6 Tipps um sofort Google Adwords zu optimieren

(Bild: Pixabay)
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Ein Gastbeitrag von Carlo Siebert

Google Adwords ist für die meisten Gründer und Unternehmer ein notwendiges Übel: Ohne geht es nicht, aber wenn es genutzt wird, dann läuft es häufig nicht so profitabel.

Das Problem ist mir bekannt und deswegen habe ich in diesem Beitrag sechs große Hilfestellung ganz genau beschrieben, die jedem Adwords-Konto auf die Sprünge helfen. Verlieren wir also keine Zeit und fangen direkt an.

1. Optimiere die Gebotsoptionen für Geräte

Ein großer Kostentreiber in Adwords ist regelmäßig die fehlende Optimierung der Gebote für mobile Geräte. Damit gemeint ist zum einen die Gebotsanpassung für Tablets, aber auch für Smartphones. Wer mal einen Blick in die entsprechende Übersicht wirft, wird regelmäßig erschrocken sein:

Wie viel Traffic bereits über Smartphones kommt (häufig schon mehr als 50%) und auch wie miserabel dieser Traffic konvertiert. Die Ursachen können natürlich vielfältig sein. Das Problem bleibt aber immer gleich: Es wird Geld verbrannt.

Daher meine Empfehlung:

  1. Eine eigene Kampagne für mobile Traffic
  2. Landingpages optimieren für Smartphones UND für Smartphone Intent
  3. Gebote anpassen (häufig senken) oder sogar auf -100% stellen

Zu finden ist entsprechende Übersicht unter „Einstellungen“ und dann im Tab „Geräte“. Wichtig ist es natürlich auch sich die Conversions anzeigen zu lassen.

(Bild: Carlo Siebert / Google)
(Bild: Carlo Siebert / Google)

2. Nutze die Gebotsoptionen für Tage und Uhrzeiten

Es gibt Tage, an denen wird gekauft und es gibt Tage an denen wird recherchiert. Ebenso gibt es gute und schlechte Uhrzeiten während des Tages. Eine Auswertung nach Tagen und Uhrzeiten ist also mehr als nur sehr interessant.

Wichtig ist allerdings, dass hier nicht kopflos optimiert wird. Je nach Geschäftsmodell und Kunden können augenscheinlich „unrentable“ Tage und Uhrzeiten dennoch sehr wichtig sein.

Folgendes Beispiel:

Ein Schlüsseldienst wird in der Regel nur einmal benötigt. Recherche am Wochenende und dann in der Woche beauftragen? Eher nicht. Tage und Uhrzeiten die nicht funktionieren können bei so einem Geschäftsmodell ohne größere Bedenken ausgeschlossen werden.

Was ist aber bei einem B2B-Unternehmen? Großaufträge werden nicht spontan vergeben. Das heißt in der Folge also, dass es also durchaus Tage geben kann, wo viel Recherche betrieben wird und somit keine Conversion zustande kommt.

Wieder anders ist es, wenn es feste Bürozeiten gibt und man hauptsächlich nur Telefonanrufe will. Wenn niemand im Büro ist, braucht man in diesem Fall keine Werbung schalten. Hat man aber ein Kontaktformular, dann wäre es fatal blind Zeiten auszuschließen.

Den Werbezeitenplaner kann man hier einsehen:

(Bild: Carlo Siebert / Google)
(Bild: Carlo Siebert / Google)

3. Analysiere den Suchanfragenbericht

Neben dem größten Fehler in Adwords überhaupt: Broad-Match als Keyword-Option zu nutzen, ist ein anderer Fehler langfristig ebenso fatal.

Keine negativen Keywords hinzuzufügen und auch keine Auswertung des Suchanfragenberichtes durchzuführen.

Diesen Bericht muss man aus zwei Gründen regelmäßig durchsuchen:

  • neue Keywords für neue Anzeigengruppen finden und
  • Keywords ausschließen, die nicht relevant sind.

Der größte Vorteil liegt darin, dass bei negativen Keywords die Anzahl der Impressions fallen, damit der CTR steigt und das wieder auf den Qualitätsfaktor positive Einwirkungen hat. Als Folge werden die CPC günstiger, der ROI höher und somit auch Adwords selbst profitabler.

Auf der anderen Seite kann man neue, funktionierende Keywords aus den Bericht nehmen und in eigene Anzeigegruppen überführen. Auch das erhöht die CTR und senkt langfristig wieder die CPC. Ein Adwords-Basic, der leider zu häufig übersehen wird.

