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15.10.09Kommentieren

Interview mit Andrea Rosenberger, Grundig Business Systems

"Was gut bei Mitarbeitern ankommt, ist das "Prinzip der offenen Türen"

Einbindung und Partizipation an Geschäftsprozessen – das sind die Stichworte, die Andrea Rosenberger, Personalleiterin bei Grundig Business Systems, schwerpunktmäßig im Interview aufgreift. Sie berichtet davon, wie eine gute Informationspolitik, sowohl die Identifizierung mit dem Unternehmen, wie auch das Nachvollziehen von Geschäftsprozessen beim Mitarbeiter fördern kann.

Andrea Rosenberger, Personalleiterin Grundig Business SystemsAndrea Rosenberger, Personalleiterin Grundig Business Systems

förderland: Was macht Ihrer Meinung nach einen guten Arbeitgeber aus?

Andrea Rosenberger: Ein guter Arbeitgeber setzt auf gut ausgebildete Mitarbeiter und unterstützt deren Aus- und Weiterbildung. Er ermöglicht ihnen auch berufliche Perspektiven, um sie zu motivieren, sich für ihr Unternehmen einzusetzen. Er fördert das Zusammengehörigkeitsgefühl untereinander, beispielsweise durch gemeinsame Aktivitäten, und somit die Unternehmenskultur. Teil der Unternehmenskultur sollte eine gute interne Kommunikation sein. Es ist wichtig, seine eigenen Angestellten rechtzeitig über Neuerungen bzw. Veränderungen im Unternehmen zu informieren. Erfahren Sie über entscheidende Entwicklungen erst durch die Medien, kann das das Vertrauen in die Unternehmensleitung erschüttern.

Natürlich ist der Arbeitgeber auch dafür verantwortlich, die Unternehmensziele festzulegen. Diese müssen den Angestellten gegenüber kommuniziert werden, sodass sie dementsprechend handeln können. Damit Entscheidungen möglichst flexibel getroffen werden können, sollten die Entscheidungswege kurz sein und nicht nur Mitarbeiter auf oberster Ebene in Entscheidungsprozesse eingebunden sein.

Werden alle diese Aspekte beachtet, so bildet der Arbeitgeber einen guten Grundstein dafür, dass sich die Angestellten mit seinem Unternehmen identifizieren.

Was tun Sie, um Ihre Mitarbeiter zu motivieren oder bei ihnen gar Begeisterung für die Arbeit zu wecken?

Rosenberger: Wir legen viel Wert auf eine offene Kommunikationspolitik und informieren daher unsere Mitarbeiter regelmäßig über wichtige Neuerungen. In der Produktion beispielsweise treffen sich die dort Beschäftigten regelmäßig am sogenannten Whiteboard, einer Tafel für Anliegen und Neuigkeiten, an der sich die Arbeitnehmer mit ihren Vorgesetzten austauschen können. Für unsere offene Kommunikation, aber auch wegen vieler weiterer positiven Eigenschaften wie die gute Zusammenarbeit der Mitarbeiter, das Ermuntern zu unternehmerischem Handeln oder eine ergebnisorientierte Führung wurden wir 2009 zu einem der 100 besten deutschen Arbeitgeber im Mittelstand ernannt.

Unsere Mitarbeiter binden wir frühzeitig in die neuesten Entwicklungen im Unternehmen mit ein. Um den Teamgeist und den Zusammenhalt zu fördern, führen wir gemeinsame Veranstaltungen wie Betriebsfeiern durch und unterstützen das teamübergreifende Arbeiten bei uns im Unternehmen. Mitarbeiteranliegen nehmen wir immer gern auf, das heißt, wir prüfen Verbesserungsvorschläge und überlegen, wie wir sie umsetzen können. Darüber hinaus sorgen wir auch für die persönliche und berufliche Weiterentwicklung unserer Mitarbeiter und fördern sportliche Aktivitäten.

Was sind typische Fehler, die bei der Mitarbeiterführung gemacht werden?

Rosenberger: Einer der typischsten Fehler ist sicherlich das Zurückhalten von Informationen. Immer wieder kommt es auch in Unternehmen vor, dass den Angestellten Aufgaben oder Projekte übertragen werden, die sie überfordern, da sie z. B. nicht über die notwendige Erfahrung oder die Ausbildung verfügen. Zudem werden Mitarbeiter schnell unzufrieden, wenn ihre Arbeit nicht ausreichend honoriert wird. Ein Lob, wenn die Arbeit vorbildlich erledigt wird, kann sie motivieren, sich noch mehr für ihr Unternehmen einzusetzen.

Wie können Jungunternehmer eine gute Kommunikation möglichst frühzeitig in die Unternehmensphilosophie aufnehmen?

Rosenberger: Was gut bei Mitarbeitern ankommt, ist das "Prinzip der offenen Türen". Es ist wichtig, seinen Angestellten das Gefühl zu geben, dass sie sich jederzeit an ihre Vorgesetzten wenden können, wenn sie Rat benötigen oder wenn es Probleme gibt. Regelmäßige Informationsveranstaltungen sollten ebenso ein fester Bestandteil der Kommunikationspolitik sein wie ein „Schwarzes Brett“, das die Mitarbeiter mit allen aktuellen und wichtigen Informationen versorgt.

Welche drei Tipps würden Sie jungen Gründern und Unternehmern für ihre Mitarbeiterführung mit auf den Weg geben?

Rosenberger: Sie sollten eine offene und ehrliche Kommunikationspolitik führen, ihre Mitarbeiter regelmäßig und rechtzeitig über Veränderungen im Unternehmen informieren sowie Anreize schaffen, um ihre Mitarbeiter zufriedenzustellen. So werden die Mitarbeiterbindung und die Identifikation der Mitarbeiter mit ihrem Unternehmen gefördert.

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