den "idealen" Kunden aus der Masse der Besucher zu selektieren. Informationen über das Unternehmen, die Zeit des Besuches und abgerufene Inhalte lassen sich direkt an die Mitarbeiter im Vertrieb übermitteln. So lassen sich die Informationen nutzen, um "Cold Calls" zu qualifizieren. Beim ersten Anruf können dann genau die Produkte beziehungsweise Dienstleistungen angeboten werden, für die sich der Besucher auf der Website interessiert hat.
Fazit
B2B-Unternehmen können die eigene Website perfekt als Motor der Lead-Generierung und als Basis für den effizienten Einsatz von Online-Marketing nutzen. Ein Trackingsystem kann interessante Leads identifizieren. Diese lassen sich qualifizieren und mit weiteren Informationen über den Website-Besucher anreichern. Die Vertriebsmitarbeiter können dann ganz gezielt bei den potenziellen Kunden nachfassen und einen aktiven Verkaufsprozess starten./span>>/>>/>>/>>/>>/>>/>>/>>/>>/>>/>>/>>/>>/>>/>>/>
Über den Autor
Jens Stolze ist Gründer und Inhaber von creative360, Agentur für B2B Online-Marketing. Von der Beratung, über die Konzeption bis hin zur Realisation und Erfolgskontrolle unterstützt er B2B-Unternehmen beim effizienten Einsatz von Online-Marketing zur Gewinnung und Bindung von Kunden über das Internet. Er ist Autor und Herausgeber eines jährlichen Trendpapiers sowie eines Fachblogs für B2B Online-Marketing.
Neue Fachbeiträge
-
Online-Marketing
Was man im Umgang mit sozialen Netzwerken beachten sollte
Vor dem Hintergrund der sich immer stärker abzeichnenden Schwächen herkömmlicher Marketinginstrumente wie der Kaltakquise flüchten immer mehr Unternehmen in die Welt der sozialen Netzwerke. In ihnen lassen sich mit wenig Aufwand und geringen Investitionen hohe Erfolgsraten realisieren - so zumindest die Theorie. Viele Firmen aber scheitern in der Online-Welt und stellen nach einigen Monaten enttäuscht fest, dass sie keine neuen Kunden gewonnen, sondern Ansehen verloren haben. Was man im Umgang mit sozialen Netzwerken beachten sollte, erklärt Robert Nabenhauer in seinem Fachbeitrag. mehr
-
Kundenbefragungen
Critical Incident Technique (CIT)
Klassische Kundenbefragungen bleiben meist an der Oberfläche – und sie sind gefährlich. Denn auf ihre mehr oder weniger sorgfältig ausformulierten Fragen erhalten die Interviewer kaum Wahrhaftigkeit, sondern vornehmlich Antworten, die opportun erscheinen oder aber den Befragten vor sich selbst und anderen in ein gutes Licht rücken sollen. Dies passiert in aller Regel nicht absichtlich. Die Ursache liegt vielmehr darin, dass uns der Zugang zum Unbewussten fehlt. Wir machen uns selbst etwas vor. Psychologen nennen das Wahrnehmungsgefängnis. Die Critical Incident Technique kann uns daraus befreien. Lernen Sie mehr über diesen Ansatz im Fachbeitrag von Anne M. Schüller, führende Expertin für Loyalitätsmarketing. mehr
-
Versicherung
Berufsunfähigkeit - Auch für Gründer ein Thema
Wer ein Unternehmen gründet oder führt, sollte sowohl das Gewerbe als auch sich selbst gegen alle möglichen Risiken absichern. Dazu gehört beispielsweise die Absicherung gegen Schadensersatzansprüche Dritter. Aber auch die eigene Arbeitskraft sollte beim Versicherungsschutz nicht außen vor gelassen werden. Einen Einblick ins Thema gewährt uns Juliane Wellisch, Redakteurin bei berufsunfaehigkeit.com, in ihrem Fachbeitrag. mehr
-
Do it yourself
Facebook-Marketing für Gründer
Mit über 22 Millionen Mitgliedern allein in Deutschland ist Facebook unbestritten das soziale Netzwerk Nummer 1. Kaum verwunderlich, dass es auch von Unternehmen unterschiedlichster Größe genutzt wird, um sich der breiteren Online-Öffentlichkeit vorzustellen und eine eigene Community aufzubauen. Doch wie verhält es sich mit Existenzgründern, deren Budget meist begrenzt ist? Welche Möglichkeiten bietet Facebook-Marketing fürs kleine Portemonnaie? Diese Fragen beantwortet Dr. Rebecca Belvederesi-Kochs in ihrem Fachbeitrag. mehr
-
Fachbeitrag
Über Ziele und wie die Chance wächst, diese tatsächlich zu erreichen
Der Jahresanfang ist ja oft der Zeitpunkt, an dem Menschen sich sowohl persönlich als auch beruflich oder für ihr Unternehmen Ziele setzen, Veränderungen erreichen wollen. Nur zu oft werden diese Ziele, obwohl grundsätzlich durchaus realisierbar, letztendlich nicht erreicht, das Vorhaben wieder ad acta gelegt. In seinem Fachbeitrag erklärt Unternehmercoach Jörg Mann wie die Chance wächst, Ziele tatsächlich zu erreichen. mehr
-
Journalisten die Arbeit erleichtern
Der perfekte Pressebereich: Zwölf Tipps und fünf Tabus
Bevor ein Redakteur zum Telefonhörer greift, holt er sich erste Informationen über ein Unternehmen oder eine Person aus dem Netz. Hier bekommen Sie zwölf Tipps für einen perfekten Pressebereich – und fünf Tabus. Zusammengestellt von Ulf-Hendrik Schrader, geschäftsführender Gesellschafter der Aufgesang Public Relations GmbH. mehr
-
Fachbeitrag
Das historisch bedingte Wissen um die Macht einer Geschäftsidee!
