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08.03.12Kommentieren

Gründeralltag

Selbst machen vs. Outsourcing

Sie tun's trotz Über- und Unterqualifizierung tagtäglich mehrere Stunden und können es nicht lassen: Gründer wollen alles selbst erledigen und verpassen so die Gelegenheit, sich auf das Wichtige zu konzentrieren.

Dieses Beispiel eines süddeutschen Start-ups hält vielen Gründern den Spiegel vor: Die drei Gründer trafen auf einem Barcamp einen Grafik-Designer und unterhielten sich mit ihm über ihre Präsentationen, ihre Kommunikationsmittel und ihre tägliche Arbeit an Ihrem Start-up. Es stellte sich heraus, dass sie bereits eine Woche (bis spät in die Nacht) an einer Powerpoint-Präsentation bastelten, mit der sie vor Investoren punkten wollten. Die Wirtschaftsingenieure lernten dabei die Feinheiten des Programms mit allen Untermenüs und Exportproblemen kennen, waren sich aber über die genauen Inhalte immer noch nicht einig. Zudem stellten sie bei einem Versuch fest, dass sie für die Vorstellung aller Folien zwanzig Minuten überziehen mussten. Der Designer fragte die Gründer, warum sie nicht jemanden dafür bezahlen, der ihnen eine Präsentation macht. Er rechnete ihnen vor, dass er dieselbe Arbeit in wesentlich besserer Qualität in einem Tag hätte umsetzen können, doch die Gründer hatten einige (für sie selbst) stichhaltige Argumente parat, warum sie das nicht taten:

  • die unüberschaubaren Kosten

  • ein Fremder kann die Belange des Start-ups nicht verstehen

  • es ist kompliziert zu erklären

  • sie wollten sich die Inhalte erst bei der Arbeit erarbeiten

Schauen wir uns die Argumente doch einmal an und identifizieren zugleich die Probleme, die das Start-up plagt:

Kosten

Eine einfache Gegenrechnung der Kosten zeigt, dass es hier eine große Diskrepanz zwischen subjektiver Wahrnehmung und objektiven Fakten gibt. Der Designer kostet das Start-up 480 Euro am Tag – eine stolze Summe für eine einfache Präsentation, die doch jeder selbst erstellen kann. Das ist der erste Gedanke. Doch zwei Gründer, einer davon promoviert arbeiten etwa zweimal 8 Stunden am Tag, fünf Tage am Stück an der Präsentation. 80 Stunden Arbeit für ein recht mittelmäßiges und noch unfertiges Ergebnis. Im Vergleich zur Arbeit des Grafik-Designers also zu einem Stundenlohn von 6 Euro. Eine Zeit, die man wesentlich besser investieren könnte, nämlich unter dem nächsten Punkt:

Worum geht’s

Wenn ein Fremder das Konzept des Start-ups nicht schnell erfassen kann, dann ist etwas falsch gelaufen. Das Start-up sollte herausarbeiten, wo die Kernvorteile liegen und sich eine Strategie überlegen, wie diese auf den Punkt ohne Umwege kommuniziert werden könnten. So dass sie ein Investor genauso gut versteht wie ein Zulieferer oder ein Kunde.

Komplexität

Auch wenn ein Konzept komplex ist, so gibt es Fachleute, die darin geschult sind, komplexe Dinge einfach verständlich zu machen: Werbefachleute, Designer, Texter, …
Wenn man als Gründer nicht dazu in der Lage ist, die Dienstleistung einfach zu erklären, sollte man sich nicht zieren, einen Dienstleister damit zu beauftragen. Ein wertvoller Blick von außen ersetzt oft schmerzliche Erfahrungen oder teuere Beratertermine.

Inhalte nicht fertig

Wenn die Inhalte nicht fertig sind, dann kann man freilich auch keinen Dienstleister beauftragen. Doch sollte man sich als Gründer die Frage gefallen lassen, ob man dann mit einer Investorenpräsentation nicht den zweiten Schritt vor dem ersten tun möchte. Die wichtigsten Fakten und Aussagen zum eigenen Start-up zusammenzutragen, ist eine der ersten Management-Pflichten des Gründers.

Hürden

Viele Gründer stellen sich innere Hürden beim Thema Outsourcing auf, die sie nur schwer überwinden können. Zum einen ist es das Thema Geldausgeben. Wer diese Hürde nehmen möchte, sollte klein anfangen: Einfach mal kleinere Aufgaben an einen Studenten auslagern, einfache Marketing-Jobs wie: Texte schreiben, Diagramme erstellen, Grafiken basteln, Daten aktualisieren, recherchieren, …
Wenn man sieht, wie einfach es ist, Verantwortung abzugeben und Geld in die Hand zu nehmen, um Aufgaben auszulagern, dann fällt einem der nächste Schritt zum Beauftragen professioneller Kräfte um einiges einfacher.
Zudem lernt man durch die Delegierung von Aufgaben, was es heißt, ein Unternehmen zu führen. Das ist nämlich der nächste Schritt nach dem, ein Unternehmen zu basteln. Aufgaben zu formulieren, deren Ausführung zu überwachen, ein Netzwerk an Fachkräften aufzubauen – all diese Dinge sind für das Erlernen von Unternehmer-Skills unabkömmlich.

Wer sich tiefer in das Thema Outsourcing übers Web mit Diensten wie odesk informieren möchte, dem empfehlen einen Blick in unsere Wissensabteilung. Ein weiterer Tipp: Bauen Sie sich ein Netzwerk an Fachleuten auf, auf die Sie im Notfall zurückgreifen können. Fragen Sie hierzu Kollegen und Freunde, ob sie qualifiziertes Personal kennen: Programmierer, Designer, Werber, Vertriebler, SEO-Fachleute, Marketing-Experten, PR-Leute, … Wann Sie darauf zurückgreifen, bleibt Ihnen überlassen.

Zum Schluss - Lassen Sie andere Gründer von Ihren Erfahrungen profitieren: Welche überflüssigen Arbeiten bürden Sie sich zur Zeit noch auf? Welche Arbeiten sind sie losgeworden und wie?

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