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10.09.09Kommentieren

Interview mit Frank Widmayer, CAS-Software AG

"Geld ist kein langlebiger Motivationsfaktor"

Frank Widmayer, der als Vorstand für die Abteilungen Personal und Organisation der Firma CAS-Software AG zuständig ist, berichtet von seinen täglichen Erfahrungen in der Personalführung. Erfahrungen, die sich jeder Gründer verinnerlichen sollte, um sein Start-up auch zu einem langfristigen Erfolg führen zu können.

Frank Widmayer ist als Vorstand für die Abteilungen Personal und Organisation der Firma CAS-Software AG zuständig.Frank Widmayer ist als Vorstand für die Abteilungen Personal und Organisation der Firma CAS-Software AG zuständig.

förderland: Was macht Ihrer Meinung nach einen guten Arbeitgeber aus?

Frank Widmayer: Die Antwort ist einfach: Gute Mitarbeiter machen einen guten Arbeitgeber aus! Für beide Seiten sind Verlässlichkeit, Transparenz und flache Hierarchien wichtig. Die Zufriedenheit mit Tätigkeit, Gehalt, Kollegen und Vorgesetzten fallen dabei genauso ins Gewicht wie die Identifikation mit den Produkten des Unternehmens. Das bildet die Grundlage für eine Unternehmenskultur, die Raum für Wachstum bietet. Ein gut ausgewähltes und qualifiziertes Führungskräfteteam schafft die Rahmenbedingungen dafür und gibt die Richtung vor. Klar ist, dass dies nicht von heute auf morgen passiert, sondern vielmehr als nachhaltiger Prozess verstanden werden muss.

Was tun Sie, um Ihre Mitarbeiter zu motivieren oder bei ihnen gar Begeisterung für die Arbeit zu wecken?

Widmayer: Die höchste Leistungsmotivation entsteht dann, wenn Aufgaben und Ziele perfekt zu den Stärken und Talenten der Mitarbeiter passen. Hier darf keine Überforderung herrschen (Burn-Out), aber auch keine Unterforderung (Bore-Out). Wenn zusätzlich ein offenes, ehrliches und freundliches Klima herrscht, entsteht Begeisterung. Geld ist kein langlebiger Motivationsfaktor, sondern spornt nur über einen kurzen Zeitraum an. Das Gehalt muss so bemessen sein, dass Mitarbeiter nicht wegen des Gehalts kommen bzw. gehen oder auch wegen des Gehalts nicht kommen bzw. nicht gehen.

Was sind typische Fehler, die bei der Mitarbeiterführung gemacht werden?

Widmayer: Eine gute Personalauswahl zu treffen, benötigt Zeit. Daher kann ich Unternehmern raten, sich mit den Persönlichkeiten auseinanderzusetzen und eine klare Vision bei der Mitarbeiterführung zu vermitteln. Gerade bei Unternehmen, die noch keine ausgestaltete Führungskultur haben, wie beispielsweise Start-Ups, lohnt es sich, hier die nötige Zeit zu investieren.

Wie können Jungunternehmer eine gute Kommunikation möglichst frühzeitig in die Unternehmensphilosophie aufnehmen?

Widmayer: Kommunikation muss Spaß machen und funktionieren! Die Schaffung einer offenen Feedbackkultur ist sicherlich einer der Schlüssel zu einer erfolgreichen Beziehung zwischen Mitarbeitern und Führungskräften – das gilt übrigens auch für die Beziehung mit den Kunden. Es lohnt sich zum Beispiel, einfache aber effektive Standards für regelmäßige Mitarbeitergespräche einzuführen, die Form, Frequenz und Inhalt festlegen. Damit bekommt die Kommunikation Struktur, die Inhalte werden für alle Seiten transparent.

Welche drei Tipps würden Sie jungen Gründern und Unternehmern für ihre Mitarbeiterführung mit auf den Weg geben?

Widmayer: Erstens: Die richtigen Mitarbeiter finden. Zweitens: Sie im Team entsprechend ihrer Talente und Begabungen einsetzen. Und drittens: Die Mitarbeiter bei der täglichen Arbeit wirksam fördern und fordern. Ein allgemein gültiges Erfolgsrezept für Mitarbeiterführung bis ins kleinste Detail gibt es nicht. Frühzeitig ein Unternehmensleitbild zu entwerfen und daraus die richtigen Strategien für die Mitarbeiterführung abzuleiten – das ist die Herausforderung, die auf langfristige Mitarbeiterbindungen ausgerichtet ist.

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