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12.09.14

Bewerber gewinnen

Die richtigen Bewerber gewinnen ohne unendlich viel Zeit zu verlieren

Viele Unternehmen in Deutschland, egal ob jung oder alt, klein oder groß, erhalten entweder zu wenige Bewerbungen für ihre offenen Stellen, oder aber die Qualität der Bewerbungen entspricht nicht den Erwartungen. Es verlängert die Bewerbungsprozesse ungemein. Und das wiederum beglückt weder die Unternehmer noch die Bewerber.

In den Medien liest man überall von „Fachkräftemangel“ und „war for talent“. Vielleicht weil die wirtschaftliche Lage in Deutschland aktuell so vielversprechend ist. Man hört und spürt, dass einige Unternehmen spannende Projekte verschieben oder aber gar auf Eis legen müssen.

Aber wem erzähle ich das. Wenn Sie gerade ein Unternehmen gründen oder schon länger leiten, dann ist die Wahrscheinlichkeit gegeben, dass Sie dieses Problem kennen und Sie ernsthaft an dieser Situation etwas ändern möchten. Es könnte sein, dass Sie bereits versucht haben, Stellenanzeigen auf unterschiedlichen Stellenbörsen und Printmedien zu schalten, aber dieses nicht wirklich zu einem besserem Ergebnis geführt hat. Und die Schaltung der Anzeigen ist auch noch relativ teuer.  

Vielleicht sind Sie auch zu Veranstaltungen, wie Jobmessen, gegangen, um dort aktiv potenzielle Interessenten kennenzulernen, aber es hat keine wirklichen Früchte getragen.

Würden Sie gerne wissen, wie Sie mehr Bewerbungen von passenden Kandidaten bekommen? Ohne zusätzliches Geld in Stellenanzeigen zu investieren?

Nicht, dass Stellenanzeigen oder Jobmessen grundsätzlich verkehrt sind, nein im Gegenteil. Es geht darum, dass es andere Ansätze gibt, die häufig eher zum Ziel führen.

Was für Ansätze sind das? Es gibt zwei konkrete Maßnahmen, die jedes Unternehmen umsetzen kann. Und egal wer Teil Ihrer Zielgruppe ist, ob nun Vertriebler, Entwickler oder Rechtsanwälte.


1.    Wie Sie mit Ihrem Internetauftritt  besser bei Bewerbern punkten können

Ich habe mir in den letzten Monaten und Jahren aufgrund von meiner Tätigkeit viele Firmenauftritte im Internet anschauen dürfen. Und wissen Sie was? Die meisten von den Unternehmen könnten mit ein paar kleinen Veränderungen auf ihrer Homepage sicherlich mehr Bewerber für sich gewinnen. Hier ein paar Tipps wie Sie diese Fehler vermeiden können:

  • Stellen Sie Ihre Stellenanzeigen in einer eigenen Rubrik auf Ihrer Homepage ein. Alleine mit diesem Schritt haben Sie anderen Unternehmen einiges voraus. Ein weiterer Vorteil, die Anzeigen werden von Jobsuchmaschinen, wie etwa Kimeta, abgegriffen und erscheinen auf deren Internetseite. Sozusagen kostenlose Werbung für Ihr Unternehmen.
  • Vergewissern Sie sich, dass sich die für Sie passenden Bewerber angesprochen fühlen. Überprüfen Sie die Formulierungen der Texte. Binden Sie ggf. Ihre Mitarbeiter mit ein, die können vielleicht direkter sagen, ob sie eine derartige Ausschreibung ansprechend finden.
  • Erwähnen Sie immer einen Ansprechpartner. Somit kann der Bewerber sich an eine spezifische Person richten.
  • Machen Sie es sehr eindeutig, wie sich der Interessent bei Ihnen bewerben kann. Meine Empfehlung wäre eine konkrete Anleitung in fett vor oder unter der Stellenanzeige. Falls Sie einen Button à la „Jetzt Bewerben“ einsetzen für direkte Bewerbungen per E-Mail oder zum Ausfüllen eines Formulars auf Ihrer Homepage einsetzen möchten, setzen Sie den farblichen Button markant unter die Anzeige, sodass er nicht zu verfehlen ist.
  • Schauen Sie sich im Vergleich drei Internetseiten von Unternehmen an, die Ihnen zusagen. Was könnten Sie übernehmen? Was sollten könnte angepasst oder weglassen werden?

