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24.06.13Kommentieren

Kolumne von Dr. Carsten Rudolph, evobis

Können Start-ups auch ihren Business Angels helfen?

Wer sich um eine Business Angel-Finanzierung bemüht, will sich helfen lassen – nicht nur mit Kapital sondern auch durch praktische Unterstützung, vor allem durch Erfahrung, Expertise und Kontakte. Dabei sollten Gründer aber nicht vergessen, dass sie selbst maßgeblich dazu beitragen können und müssen, genau die Unterstützung zu bekommen, die sie brauchen. Zunächst wenn es darum geht, Business Angels von einem Investment zu überzeugen, und dann wenn die konkrete Zusammenarbeit gestaltet wird.

Dr. Carsten Rudolph, evobis

Finanzierungspartner für Business Angels

Business Angels sind zwar per definitionem vermögend genug, um in junge Unternehmen zu investieren, aber nicht immer können oder wollen sie die gesamte Summe für eine Finanzierungsrunde allein aufbringen. Höhere sechsstellige Summen, die ambitionierte Start-ups heute in der der Regel schon in relativ frühen Phasen brauchen, hat nicht jeder interessierte Business Angel parat, zumal er ja meistens in mehrere Unternehmen investieren möchte. Dann bieten sich Syndizierungen von mehreren Privatinvestoren an. Ideal, wenn Business Angels bereits weitere interessierte Investoren kennen. In der Regel müssen aber die Start-ups selbst aktiv bleiben, wobei eine erste Zusage natürlich Türen öffnet. Unbedingt kennen sollten Gründer die Finanzierungs- und Förderprogramme, mit denen sich Business Angel-Investments „hebeln“ lassen.

Beteiligungsprogramme, bei denen öffentliche Kapitalgeber als Co-Investoren für private Investoren auftreten, gibt es auf Bundes- und Länderebene, z.B. von KfW und Bayern Kapital. Noch nicht ganz so bekannt und etabliert sind Zuschüsse für Business Angels. Beim European Angels Fund (EAF) kann sich nur der Business Angels selbst bewerben. Bei dem im Mai gestarteten Investitionszuschuss Wagniskapital sind zunächst die Start-ups selbst aufgefordert, einen Antrag beim Bundes-Wirtschaftsministerium zu stellen, dann ist der Business Angel an der Reihe.

Tipps für Business Angels

Nicht umsonst gelten Business Angel-Finanzierungen als „informeller Beteiligungsmarkt“. Für die Konditionen gibt es keine verbindlichen oder gar gesetzlichen Regelungen, höchstens einige Branchen-Standards zur Orientierung. Haben Business Angels noch keine oder nur wenige Investments getätigt treten sicher viele Fragen und Unsicherheiten vor dem Vertrags-Abschluss auf. Auch bei der Due Diligence, der Prüfung des Unternehmens durch den zukünftigen Investor, sind unerfahrene Business Angels für objektive Tipps und Ratschläge dankbar. Wenn die Investoren selbst noch nicht ausreichend vernetzt sind, können Start-ups sie mit Business Angel-Netzwerken in Kontakt bringen. Aber auch andere Start-ups und deren Investoren, die ihre Beteiligungsverhandlungen schon gut hinter sich gebracht haben, können hilfreiche Tipps und Orientierung geben. Für die konkreten Vertragsabschlüsse sollte außerdem ein im Start-up Bereich erfahrener Anwalt hinzugezogen werden, am besten auf beiden Seiten. Gut vernetzte Start-ups kommen relativ schnell an Empfehlungen und Tipps, wiederum von Gründer-Initiativen und anderen Start-ups.

Teamwork mit Business Angels

Ist die Kapitalausstattung gesichert und sind alle Formalitäten geklärt, sollte es mit vereinten Kräften an den Aufbau und das Wachstum des Unternehmens gehen. Wie die Unterstützung von Business Angels dabei im Unternehmensalltag aussieht, müssen Gründer und Investoren selbst aushandeln und ausprobieren. Klar ist, dass die Start-ups auch „in der Holschuld“ sind. Selbstverständlich sollte es sein, dass Gründer ihre Business Angels bei plötzlich auftretendem Beratungs-Bedarf, bei unmittelbaren Problemen und dringenden Fragen, jederzeit „ad hoc“ anrufen können. Aber um die Unterstützung des Business Angels wirklich optimal zu nutzen,  ist „Regelmäßigkeit“ eine gute Grundlage: bei Reportings, Feedback und am besten auch persönlichen Treffen. Nur wenn der Business Angel immer auf dem – ehrlich kommunizierten – aktuellen Stand ist, kann er wirklich helfen.

Fazit: Business Angels sind zwar in vielerlei Hinsicht erfahrener und besser aufgestellt als die Start-ups, denen sie ihr Kapital und ihre Hilfe anbieten – aber natürlich sind sie weder allwissend noch allmächtig. Letztendlich ist es also für alle Beteiligten von Vorteil, wenn Gründer ein bisschen für ihre Investoren „mitdenken“ und sich vor allem pro-aktiv Unterstützung von ihnen holen.


Über den Autor

Dr. Carsten Rudolph ist Geschäftsführer von evobis, dem Ausrichter des Münchener Business Plan Wettbewerbs. Er sammelte Erfahrungen in Industrie, Unternehmensberatung und der nationalen/internationalen Start-up Szene, unter anderem selbst als Gründer.

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