<< Themensammlung Gründung

Aktuelle News für Gründer Selbstständige und Unternehmer

14.11.08Kommentieren

Florian Nöll, StartUp Lounge

"Deutschland ist ein gutes Gründerland"

Zur Person: Florian Nöll ist Unternehmer und Mitinitiator der StartUp Lounge. Er hat seit seiner Schulzeit bereits mehrere Unternehmen gegründet, beispielsweise bondea.de, das er mit Sascha Schubert ins Leben gerufen hat. Sein neuestes Projekt heißt spendino.de - ein Dienst, bei dem Spenden per SMS eingesammelt werden können. Jedes Handy kann damit zur Spendensammeldose werden.

Florian Nöll ist Unternehmer und Mitinitiator der StartUp LoungeFlorian Nöll ist Unternehmer und Mitinitiator der StartUp Lounge.

förderland: Herr Nöll, wie ist die Idee zur StartUp Lounge entstanden?

Florian Nöll: Die Idee zur StartUp Lounge ist  2003 entstanden, als ich -  gerade nach Berlin gezogen -  auf der Suche nach anspruchsvollen Entrepreneurship-Veranstaltungen war. Leider war das Angebot sehr überschaubar. 2004 habe ich dann Sascha Schubert kennengelernt, der das gleiche Interesse hatte. Dann haben wir schnell entschieden, die Veranstaltung einfach selbst zu organisieren.
 
förderland: Was wollen Sie mit der StartUp Lounge erreichen?

Nöll: Wichtigstes Ziel ist die Motivation und Inspiration der teilnehmenden Studenten und Absolventen und damit die Förderung von Gründungen aus dem Umfeld von Hochschulen. Zahlreiche Teilnehmer haben bereits selbst gegründet. Außerdem sind natürlich Wissenstransfer und Networking wichtig.

förderland: Die StartUp Lounge gibt es seit 2005. Was hat sich seitdem verändert?

Nöll: Natürlich haben wir die Marktentwicklung hautnah mitbekommen. 2007 hatte das Thema Gründung eine wesentlich höhere Priorität bei Studenten als noch 2005. Die StartUp Lounge selbst hat sich als feste Größe in der deutschen Gründerszene etabliert.

förderland: Wo und wann findet die StartUp Lounge statt? Was steht auf dem Programm? Wer ist eingeladen oder kann sich bewerben?

Nöll: Die StartUp Lounge findet am 27. November in Berlin statt und richtet sich an junge Gründer, gründungsinteressierte Studenten und Absolventen. Erfolgreiche Gründer und Unternehmer, darunter beispielsweise Skateboardpionier Titus Dittmann und Serial-Entrepreneur Alexander Straub, geben Einblicke in ihr Best Practise in Marketing, Finanzierung und IT. Daneben setzen zwei Panel inhaltliche Schwerpunkte zu den Themen "International Entrepreneurship" und  "Gründer aus Leidenschaft".

Für alle Start-ups auf der Suche nach Geldgebern findet in diesem Jahr erstmals das Investorenfrühstück mit namhaften Kapitalgebern statt. Die Bewerbung läuft noch bis zum 16. November über unsere Homepage.

förderland: Wie bewerten Sie generell die Gründerszene in Deutschland?

Nöll: Deutschland ist ein gutes Gründerland, die "Szene" ist gut vernetzt und profitiert von Gründern, die in der New Economy Erfahrungen gesammelt haben und ihr Wissen jetzt weitergeben. Gleichzeitig haben wir mittlerweile mehr als 70 Gründungs-Professuren an deutschen Hochschulen, das verbessert die Struktur nachhaltig. Das macht Hoffnung, dass mehr Studenten die eigene Gründung als berufliche Alternative verstehen, wovon jeder selbst, aber auch Deutschland insgesamt profitiert. Unternehmer haben aber weiterhin keinen hohen Stellenwert in Deutschland.

förderland: Was sind Ihrer Meinung nach die Gründungsthemen 2009?

Nöll: Mobile Services schaffen hoffentlich den Durchbruch. Darüber hinaus transaktionsbasierte Geschäftsmodelle und Angebote, gerade im B2B-Bereich, die einen klaren Nutzen bieten und die Arbeit erleichtern.

förderland: Aus aktuellem Anlass – wie wird sich die augenblickliche Finanzkrise auf die Gründer auswirken? Welchen Einfluss wird die Krise auf das Investitionsklima haben?

Nöll: Die Spreu trennt sich jetzt vom Weizen, gleich in mehrfacher Hinsicht. Rein werbefinanzierte Geschäftsmodelle haben es jetzt besonders schwer. Grundsätzlich hat sich das Investitionsklima schon verschlechtert. Einige Business Angels haben sich komplett zurückgezogen, institutionelle Investoren finanzieren noch, aber wesentlich selektiver und bilden Reserven, um vorhandene Investments im Zweifel stützen zu können.

Die Krise hat aber auch Vorteile: Es gibt weniger Konkurrenz; und Gründer, die aus Leidenschaft gründen, lassen sich von der Finanzkrise nicht beeindrucken und rücken wieder stärker in den Fokus. Nach der DotCom-Krise sind auch sehr erfolgreiche Unternehmen gegründet worden.

förderland: Vielen Dank für das Gespräch.

Kommentare

Diesen Beitrag kommentieren:

Die Kommentare können nur zwischen 9 und 16 Uhr
freigeschaltet werden. Wir bitten um Verständnis.

Um Spam zu vermeiden, schreiben Sie bitte die Buchstaben aus diesem Bild in das nebenstehende Formularfeld:

Das könnte Sie auch interessieren

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer