Energiesparen ist nicht nur eine Kostenfrage

Unternehmen haben einen deutlich höheren Stromverbrauch als Privathaushalte. Das Energiesparen ist somit wichtig, um die jährlichen Kosten nach unten zu regulieren. Dabei ist ein energieeffizientes Wirtschaften aber nicht allein eine Frage der Kosten und deren Einsparungen, sondern auch die Frage des Images. Energiesparen, das steht für Klimaschutz und zukunftsträchtiges Denken und kann sich somit deutlich auf die Außenwirkung des Betriebs auswirken. Aber wie können Unternehmen Energie einsparen und welche Möglichkeiten gibt es?

Energiesparen – welche Möglichkeiten bestehen?

Abbildung 1: Der Umstieg auf erneuerbare Energien ist ein erster wichtiger Schritt zu mehr Nachhaltigkeit, die auch das Image verbessern kann. Quell: @ American Power Public Association / Unsplash.com

Das Einsparen von Energie kann nicht auf einem einzelnen Wege geschehen. Es genügt nicht, Glühbirnen auszutauschen oder das Licht in der Büroküche auszuschalten, wenn der Raum verlassen wird. Im Unternehmen ist das Energiesparen ein Zusammenspiel diverser Faktoren, die alle für sich einen großen Anteil leisten. Die Optionen im Überblick:

  • Strom und Gas – der Anbieterwechsel bietet die Möglichkeit, echte Kosten einzusparen. Ein Vergleich der Anbieter auf Tarifcheck.de offenbart die Kostenstruktur und kann gleichfalls genutzt werden, um auf Öko-Anbieter umzusteigen.
  • Spezielle Verträge – produzierende Betriebe können mit Stromversorgern zudem spezielle Verträge aushandeln, die wiederum die Kostenstruktur senken.
  • Verbrauch regulieren – dieser Schritt ist unumgänglich, wenn ein Unternehmen effizient mit der Energie umgehen möchte. Es kann nicht allein an den Kosten geschraubt werden, der Umgang mit der Energie ist wichtig. Im ersten Schritt können Betriebe die Heizung sinnvoll steuern, beispielsweise über eine Nachtabschaltung. Gerade in Büroräumen werden Heizkörper immer wieder vergessen und feuern die ganze Nacht oder am Wochenende auf höchster Stufe. Auch die Umstellung auf neuere Geräte, die wiederum eine bessere Energiebilanz aufweisen, hilft bei der Einsparung.
  • Sensibilisieren – leider ist es unter Angestellten auch heute noch gängig, dass mit der Energie eines anderen verschwenderisch umgegangen wird. In diesem Fall ist es die Energie des Arbeitgebers. Warum sollte das Fenster nicht bei einer hochgestellten Heizung stundenlang offengelassen werden, warum sollte das Licht im Bad ausgeschaltet werden, wenn sich niemand darin aufhält? Was zu Hause ganz normal ist, wird am Arbeitsplatz gerne nicht beachtet. Arbeitgeber müssen die Belegschaft sensibilisieren und ihnen Anreize bieten, aktiv beim Einsparen von Energien mitzuwirken.
  • Nothilfe – funktioniert das gute Zureden nicht, können Unternehmen natürlich ernste Maßnahmen ergreifen. Bewegungsmelder im Bad oder der Küche steuern das Licht, die Heizung wird gezielt gedrosselt.

Natürlich ist die Erneuerung alter Geräte oder Produktionsanlagen ebenfalls sinnvoll. Je nach Betrieb sind in diesen Bereichen sogar Fördermittel erhältlich.

Verbraucher achten immer mehr auf Energieeffizienz

Viele Verbraucher sind heute sehr darauf bedacht, Produkte überwiegend von positiven Unternehmen zu erwerben. Diese Kaufweise beginnt bei der Produktion, bei der Kunden vermehrt darauf achten, wo und wie die Stücke hergestellt wurden. Andere Verbraucher lehnen Produkte von Firmen ab, wenn diese negativ bezüglich ihres Verhaltens, der Produktion oder auch des Umgangs mit Arbeitern auffielen. Als Unternehmen zu denken, dass negative Einflüsse nicht das Licht der Öffentlichkeit erreichen, ist fatal, denn irgendwann kommen Verfehlungen heraus. Das trifft auch auf Unternehmen in der Region des Verbrauchers zu. Da kann es schon genügen, dass die Schornsteine einer Produktion tiefdunklen Rauch ausstoßen. Auf der anderen Seite können Unternehmen wiederum mit einer nachhaltigen Arbeitsweise und einem verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen punkten:

