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Überstunden besser erfassen und entlohnen

Quelle: istock.com/Cecilie_Arcurs

Unbezahlte Überstunden gehörten lange zum guten Ton, doch in den letzten Jahren änderte sich die Einstellung der Arbeitnehmer. Mit dem Urteil des EuGH zur Zeiterfassung werden sie von Arbeitgebern noch schwerer einzufordern sein. Wie lässt sich damit am besten umgehen?

Jüngere Generationen wollen weniger arbeiten

Am 14. Mai 2019 fällte der Gerichtshof der Europäischen Union ein Urteil, wonach die Arbeitgeber in der EU verpflichtet sind, ein System zur Messung der täglichen Arbeitszeit einzurichten. Hintergrund war die Klage einer spanischen Gewerkschaft, wonach viele Überstunden nicht ordnungsgemäß erfasst und damit auch nicht vergütet werden. Eine Tatsache, die natürlich nicht nur in Spanien gang und gäbe ist. Die Klage entspringt dem Zeitgeist: Lange Zeit gehörte es für Arbeitnehmer zum guten Ton, klaglos unbezahlte Überstunden zu leisten. Wer morgens als erster kam und abends als letzter ging, konnte etwas auf sich halten. Stille Profiteure waren natürlich die Arbeitgeber.

Doch mit dem Einzug der jüngeren Generationen, der Millennials und der Generation Z, änderte sich dies. Die Jüngeren legen weit mehr Wert auf eine gesunde Work-Life-Balance und leisten entsprechend weniger Überstunden: Waren es vor zehn Jahren im Schnitt noch 6,5 Überstunden pro Woche, sank die Zahl auf 3,7 bei den Männern und 2,2 bei den Frauen. Dazu sehen die Millennials weit weniger Sinn in ihrer Arbeit als die vorausgehenden Babyboomer und die Generation X.

Das EuGH-Urteil und seine Folgen für den Arbeitgeber

Obwohl das EuGH-Urteil erst noch von den einzelnen Mitgliedsstaaten umgesetzt werden muss, sind Arbeitgeber gut beraten, sich sehr zeitnah damit zu befassen. Moderne Zeiterfassungssysteme leisten schon jetzt gute Dienste, zum Beispiel Timemaster.de. Die klassische Stempelkarte wird überflüssig. Mitarbeiter melden sich mit modernsten RFID- oder NFC-Chips an, die zum Beispiel im Mitarbeiterausweis sind. Die Daten werden direkt in die Buchhaltung weitergeleitet. Dies ermöglicht nicht nur einen leichten Überblick über die Arbeitszeiten aller Mitarbeiter, sondern auch die einfache Berechnung der zu vergütenden Überstunden.

In Zeiten des Facharbeitermangels sind loyale Mitarbeiter unverzichtbar. Die faire korrekte Vergütung aller Überstunden (oder die Möglichkeit alternativ zusätzliche freie Tage zu bekommen) ist eine der wichtigsten Möglichkeiten, Mitarbeiter zu binden. Wer heute noch automatisch voraussetzt, dass Mitarbeiter abends freiwillig länger bleiben und unbezahlt arbeiten, nur um Eindruck zu machen, wird an der geänderten Mentalität der jüngeren Generationen scheitern. Angenehmer Nebeneffekt: Wird das Zeiterfassungssystem schon jetzt ohne Zeitdruck installiert, bleibt der Stress für alle Beteiligten aus, wenn das EuGH-Urteil in Deutschland Gesetz wird.

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