<< Themensammlung Gründung

02.01.08

Interview mit Andreas Böttcher, SensoCube

"Wir waren von Anfang an überzeugt, dass wir eine hervorragende Idee entwickelt haben"

förderland im Gespräch mit Andreas Böttcher, Mitgründer des Unternehmens SensoCube, über ein innovatives Sensorsystem, die Teilnahme an einem Businessplan-Wettbewerb und die größte Hürde für ein Start-up.

Martina und Andreas Böttcher bei der Preisverleihung des BPW Sachsen-Anhalt. Bild: Böttcher.

förderland: Herr Böttcher, zunächst einmal Gratulation zu Ihrem dritten Platz beim Businessplanwettbewerb Sachsen-Anhalt. Würden Sie sich und Ihr Projekt bitte kurz vorstellen?

Andreas Böttcher: Unser Team besteht aus Dipl.-Ing. Martina Böttcher, Dipl.-Kaufmann Ulff Sander und mir selbst. Uns verbindet das Engagement gemeinsam unser Projekt durchzuführen und erfolgreich am Markt zu etablieren. Unser Produkt, das System Optofon, ist ein zur Zeit einmaliges, innovatives Sensorsystem, das wir zusammen mit dem Fraunhofer Institut Magdeburg entwickeln. Informationssicherheit und Strahlungsarmut stehen dabei im Vordergrund. Mit dem OptoFon ist es möglich, Menschen in einem Raum oder Gebäude für Abrechnungs- und Notfallzwecke zu lokalisieren, ohne das Funksignale wie GPRS und RFID eingesetzt werden müssen. Auch bei einem Totalausfall sämtlicher elektronischer Systeme, kann das System noch 24 Stunden lang Personen orten.

Im ersten Schritt ist der Einsatz in Alten- und Pflegeheimen geplant. Hierdurch wird die Pflegedokumentation, die jeder Pflegeheimbetreiber genauestens führen muss, wesentlich erleichtert, was den Zeitaufwand des Pflegepersonals für administrative Dinge verringert und letztendlich Kosten einspart.

förderland: Haben Sie das Preisgeld in Höhe von 2.500 Euro schon verplant?

Böttcher: Das Preisgeld ist noch nicht verplant, wahrscheinlich werden wir in neue Hardware investieren.

förderland: Was hat Sie dazu bewogen, an einem Wettbewerb teilzunehmen?

Böttcher: Wir waren von Anfang an überzeugt, dass wir eine hervorragende Idee entwickelt haben. Der Wettbewerb war sozusagen der Test, ob andere Unternehmer und Investoren dies ebenso sehen. Und natürlich sind wir mit dem Ziel angetreten unter den Gewinnern zu sein. Wir haben somit unser Ziel erreicht!

förderland: Wie zeitaufwendig war die Teilnahme am Wettbewerb? Bleibt da nicht vieles andere auf der Strecke?

Böttcher: Um von einer hervorragenden Idee zu einem marktreifen Produkt zu gelangen, ist ein Businessplan hilfreich, um in der Aufbauphase des Unternehmens die tatsächliche Entwicklung mit der geplanten Entwicklung zu vergleichen, damit die Ziele nicht aus den Augen verloren werden. Insofern war die Zeit des Wettbewerbes eine sehr konstruktive Zeit und absolut notwendig.

förderland: Von der ersten Idee bis zur tatsächlichen Gründung - was sind Ihrer Erfahrung nach die größten Hürden auf dem Weg von der Geschäftsidee bis zum marktreifen Produkt?

Böttcher: Die allergrößte Hürde für jedes Start-up-Unternehmen ist nach der Erstellung eines Businessplanes die Finanzierung. Bei der Erstellung des Businessplanes hat uns der BPW mit dem eingesetzten Coach nachhaltig unterstützt. Ohne einen finanzstarken Partner für die erfolgreiche und vor allem kurzfristige Umsetzung der Idee ist eine erfolgreiche Realisierung gefährdet. Wie wir während des Businessplanwettbewerbs festgestellt haben, an Ideen mangelt es in unserem Land nicht.

förderland: Eine gute Idee allein macht noch kein erfolgreiches Unternehmen. Woher nehmen Sie das Startkapital? In welchen Dimensionen bewegen wir uns denn?

Böttcher: Richtig, wichtig ist das Team! Ein gutes Team, das sich in seinen Fähigkeiten ergänzt, kann große Erfolge erzielen. Das dazu notwendige Startkapital wird von voraussichtlich zwei Investoren getragen. Natürlich ist dies noch nicht alles, aber wir können weitere Investoren gewinnen, wenn wir unser Geschäftsmodell erfolgreich demonstrieren.

förderland: Haben sich bereits potentielle Kunden bei Ihnen gemeldet? Oder ist Ihr Produkt bereits im Einsatz?

Böttcher: Potentielle Kunden sind bereits vorhanden, im Einsatz ist unser OptoFon aber noch nicht.

förderland: Wie groß ist die Angst, dass Ihr Produkt kopiert wird?

Böttcher: Ein gutes Produkt wird früher oder später immer kopiert. Wir werden unseren Zeitvorsprung dazu nutzen, einen entsprechend großen Marktanteil zu erreichen und das Produkt weiterzuentwickeln.

förderland: Welche Meilensteine wollen Sie als nächstes erreichen?

Böttcher: Das nächste Ziel ist die Erlangung der Marktreife des OptoFon sowie der Abschluß der Finanzierung.

förderland: Vielen Dank für das Gespräch.

© 2007 förderland

Das könnte Sie auch interessieren

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer