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19.03.15

Cross Media

Reines Online funktioniert nicht

Die strikte Trennung von Online-Handel und stationären Läden funktioniert nicht mehr. Dieser Ansatz war ohnehin von anfang an falsch. On- und Offline sind keine Gegenspieler, die sich gegenseitig ausschließen, ganz im Gegenteil: Richtig eingesetzt ergeben sie die richtige Strategie für Handel und Marketing. Einige Beispiele zeigen, wie das funktionieren kann.

Die Online-Modehändlerin Kate Spade benutzt geschlossene Läden in New York, um in den Schaufenstern ihr Angebot der Laufkundschaft zu präsentieren. Kaufen kann man ihre Mode aber ausschließlich online. Kade Spade nutzt die Vorteile des Einzelhandels für das Online-Geschäft. Umgekehrt digitalisieren immer mehr etablierte Händler ihre Läden und setzen vermehrt auf den Online-Handel.

Der nächste Schritt bei der Verschmelzung ist schon in Planung: Same-Day-Delivery. Der Online-Handel will seine Kunden nicht mehr warten lassen, Produkte sollen bereits am selben Tag beim Kunden eintreffen. Das klingt aktuell noch nach Zukunftsmusik, aber alle großen Logistiker arbeiten unter Hochdruck an verschiedensten Lösungsansätzen. Einer der ersten ist Online-Riese Amazon mit seinem Lebensmitteldienst Fresh.

Im Bereich Content Marketing feiert das Kundenmagazin seit einigen Jahren eine kleine Renaissance. Zum einen, weil die Druckkosten stark gesunken sind dank Anbietern wie xposeprint. Sie bieten das Magazindrucken zu Preisen und in Auflagen an, die selbst für kleinere Unternehmen interessant sind. Zum anderen werden Magazine heute weniger zur Bewerbung von Produkten als vielmehr zur Kundenbindung genutzt. Storytelling ist in diesem Bereich wichtiger denn je. Kundenmagazine wie das des Fahrrad-Versandhändlers Rose bieten primär Lifestyle-Themen und Sportberichte und werben nur sekundär für Produkte. Gerade mit Magazinen können Unternehmen ihren Kunden ein Erlebnis bieten, das digital nicht übermittelt werden kann. Auch hier ist die Denkweise falsch, E-Magazine würden gedruckte Magazine ersetzen.

Online kann durch Schnäppchen, Komfort, logistische Leistung und Support zum Kauferlebnis werden. Demgegenüber sind die Möglichkeiten des stationären Handels grenzenlos, werden allerdings kaum genutzt. In London gibt es beispielsweise eine Audi-Filiale, die nicht wie ein Autohaus, sondern wie eine Boutique aufgezogen ist. Lounges, Entspannungszonen, eine Bar: Die Kunden sollen sich wohlfühlen. In Deutschland bieten immer mehr kleinere Möbelhäuser und Designgeschäfte ein schnuckliges Café gleich mit. Kunden sitzen dann gemütlich bei einer Tasse Kaffee auf kaufbarem Inventar.

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