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07.03.08Kommentieren

Damit der Strom nicht ausgeht

Venture Capital für erneuerbare Energien

Die Zukunft liegt in den erneuerbaren Energien - der Strom verteuert sich und es müssen alternative Möglichkeiten für die Gewinnung geschaffen werden. Das hat die P 21 GmbH aus München schon vor Jahren erkannt. Das Unternehmen entwickelt wasserstoffbetriebene Brennstoffzellen für die Notstromversorgung von Mobilfunkbasisstationen. Für den Geschäftsausbau gewann das 2001 gegründete Unternehmen Venture Capital in Höhe von 22 Millionen Euro von renommierten VC-Gesellschaften.

"Wir haben schnell erkannt, dass diese Idee eine gewaltige Zukunft hat ", erklärt Waldemar Jantz, Partner von Target Partners. Als P 21 auf Kapitalsuche bei Venture Capital Investoren ging, stieg Target Partners zusammen mit der britischen VC-Gesellschaft Conduit Ventures Limited und TechFund Capital aus Paris ein. In Zeiten steigender Strompreise suchen Netzbetreiber nach zuverlässigen und günstigen Lösungen. Das Segment der unterbrechungsfreien Stromversorgung, in dem bisher ausschließlich Batterie- und Generatorenlösungen eingesetzt wurden, ist ein aussichtsreicher Markt. Weltweit gibt es rund 1,8 Millionen Basisstationen für Mobilfunknetze, "die bis 2011 auf mehr als 3,2 Millionen Sendestationen steigen werden", sagt Dieter Brächtken, Geschäftsführer von P 21, und unterstreicht damit das Potenzial in diesem Bereich.

VC-Geber stellen neben Kapital viel Know-how

Das Münchener Unternehmen wurde im Jahr 2001 gegründet – es war ein Management Buy-out von Vodafone. 2002 erhielt P 21 eine erste Seedfinanzierung von zwei Privat-Investoren. "Wir benötigten damals die Mittel, um unseren Prototypen zur Serienreife zu entwickeln", so Brächtken. Als klar war, dass sich erste Erfolge einstellen werden, benötigte man für den Markteintritt weiteres Kapital und Target Partners stieg ein. Brächtken: "Bei der Suche nach Venture Capital-Gebern haben wir bewusst auf branchenerfahrene Spezialisten geachtet, weil sie nicht nur Kapital bereitstellen, sondern auch mit ihrem Marktwissen und ihren Netzwerken beratend zur Seite stehen." So fiel die Wahl auch auf den Investor Conduit Venture Limited, der auf Investments im Bereich Brennstoffzellen- bzw. Wasserstofftechnologie spezialisiert ist. Zudem suchte man die große unternehmerische Erfahrung der Kapitalgeber. "Wir wollten Geld, Know-how, einen regen Gedankenaustausch und Leute, die unternehmerisch denken. Das alles war bei Target Partners der Fall", spezifiziert Brächtken die Wahl für das Münchener VC-Unternehmen.

Businessplan exakt geprüft - es hat sich gelohnt

Bei den Investoren fiel die Entscheidung, dem Unternehmen Kapital bereitzustellen und sich daran zu beteiligen aber nicht sofort. "Wir haben uns das Geschäftsmodell sehr genau angeschaut und dahingehend geprüft, ob Potenzial zur Markt- bzw. Technologieführerschaft besteht", erläutert Waldemar Jantz. Target Partners prüfte den Businessplan und nahm dabei die Kosten- und Ertragsplanung und vieles mehr unter die Lupe. "Über gut sechs Monate haben wir uns immer wieder mit dem Management getroffen, um über die Unternehmenspositionierung, Markt und Wettbewerb sowie die neue Technologie zu diskutieren", so Jantz. Hilfreich sei dabei auch die Expertenmeinung von Conduit Ventures gewesen, die den Brennstoffzellenmarkt besonders gut kennen.

Für beide Seiten hat sich das Investment gelohnt. P 21 konnte das Produkt mit der finanziellen Unterstützung der Venture Capital-Geber erfolgreich am Markt etablieren. Im Jahr 2007 wurden alleine 350.000 neue Sendestationen im Mobilfunkbereich eingerichtet. Der Markt wächst, weil neue Technologien wie UMTS Einzug gehalten haben, die eine große Zahl von Mobilfunkstationen erfordern und auch weil Dritte-Welt Länder wie Indien und China ihre Mobilfunknetze stark ausbauen. P21 hat bereits wichtige Produkttests bei einer großen Anzahl von Mobilfunkunternehmen bestanden und wird im Jahr 2008 anfangen, erste Netze auszurüsten. Vor allem in Südafrika, Südamerika, dem Nahen und Mittleren Osten und Asien, verfolgt das Unternehmen Pläne, neue Partner zu gewinnen, welche in den einzelnen Ländern  die wasserstoffbetriebenen Brennstoffzellensysteme vermarkten. Im vergangenen Jahr hat P21 dafür neues Venture Capital erhalten - das unterstreicht das Vertrauen der Investoren in das Unternehmen. 

Mit der erfolgreichen Etablierung der Technologie weltweit hat sich auch der Unternehmenswert von P21 während der vergangenen drei Finanzierungsrunden erhöht. Bisher wurden in das Unternehmen insgesamt 22 Millionen Euro investiert. Während Geldgeber und Management bereits stolz auf die Vergangenheit schauen, haben sie auch die weitere Zukunft gemeinsam im Blick. "Wichtig ist, dass wir kooperativ zusammenarbeiten. Im Team ist die Chance erfolgreich zu sein, deutlich höher", sagt Jantz. Das bestätigt auch Dieter Brächtken: "Wir haben über unsere Venture Capital-Partner in vielen Fällen einen ganz unproblematischen Zugang zu Kunden und Geschäftspartnern erhalten. Und wir haben mit ihnen Spezialisten, die mit uns die Geschäftsentwicklung kritisch diskutieren. Das sind wesentliche Vorteile, mit denen wir ganz konkret Unternehmen und Geschäft ausbauen können. Andere nennen das Risikokapital. Bei uns heißt das Wettbewerbsvorteil."

Ein Beitrag von Prof. Dr. Perry Reisewitz

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