Den Bericht findet man hier:

(Bild: Carlo Siebert / Google)
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4. Prüfe regelmäßig die Anzeigenerweiterungen

Regelmäßig fügt Google neue Anzeigeerweiterungen in Adwords hinzu. Doch leider werden diese nur sehr spät hinzugefügt. Die aktuellste Anzeigenerweiterung ist die Preiserweiterung. Sie lässt einzelne Produkte mit dem entsprechenden Preis in den Fokus rücken und somit die Anzeige noch größer erscheinen. Als Folge steigen die Klicks und damit auch die Klickrate. Das verbessert den Qualitätsfaktor und damit auch den Anzeigenrang – zu günstigeren Kosten je Klick. Wer wünscht sich das nicht? Höhere Position zu günstigeren Preisen.

Weitere Anzeigenerweiterungen, die in vielen Konten noch nicht vorhanden sind:

  1. Snippet-Erweiterungen
  2. SMS-Erweiterungen
  3. Erweiterungen mit Zusatzinformationen

Doch nicht nur diese Erweiterungen fehlen häufig. Zudem existieren zu oft alte Erweiterungen, die nicht getestet werden: Sitelinks, zum Beispiel.

Doch damit nicht genug. Leider werden diese nicht nur vergessen, sondern auch gerne für Aktionen genutzt „Große Sale Aktion bis April 2017“. Dann ist der April und die Aktion vorbei und der Sitelink läuft fleißig weiter und verwirrt Besucher.

Im schlimmsten Fall führt das dazu, dass die Besucher sich ärgern, da sie eine Aktion gesucht haben, die es nun nicht mehr gibt.

Zu finden sind die Anzeigenerweiterungen unter „Anzeigeerweiterungen“.

(Bild: Carlo Siebert / Google)
(Bild: Carlo Siebert / Google)

5. Nutze die Gebotsanpassungen für Anzeigenpositionen

Top Positionen oder doch lieber einfach nur auf der ersten Seite? Was ist wohl besser?

Häufig wird gedacht, dass es immer ganz wichtig ist in den Top 3 bzw. Top 4 mit seiner Anzeige zu erscheinen. Das ist wohl auch richtig, wenn eine gewisse Dringlichkeit vorhanden ist. Bestes Beispiel ist der Schlüsseldienst. Wenn aktuell die Milch überkocht und man sich beim Post holen ausgeschlossen hat, dann ist es sehr dringend. Das erste Ergebnis hat die besten Chancen den Zuschlag zu bekommen. Aber bei einem Shop?

Wie oft wird denn ausführlich recherchiert, welcher Shop wirklich passt? Preis, Lieferzeit, Service, sichere Bezahlmöglichkeiten?

Dazu reicht einfach ein Blick auf die Segmente und man sieht sofort, was für sein eigenes Adwords-Konto besser ist: Top-Positionen oder einfach nur auf der ersten Seite positionieren.

(Bild: Carlo Siebert / Google)
(Bild: Carlo Siebert / Google)

6. Attribution beachten

Attribution wird häufig nicht verstanden und daher ignoriert. Ein großer Fehler! Attribution ist sehr essentiell. Dazu ein verständliches Beispiel, warum das wichtig ist und wie Attribution funktioniert.

Vergleicht man Attribution mit Fußball fällt der Groschen relativ schnell. Beim Fußball ist es so, dass nur ein Spieler das Tor schießen kann. In der Regel ist das der Stürmer. Dieser schießt das Tor und ist der große Star des Spiels.

Doch wie kann der Stürmer überhaupt ein Tor schießen? Das liegt an seinem Team. Angefangen mit dem Verteidiger, der den Ball von der anderen Mannschaft abgenommen hat. Dann über verschiedene Pässe im Mittelfeld weiter Richtung Tor gebracht wird. Die Spieler im Mittelfeld haben dann alles so vorbereitet, dass der Stürmer „nur noch“ das Tor treffen muss.

Es gehört also eindeutig mehr dazu. Auch so ist es bei Adwords. Normalerweise ist nur Last Click eingestellt: Der letzte Klick vor der Conversion bekommt die Aufmerksamkeit. Alle anderen Kampagnen / Kanäle bekommen nichts, obwohl Sie vielleicht einen großen Einfluss hatten.

Daher sollte man seine Attribution mindestens auf positionsbasiert umstellen: Jeder Akteur bekommt etwas vom Kuchen ab. Der erste und letzte Klick etwas mehr.

Hier kann man es ändern:

(Bild: Carlo Siebert / Google)
(Bild: Carlo Siebert / Google)

Google Adwords: Die Tipps als Video zusammengefasst

Wer jetzt lieber das ganze Thema direkt als Video konsumieren möchte, kann sich im Folgenden dieses passende YouTube Video anschauen:

Über den Autor

Carlo Siebert ist seit neun Jahren im Online-Marketing unterwegs. Sein Schwerpunkt liegt auf bezahlte Werbung und dazu gehört Google Adwords, Facebook und immer mehr Amazon Ads. Daneben hält er in Firmen Workshops und Schulungen, um deren Online Marketing auf die nächste Stufe zu heben. Wer sich weiter für Online Marketing interessiert kann auf seinem YouTube-Kanal viele Tipps und Tricks finden.

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