Der Blick auf das Unternehmertum, seine Aufgabenbereiche und die daraus resultierenden Entscheidungen gewinnen zunehmend an Bedeutung. Besonders bei jungen Unternehmen hat sich in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten vieles in Bewegung gesetzt und verändert. In ihrem Fachbeitrag wirft Marketingberaterin Nicole M. Pfeffer einen Blick auf das historisch bedingte Wissen um die Macht einer Geschäftsidee. mehr
-
Vertriebsanalyse
Wenn die Umsätze nicht stimmen
Start-ups und junge Unternehmen geraten oft in Schwierigkeiten, weil die Umsätze stagnieren oder sinken, Absatzziele nicht erreicht werden oder die Anzahl der neu geworbenen Kunden zurückgeht. In solchen Situationen ist es hilfreich, den Vertrieb auf den Prüfstand zu stellen, um herauszufinden, ob es Schwachstellen und Optimierungspotenziale gibt. Was es bei einer Vertriebsanalyse zu beachten gilt, erklärt Dipl.-Ing. (FH) Volker Wendeler in seinem Fachbeitrag. mehr
-
Online-Marketing
Vorsicht bei E-Mail-Marketing!
Aus Unternehmersicht ist E-Mail-Marketing eine schnelle, kostengünstige und praktische Methode, um viele potenzielle Kunden zu erreichen. Doch Vorsicht: Grundsätzlich ist E-Mail-Marketing unzulässig, egal ob sich die Informationen an Privatpersonen oder an Gewerbetreibende richten, und unabhängig davon, ob sie explizit als Werbung gekennzeichnet sind oder beispielsweise als Newsletter bezeichnet werden. Zur Vorsicht beim E-Mail-Marketing mahnt Fachanwältin Bettina Krause in ihrem Fachbeitrag. mehr
-
Corporate Branding
Das neue Corporate Branding - konsequent auch für Facebook
Seit der Beliebtheitsgrad sozialer Netzwerke immer weiter steigt, haben sich die Anforderungen an die Selbstdarstellung von Firmen stark verändert. Die Unternehmens-Identität bildet sich in den Köpfen der Menschen über weit mehr Faktoren als zuvor. Das wirkt sich selbstverständlich auch auf die formalen Aspekte der Corporate Identity aus. Einen Einblick in das neue Corporate Branding gibt Gründercoach und Designerin Ulrike Thiel in ihrem Fachbeitrag. mehr
-
Cloud Computing
Geschäftssoftware der Zukunft kommt aus dem Netz
Der klassische Server ist ein Auslaufmodell. Zukünftig werden komplexe Unternehmenslösungen bei Firmen immer weniger vor Ort installiert, sondern über das Internet genutzt. Das sogenannte Cloud Computing ist günstig, flexibel und einfach zu handhaben. Warum die Geschäftssoftware der Zukunft aus dem Netz kommt, erklärt Markus Stahl, Leiter Business Development bei SAP Deutschland, in seinem Fachbeitrag. mehr
anzeige
-
Steuerberater suchen
Jetzt kostenlos und unverbindlich.
mehr...
-
Private Krankenversicherung
Sparen Sie 2.500 EUR pro Jahr bei besserer Leistung.
mehr...
-
Gründerberater suchen und finden
Sie sind Gründerberater? Jetzt eintragen und Vorteile sichern.
mehr...
RSS Feed abonnieren
- Nachrichten Gründer, Start-ups, Investoren Feed abonnieren
- Aktuelle Veranstaltungen Feed abonnieren
- Aktuelle Fachbeiträge Feed abonnieren
förderland-Autor werden
Neue Autoren
- 09.02.2012Robert Nabenhauer
- 31.01.2012Juliane Wellisch
- 26.01.2012Dr. Rebecca Belvederesi-Kochs
- 22.12.2011Ulf-Hendrik Schrader
- 01.12.2011Volker Wendeler
- 25.11.2011Bettina Krause
- Alle Autoren
