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03.11.10Kommentieren

Interview mit Katja Wiedmann, evenito

"Der Ansatz von Amiando oder auch Facebook Events ist ein völlig anderer als bei evenito"

Kürzlich haben wir hier auf förderland das Potsdamer Start-up evenito vorgestellt, das uns beim Managen privater Events unter die Arme greift. Jetzt spricht Gründerin Katja Wiedmann im Interview über Ihre Idee, die vermeintliche Konkurrenz und zukünftige Ziele.

Katrin Heuseler und Katja Wiedmann, die Gründerinnen der evenito GmbHKatrin Heuseler und Katja Wiedmann, die Gründerinnen der evenito GmbH

förderland: Hallo Frau Wiedmann, warum haben Sie Ihre Tätigkeit in der Luxus-Hotellerie aufgegeben, um den Schritt ins Unternehmertum zu wagen?

Katja Wiedmann: Für mich stand schon immer fest, irgendwann den Schritt in die Selbständigkeit zu gehen und unternehmerisch tätig zu werden. In einem eigenen Projekt aufzugehen, etwas neues zu schaffen und vor allem den eigenen Horizont dabei ständig zu erweitern – all das empfinde ich als äußerst bereichernd. Mit den Entwicklungen des Internets eröffneten sich dahingehend neue Möglichkeiten. In den vergangenen 10 Jahren Eventmanagement in der gehobenen Hotellerie konnte ich viele wertvolle Erfahrungen sammeln, die nun in die Entwicklung der evenito Services und den Unternehmensaufbau eingeflossen sind.

Was genau bietet Ihr frisch gegründetes Start-up evenito?

Wiedmann: evenito ist die Lösung, wenn es darum geht, Veranstaltungen unkompliziert und kostengünstig zu organisieren. Mit unserem Software-as-a-Service-Angebot stellen wir Funktionalitäten zur Verfügung, die den kompletten Planungsprozess begleiten. Dazu gehören die Einladungsgestaltung in unserem Designstudio, die Erstellung und das Verwalten der Gästeliste, das Kreieren einer eigenen Eventwebsite mit Geschenkeliste / Hochzeitstisch, Mitbringselliste und einer Pinnwand für den Austausch von Kommentaren, Fotos und Videos.

Wie ist die Idee entstanden?

Wiedmann: Die Idee war die logische Schlussfolgerung aus unserer bisherigen Tätigkeit, umgesetzt mit den Möglichkeiten, die das Internet heute technologisch bietet. Sie entstand vor ca. anderthalb Jahren. Unsere Erfahrungen aus der Arbeit im Eventmanagement haben gezeigt, mit wie viel Aufwand und Geld die Organisation sogenannter formeller Veranstaltungen wie z. B. Hochzeiten, Geburtstagen und Taufen verbunden ist. Im deutschsprachigen Web findet sich derzeit kein maßgeschneidertes Konzept, das all die Bedürfnisse der Veranstalter von 82 Millionen Geburtstagen, geschätzten 75 Millionen Partys und 400.000 Hochzeiten deckt und zudem aus einer Hand anbietet. Hier wollen wir Abhilfe schaffen.

Warum sollte man seine Veranstaltung mit der evenito-Software planen? Angesichts Alternativen wie beispielsweise Amiando oder auch Facebook Events …

Wiedmann: Der Ansatz von Amiando oder auch Facebook Events ist ein völlig anderer als bei evenito. Wir konzentrieren uns vordergründig auf private Nutzer und deren Veranstaltungen und gehen in unseren Angeboten weit über gängige Services hinaus. Dabei bieten wir eine ganzheitliche Lösung an, die alle planungsrelevanten Aspekte abdeckt und gleichzeitig einfach zu handhaben ist. Bisherige Marktteilnehmer bieten dahingehend nur Ausschnitte dessen, was ein privater Veranstalter benötigt oder ist fokussiert auf eine andere Zielgruppe.

Ein Beispiel für ein derartiges Differenzierungsmerkmal ist unser Design Studio. Mit diesem Tool lassen sich einfach und unkompliziert individuelle Einladungs- und Grußkarten erstellen. Zur Wahl stehen zahlreiche Vorlagen, die man mit eigenen Fotos, Cliparts und Texten ergänzen kann.

Insbesondere in Bezug auf Facebook und andere Social Networks sehen wir uns eher als integraler Bestandteil dieser Services, in dem wir uns über entsprechende Schnittstellen stark mit diesen vernetzen. So lassen sich beispielsweise die bei evenito geplanten Events bei Facebook veröffentlichen und vorhandene Kontakte einladen bzw. Adressdaten importieren.

Wie steht es um die Finanzierung? Haben Sie einen Investor an Bord – oder finanzieren Sie alles aus eigenen Mitteln?

Wiedmann: evenito ist komplett eigenfinanziert. Aber wir haben viele Ideen und Konzepte für Weiterentwicklungsmöglichkeiten quasi in der Schublade. Einige davon erfordern mit Sicherheit einen größeren Investitionsschub – zu gegebener Zeit werden wir entscheiden, wie eine Finanzierung aussehen kann.

Sie weisen auf Ihrer Website darauf hin, dass Sie sich ganz bewusst für den Standort Potsdam entschieden haben. Warum?

Wiedmann: Potsdam ist ein bedeutender Medien-Standort in Deutschland und bietet daher viel kreatives Potential für die Entwicklung neuer Ideen. Neben Oracle, dem VW Design Center, ebay, oder auch dem Hasso Plattner Institut sind viele namhafte und erfolgreiche Unternehmen an einem Ort konzentriert. Eine gute Basis für einen intensiven Austausch, Inspiration und die Förderung gemeinsamer Projekte. Durch die unmittelbare Nähe zu Berlin haben wir zudem eine direkte Anbindung an die Gründerszene der Hauptstadt, bekannte Investoren und eine große Eventbranche. Mit unserer Entscheidung für Potsdam möchten wir die Region weiterhin stärken und für junge, ambitionierte Fachkräfte attraktiv gestalten.

Kennen Sie weitere interessante Start-ups aus der Region?

Wiedmann: D-LABS, FACTON, antalogic, cloudControl und natürlich weiter unzählige in Berlin.

Welche Hürden mussten Sie bei der Gründung umschiffen?

Wiedmann: In erster Linie einige bürokratische, die Gründern leider nicht erspart bleiben. Zudem ist und bleibt es eine Herausforderung, gute Entwickler und Spezialisten im Online–Marketing zu finden. Durch gute Kontakte und einige Zeit der Vorbereitung hatten wir jedoch viel Glück und konnten wirklich gute Leute von unserer Idee und letztlich der Zusammenarbeit mit uns überzeugen.

Was sind die nächsten Schritte?

Wiedmann: Da wir das Ziel verfolgen, als zentrale Plattform für die Veranstaltungsorganisation zu fungieren, werden wir insbesondere den Shopping Bereich weiter ausbauen und eine Möglichkeit schaffen, um die im Design Studio selbst erstellten Karten drucken zu können.

Vielen Dank für das Interview!

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