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09.04.14

Ratgeber

Unverzichtbar zur Gründung – das nötige fachliche Know-how

Sie möchten sich selbstständig machen und eine Idee für Ihr Unternehmen haben Sie auch bereits im Kopf. Bevor aber die ersten Schritte in Richtung Existenzgründung unternommen werden, sollten Sie kritisch prüfen, ob Ihre fachliche Qualifikationen dazu ausreicht.

Bild: © Gina Sanders - Fotolia.com

Wer sich der Illusion hingibt, einen Mangel an fachlicher Kompetenz schon irgendwie ausgleichen – oder einfach überspielen – zu können, wird schnell unsanft auf den Boden der Tatsachen zurück geholt. Im schlimmsten Fall drohen nicht nur Komplikationen, sondern das Scheitern Ihres gesamten Gründungsvorhabens. Folgende Fragen sollten Sie sich im Vorfeld der Existenzgründung stellen.

Erfüllen ich die gesetzlichen Voraussetzungen?

Einige selbstständige Tätigkeiten können nicht einfach ausgeübt werden, sondern müssen im Vorfeld amtlich genehmigt werden. Ein Beispiel: für viele Gründungen im Handwerk ist es Voraussetzung, dass Sie einen entsprechenden Meisterbrief vorweisen können. Ist dies nicht der Fall, sind Sie schon rein rechtlich nicht befähigt, Ihr Gründungsvorhaben in die Tat umzusetzen. Folglich sollten Sie sich zeitig bei den jeweiligen Kammern, Verbänden oder Innungen informieren, welche Qualifikationen Sie mitbringen müssen.

Reicht meine fachliche Eignung aus?

Auch dort, wo von Gesetzes wegen keine bestimmte fachliche Ausbildung für eine Gründung vorgeschrieben wird, ist es ratsam, sich zu fragen, ob der Stand Ihrer Ausbildung für eine selbstständige Tätigkeit in Ihrer Branche genügt. Sind Sie durch Berufsausbildung und/oder Studium perfekt gerüstet oder könnten sich eventuell Fortbildungsmaßnahmen lohnen? Umfassendes Sachverständnis mindert nicht nur das Risiko, mit einer Unternehmensgründung zu scheitern, sondern schafft auch Glaubwürdigkeit, wenn es z.B. darum geht Investoren von Ihrem Projekt zu überzeugen.

Verfüge ich über die nötige Berufserfahrung?

Zwischen Theorie und Praxis klafft nicht selten eine große Lücke. Bei der praktischen Ausübung einer erlernten Tätigkeit, wird man mit Problemen konfrontiert, die aus der theoretischen Betrachtung nicht immer direkt ersichtlich sind. Im besten Fall haben Sie daher schon einige Jahre in dem Sektor gearbeitet, in dem Sie sich selbstständig machen möchten. Übung macht den Meister – denn wer die Praxis kennt, macht weniger Anfängerfehler und kann im Hinblick auf so manche bekannte Schwierigkeit oft besser vorausschauend planen.

Sind meine Branchenkenntnisse umfangreich genug?

Wer sich mit einem eigenen Unternehmen selbstständig macht, muss einschätzen können, wie sich das entsprechende Marktsegment entwickelt. Wie hoch ist die Nachfrage? Und mit wie viel Konkurrenz vor Ort werden Sie im Wettstreit liegen? Je akkurater Sie eine Markt- und Mitbewerberanalyse vornehmen, desto realistischer können Sie den künftigen Erfolg Ihres Unternehmens abschätzen. Besonders in der Gründungsphase kann es sich lohnen, zu diesem Thema Beratungsangebote in Anspruch zu nehmen. Für das tägliche Geschäft sind in der Folge aber vor allem persönliche Branchenkenntnisse ausschlaggebend.

Wie solide sind meine kaufmännischen Kenntnisse?

Neben der fachlichen Kompetenz, benötigen Gründer vor allem eins: solides kaufmännisches Know-how. Denn egal auf welchem Sektor Sie sich selbstständig machen, um BWL-Kenntnisse kommen Sie nicht herum. Buchführung, Kostenrechnung oder Preisgestaltung gehören zum Alltag jedes Unternehmens. Wer davon wenig Ahnung hat, sollte sich um Weiterbildungsmaßnahmen bemühen oder Mitgründer ins Team holen, die diesen Mangel ausgleichen können.

Um herauszufinden, ob Sie sich als Unternehmer eignen, spielt nicht ausschließlich Ihre fachliche Qualifikation eine Rolle. Eine Existenzgründung ist ein Fulltime-Job, der Ihnen auch persönlich einiges abverlangt. Ob Sie zum sogenannten Unternehmer-Typus zählen, erfahren Sie hier.

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