2.    Profitieren Sie vom persönlichen Netzwerk Ihrer Mitarbeiter

Keine andere Maßnahme ist zurzeit (und wahrscheinlich schon immer) so erfolgreich in der Akquise von neuen Mitarbeitern als das Netzwerk der eigenen Kollegen im Unternehmen. Manche Unternehmen setzen nur auf diese eine Methode zur Gewinnung von neuen Arbeitnehmern. Eine der größten Vorteile dieses Ansatzes ist es, dass Sie Leute anziehen, die eine ähnliche Motivation und Wertevorstellung wie Ihre aktuellen Mitarbeiter haben. Und wer wollte nicht schon immer mal seine „Lieblingsmitarbeiter“ klonen?

Es folgen ein paar Anregungen und Fragen, wie Sie ein solches Konzept in Ihrem Unternehmen aufsetzen und umsetzen können:

  • Zielsetzung: Was wollen Sie genau erreichen?
  • Zielgruppe: Welches Bewerberprofil suchen Sie zurzeit? Überlegen Sie sich, welche internen Mitarbeiter aktiv bei der Suche unterstützen könnten. Wer hat eine ähnliche Ausbildung gemacht und/oder Studium absolviert?
  • Klärung der Voraussetzungen: Überprüfen Sie, ob die Mitarbeiter motiviert wären mitzumachen. Vielleicht auch intensiviert durch einen Einsatz von einer Prämie? Wie kann gewährleistet werden, dass sie sich nicht verpflichtet fühlen, jemanden empfehlen zu müssen?
  • Vorgehensweise: Ist die relevante Stellenbeschreibung auf dem aktuellen Stand? Basierend auf Ihrer internen Unternehmens- und Kommunikationskultur, haben Sie vor die Mitarbeiter in Einzelgesprächen anzusprechen à la „Kennst Du jemanden mit dem Du gerne zusammengearbeitet hast?“ Legen Sie vorab fest, ob zum Beispiel jeder empfohlene Kandidat interviewt wird, das sollte Ihren Mitarbeitern die erste Hemmschwelle nehmen Bekannte/Freunde zu empfehlen. Erstellen Sie eine Anleitung für die Mitarbeiter und geben Sie Ihnen eine ausgedruckte Version in die Hand.
  • Prämie/Dankeschön: Überlegen Sie sich, wie die Prämie für die teilnehmenden Mitarbeiter aussehen könnte. Einen Sachpreis oder finanzielle Mittel? Darf es sich der Mitarbeiter selbst aussuchen? Zu welchem Zeitpunkt vergeben Sie es? In der Probezeit des empfohlenen Mitarbeiters oder erst anschließend?

Ich gebe zu diese zwei Aspekte können umfangreich werden, je nachdem an welchem Punkt Sie anfangen, aber gleichzeitig sind sie auch sehr vielversprechend. Es geht darum, dass Ihr Unternehmen die richtigen Bewerber gewinnt. Nicht einfach mehr Kandidaten. Und dieses können Sie durch beide Maßnahmen erreichen.


Fangen Sie schon heute damit an sie umzusetzen, machen Sie einen kleinen Schritt in diese Richtung. Schicken Sie zum Beispiel Ihren Kollegen eine Besprechungsanfrage, um die Arbeitgeberattraktivität Ihrer Homepage zu überprüfen.

Ein Beitrag von Jantje Bartels, Autorin von „Richtig durchstarten“, dem Recruiting-Leitfaden für Unternehmer.

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