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24.02.11

Eigeninitiative

Das Valley kommt nicht von alleine - 10 Schritte hin zu einer lebendigen lokalen Gründerszene

Das Lamentieren über ein Mangel an "Silicon Valley"-Gefühl in Deutschland sollte man langsam genug haben. Vielmehr ist es an den Gründern selbst, sich zu organisieren, um eine eigene lokale Start-up-Kultur aufkeimen zu lassen. Oft ist das schon geglückt und hier erfahren Sie, wie man es anpackt.

Auch wenn es sich oft eher anfühlt wie bei HP in der Start-up-Garage und nicht wie im sonnen- und kapitalverwöhnten Silicon Valley - eine lebendige Gründerszene mit Unterstützung einer öffentlichen Wirtschaftsinitiative bildet die Keimzelle einer nachhaltigen Start-up-Kultur. Deshalb wollen wir uns heute anschauen, was Sie tun können, um ökonomischer Eigeninitiative einen geeigneten Brutkasten zu bieten.

1. Eine Webcommunity aufbauen
Nutzen Sie die gratis Softwareversorgung aus dem Netz, um eine Community aufzubauen, in der jeder Teilnehmer schnell über Events, Treffen, Termine oder Ereignisse informiert wird. Das kann eine XING- oder Facebook-Gruppe sein, ein twitter-Kanal oder wie man es in Nürnberg umgesetzt hat mit einer mixxt-Seite.

2. Veranstaltungs-Konzepte nutzen
Oft muss man als Organisator nicht besonders phantasievoll sein, um passende Gründerveranstaltungen zu planen. Es gibt viele bewährte Konzepte, die richtig Schwung in Ihre Gegend bringen: Auf Start-up-Weekends gründen Unbekannte miteinander übers Wochenende Unternehmen. Auf Barcamps lauscht man spontanen Vorträgen. Auf Pecha Kuchas folgt man spannenden Kurzvorträgen, die nur 20 Sekunden Sprechzeit pro Folie einplanen. Web-Montage und Mobile Mondays sorgen für Schnittstellen zwischen Tech-Unternehmen und Web-Interessierten. Wer hier weiter sucht, wird noch einiges mehr finden: Business Frühstücke, XING-Treffen, …

3. Kontakt zu lokalen Unternehmen
Es gibt innovative Tech-Unternehmen bei Ihnen in der Gegend? Animieren sie sie Vorträge zu halten, Veranstaltungen zu sponsorn oder Ihre Räumlichkeiten für entsprechende Treffen zur Verfügung zu stellen! Diese Unternehmen suchen meist dringend nach gutem Personal und ein guter Kontakt zur Tech-Szene ist für sie meist Gold wert. Sind Sie gar selbst erfolgreicher Unternehmer, bemühen Sie sich um Kontakte zu Gründern.

4. Nutzen Sie lokale Produkte/Strukturen
Wenn Sie die Wahl haben und es sich leisten können, versuchen Sie Produkte und Dienstleistungen aus Ihrer Umgebung zu nutzen. Das baut Beziehungen auf und fördert den lokalen Markt. Weiterhin wird ein Bewusstsein für das lokale Wirtschafts-Biosphäre geweckt und irgendwann profitieren auch Sie davon! Gehen Sie auch Partnerschaften mit Start-ups aus Ihrer Umgebung ein, um von einander zu profitieren.

5. Kontakt zur regionalen Wirtschaftsförderung
In nahezu jeder Region gibt es eine Wirtschaftsförderung, die sich mit Fördermitteln, Wirtschaftskontakten, Gründerwissen und Behördengängen auskennt. Obendrein sponsorn diese Initiativen auch Events, geben Seminarangebote heraus und können für günstige Gebäudenutzung sorgen.

6. Wettbewerbe
Es gibt noch keinen Gründerwettbewerb bei Ihnen in der Ecke? - Dann wird's aber Zeit. Ideen, Gründungs- und Start-up-Wettbewerbe befeuern das Interesse am Gründen extrem. Zum einen ist es der finanzielle Anreiz, der für rege Teilnahme sorgt, zum anderen aber auch die Einsicht, dass hier Kontakte geknüpft, mit Investoren angebändelt und Erfahrungen gemacht werden können. Zum anderen wird das eigene Konzept auf einen Prüfstand gestellt und mental überarbeitet. Aus einer Idee wird ein Konzept.

7. Co-Workingspaces
In letzter Zeit schießen Sie wie Pilze aus dem Boden: Die Co-Workingspaces. Hier arbeiten Einzelgänger, aber auch Start-ups für wenig Geld unter einem Dach. Und das oft auch nur tageweise. Ideal - vor allem, wenn man Start-up-Projekte nur nebenbei angeht. Hier trifft man außerdem oft auf zusätzliche Kompetenz, Geschäftskontakte und wichtige Kritik.

8. Kontakt zu Investoren
In fast jeder Region existieren Business-Angel-Netzwerke - leider sind diese schwer aus der Reserve zu locken, dennoch sollte der Kontakt gesucht werden, um sie in Veranstaltungen und Pitches einzubinden.

9. Pop-up Stores
Dieses Konzept hat es in sich - in einem Ladenlokal, was gerade nicht vermietet ist oder der Stadt gehört, können Start-ups für wenig Geld oder gratis eine Zeit lang einmieten, um ihr Geschäftskonzept zu testen. Fragen Sie bei der verantwortlichen Stelle Ihrer Stadt nach - mit ein bisschen Glück und viel Überredungskunst kann man hier etwas bewirken.

10. Publicity
Erzählen Sie über Ihr Start-up und Ihre Szene. Lokale Medien interessieren sich oft sehr für außergewöhnliche Geschäftsideen und Veranstaltungen. Nutzen Sie andere Veranstaltungen, um auf Ihre Projekte und Events aufmerksam zu machen. Organisieren Sie Ausstellungen oder Vorträge, um die Menschen für Gründerthemen zu sensibilisieren.

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