  • Werbewirksam – warum die Haltbarkeit eines Shirts bewerben, wenn das unzählige Konkurrenten ebenfalls machen? Spätestens jetzt, wo es den »Grünen Knopf« gibt, werden weitere Verbraucher hinschauen. Ein Betrieb, der eben dieses Shirt nun bezüglich seiner Nachhaltigkeit bewirbt, hat schon einen Vorsprung. Ähnliches lässt sich auf fast jeden Bereich ausdehnen. Wer als Produktionsstätte in neue, energiesparende Maschinen investiert und dies offen preisgibt und vermarktet, steigt in der Gunst der Konsumenten.
  • Werbemöglichkeiten – ein nachhaltiger Betrieb kann völlig neue Werbewege nutzen. Warum nicht einmal in den sozialen Medien die sparsamen Produktionsanlagen vorstellen oder zeigen, wie unverbrauchte Reste weiterverarbeitet werden?

Ein reines Dienstleistungsunternehmen kann ebenso die Nachhaltigkeit für sich nutzen. Sei es, weil die Homepage mit »Ab jetzt mit Ökostrom« wirbt oder aber, weil die Mitarbeiter Jahrestickets für den öffentlichen Nahverkehr erhalten oder auf Wunsch ein Fahrrad zur Verfügung gestellt bekommen.

Staatliche Förderungen nutzen

Private Eigenheimbesitzer können längst Förderungen nutzen, wenn sie in erneuerbare Energien und neue Heizungsanlagen investieren. Doch Fördermittel stehen auch Unternehmen zu, wenn sie ihren Betrieb umrüsten:

  • Anlagen – mitunter gibt es Fördermöglichkeiten für Produktionsanlagen. Betriebe sollten sich hier genau informieren und gezielt nach Förderprogrammen fragen. Neue Produktionsanlagen helfen gleichzeitig beim Strom sparen und stoßen meist auch geringere Emissionen aus, wodurch ein Betrieb die CO2-Bilanz verbessert.
  • Stromerzeugung – wer als Unternehmer eine Solaranlage auf dem Dach platziert, der erhält dafür eine staatliche Förderung. Ähnliches gilt übrigens, wenn eine Windanlage auf dem Gelände installiert wird.
  • Umrüstung – auch in Unternehmensgebäuden können Fördermittel für die Installation neuer Heizungsanlagen genutzt werden.
  • Im Kleinen – mitunter geben Verkehrsbetriebe spezielle Rabatte für Unternehmen, die die Belegschaft mit Jahrestickets versorgen. Dies ist zwar kein echtes Förderprogramm, welches dem Betrieb hilft, doch dient dieses Vorgehen wieder dem eigenen Image und hilft Mitarbeitern beim Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel.

Unternehmer sollten sich einmal genauer mit den Möglichkeiten befassen und einen Energieberater beauftragen. Dieser gibt Aufschluss über die verschiedenen Optionen und erstellt ein Gutachten. Dieses Gutachten wird ohnehin bei einigen Förderprogrammen gefordert und wäre somit schon vorhanden. Übrigens ist es sinnvoll, nicht nur nach deutschen Fördermitteln zu schauen, sondern die EU mit ins Boot zu holen. Auch auf europäischer Ebene gibt es spezielle Programme, die sich lohnen können. Einige Bundesländer unterstützen Betriebe noch zusätzlich mit kommunalen Hilfen.

Fazit - Umweltschutz ist Imagepflege

Der Umweltschutz ist in aller Munde, obgleich in der Politik weiterhin über den Nutzen oder fehlenden Nutzen desselben diskutiert wird. Verbraucher haben oft schon ihre eigene Meinung und geben diese auch kund, indem sie gezielt umweltfreundliche Produkte kaufen und Unternehmen meiden, die negativ auffallen. Davon kann nun jeder Betrieb selbst einen Nutzen ziehen, denn wer ressourcenschonend und nachhaltig arbeitet, in erneuerbare Energien investiert und zugleich die eigenen Emissionen und den Verbrauch schmälert, der hat ein enormes Werbemittel zusätzlich zu den Einsparungen.

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