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07.02.12Kommentieren

Kolumne von Werner Arndt, WACKSTUM GmbH

Soziale Geschäftsideen - große Chancen für Gründerinnen?

Der Wandel in unserer Gesellschaft ist in vollem Gange. Es entstehen neue Kommunikations- und Sozial-Strukturen - und damit Chancen für soziale Geschäftsideen. Werner Arndt, Geschäftsführer der WACKSTUM GmbH, erklärt in seiner aktuellen Kolumne, warum dieser Wachstumsmarkt besonders für Gründerinnen interessant ist.

Werner Arndt, Geschäftsführer der WACKSTUM GmbHWerner Arndt, Geschäftsführer der WACKSTUM GmbH

In Bereichen, in denen der Staat Leistungen aufgrund von demografischen Entwicklungen oder regionalen, föderalen oder internationalen Veränderungen nicht oder nicht mehr erbringen kann, entsteht immer mehr Platz für Initiativen, Vereine, Selbständige und Unternehmen, die sich um notwendige Bedarfe in der Gesellschaft kümmern und entsprechende Leistungen anbieten. Ein großer wachsender Markt ist der, der die direkte Betreuung von Menschen nachfragt.

Hier werden Themen angesprochen und fokussiert, die z.B. Chancengleichheit und Integration betreffen und hierfür Aus- und Weiterbildung, oder Betreuung erfordern. Die Nachfrage nach dienstleistenden Kompetenz-Personen oder entsprechenden Dienstleistungsunternehmen besteht schon länger, bewegt sich aber oftmals im steuerlichen Schattenbereich.

Gerade in diesen Feldern des sozialen Umgangs werden Frauen die besten Kompetenzen zugesprochen. Der Bedarf und die Nachfrage sind schon jetzt sehr hoch. Wir erleben viele mit einer pädagogischen, sportlich-gymnastischen oder pflegerischen Ausbildung, die ihre Kompetenz im freiberuflichen Markt anbieten oder sich in größeren Einheiten, eben kleine Dienstleistungsunternehmen, zusammenfinden.

Der Aufbau von kleinen Dienstleistungsunternehmen wird zuerst in den Ballungszentren gestartet. Allerdings sind die Probleme in der Fläche sehr viel größer. Einerseits besteht hier eine größere Dankbarkeit bei den Nachfragern und Nutzern von Leistungen rund um den Menschen, wie Kinder und Jugendliche oder auch um Ältere und im Tagesablauf eingeschränkte Menschen. Auf der anderen Seite gibt es dort ein geografisches und ein wirtschaftliches Problem. Die Kaufkraft in diesen Bereichen ist geringer und die Möglichkeiten, die Bezahlung direkt von den Nutzern der Leistungen zu erhalten, sind oftmals äußerst chancenlos. Der Ruf nach dem Staat ist dort die Basis.

Viele Frauen sind bereit, ihre Dienstleistungen in diesen Märkten anzubieten, sind aber nicht bereit – im Gegensatz zu Männern – größere finanzielle Risiken einzugehen. Gerade auch in den nordöstlichen Bundesländern gibt es viel Initiative und mutige Frauen, die Leistungen rund um Bildung, Gesundheit und Betreuung anbieten wollen, allerdings noch immer mehr in Kleinsteinheiten – noch nicht in eigenen noch zu gründenden Dienstleistungsunternehmen.

Für diese Geschäftsideen des Sozialen Unternehmertums entsteht nun in Deutschland langsam ein neues Finanzierungsinstrument: Neben den zwei bis drei Banken und zwei Venture Capital Fonds, sowie einigen Stiftungen und Business Angels entwickelt sich nun auch der Markt zur Finanzierung von Social Entrepreneurship Geschäftsideen durch Mikrokredite.

Um sich in diesem Bereich sicher umzuschauen, bedarf es aber zu allererst der fundierten Information und Beratung. Die neuen SE-Netzwerke, einige Stiftungen und Ideenwettbewerbe können da die Erstberatungen übernehmen. Auch einige Kommunen und Städte bieten bereits gute Hilfestellungen an, um Zuschüsse oder Fördermittel zu erlangen. Nicht zuletzt ist auch der Markt für die Hilfe und Unterstützung suchenden Familien oder Angehörige bereit, gute und vertrauensvolle Leistungen direkt oder in Ergänzung zu Pflegeversicherungen und anderer Quellen zu bezahlen. Viele schon jetzt im Markt befindliche SE-Geschäftsideen haben auch Dienstleistungs- und Kooperationsverträge mit Unternehmen zur Grundlage, die es ermöglichen, dass gut ausgebildete und gut bezahlte Mitarbeiter für einen großen Teil des Tages mit den Betreuungsproblemen daheim entlastet sind und effektiver wirken können.

Social Entrepreneurship ist der Wachstumsmarkt – erst recht und ganz besonders für Frauen.

Über den Autor
Werner Arndt (Dipl.-Ing., Dipl.-Wirtsch.-Ing.), geb. 1950 in Berlin, ist seit 2010 Geschäftsführer der WACKSTUM GmbH, der Wagnis Kapital Managementgesellschaft mbH und seit 2011 zusätzlich Vorstand des gemeinnützigen Vereins LEUCHTTURM e.V. Er war von 1998 bis 2010 Geschäftsführer der Münchener Business Plan Wettbewerb GmbH bzw. MBPW GmbH. Davor war er über 30 Jahre in der High-Tech-Industrie tätig.

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