Selbstständigkeit in der IT-Branche

Die IT-Branche

Die IT-Branche ist im steten Wandel begriffen und daher nur schwer dauerhaft zu strukturieren.

Wer dies versuchen will, muss sich mit möglichen Produktgruppen beschäftigen. Weiter ist die Branche geprägt von ihren Anbietern und Kunden. Bei der Entscheidung für die Selbstständigkeit in der IT-Branche müssen diese Merkmale berücksichtigt werden.

Praxis-Tipp: Gerade die immerwährenden Veränderungen in der IT-Branche stellen sowohl eine Chance als auch ein Risiko für Selbstständige in diesem Wirtschaftsbereich dar. Die Veränderungen lassen Bedarf an externer Hilfe in vielen Unternehmen entstehen. Gleichzeitig erhöhen sie den Weiterbildungsbedarf aller in diesem Bereich tätigen Menschen, also auch der Selbstständigen.

Unter dem Gesichtspunkt der Chancen eines Start-up im IT-Bereich verändern sich die Produkte, die auf dem IT-Markt nachgefragt werden und die sich für junge Unternehmen eignen, noch schneller als durch den technischen Wandel.

Ein typisches Beispiel dafür ist die Hardware, die sich im Laufe der Zeit stark verändert hat.

Konfiguration und Verkauf

Noch vor 20 Jahren, in der IT mehr als eine Ewigkeit, konnte sich ein talentierter Handwerker mit der Konfiguration und dem Verkauf von Hardwareteilen wie PC, Monitoren oder Druckern selbstständig machen. Viele Unternehmen wuchsen dabei auch schnell zu erfolgreichen Mittelständlern heran.

Standardisierung

Rascher Erfolg war auch notwendig, denn die Hardware wurde im Massengeschäft immer mehr standardisiert. Vor zehn Jahren waren Bau und Handel mit IT-Geräten fest in der Hand weniger großer internationaler Konzerne. Chancen für Unternehmensgründer gab es in der Netzwerktechnologie, wo neue Techniken in den Unternehmen Einzug hielten und verschiedene Systeme noch gegeneinander kämpften.

Individuelle Bauteile

Der Trend zur Standardisierung von Netzwerkteilen führte noch schneller zu übermächtigen großen Anbietern. Chancen für junge Unternehmen bieten sich dort nicht mehr. Nur wer eine tolle technische Idee hat und diese in ein IT-Bauteil umsetzen kann, hatte noch vor fünf Jahren durchaus die Chance, den Grundstein für ein Unternehmen zu legen. Ein Beispiel dafür sind die Bauteile, die für das Zusammenwachsen von Kommunikation und Informationsverarbeitung notwendig waren.

Standardschnittstellen

Heute bietet die nackte Hardware als Handelsobjekt und selbst als Produktionsaufgabe kaum noch erfolgversprechende Geschäftsideen. Die IT bietet heute so viele Standards und Schnittstellen, dass auch ausgefallene Aufgaben mit Standards erledigt werden können.

Praxis-Beispiel:

Computergesteuerte Flugobjekte, sogenannte Drohnen, sind die neuesten Hardwareanwendungen, die derzeit auf dem Markt sind. Doch tatsächlich bieten sich nur wenige Chancen, langfristig damit selbstständig zu sein. Die Bauteile sind vorhanden und werden bereits von erfahrenen Herstellern weiterentwickelt. Die Steuerung erfolgt über handelsübliche Tablet-PCs. Notwendig ist eine App, die von den Hardwareentwicklern geliefert wird. Für reine Hardware-Unternehmen ist hier kein Platz mehr vorhanden.

Hohe Eintrittsbarrieren

Die Hardware zeigt, wie sich ein Produkt auf dem IT-Markt vom erfolgversprechenden Grundstein für ein junges Unternehmen zu einem Geschäft mit hohen Eintrittsbarrieren wandeln kann.

Die Hardware als Produkt

Die IT-Hardware zeichnet sich vor allem aus durch einen hohen Grad an Standardisierung. Die dadurch erreichten großen Stückzahlen präferieren große Händler und Produktionsunternehmen. Die Markteintrittsbarrieren sind hoch, der Markt wird von Herstellern aus Fernost beherrscht, die Handelsstrukturen lassen kaum Platz für neue, vor allem kleine Unternehmen.

Personal Computer - Markenartikel und Noname

Der Markt wird beherrscht von wenigen Markenartiklern (DELL, HP, Apple). Im Bereich der Noname-PC werden große Mengen über etablierte Vertriebswege verkauft. Wer hier als Selbstständiger erfolgreich sein will, benötigt gute Verbindungen zu Herstellern und Händlern. Als Einzelhändler mit dem Verkauf von PC erfolgreich zu sein, setzt eine umfangreiche Kundschaft voraus. Die Margen sind sehr gering, individueller Aufwand ist nicht notwendig und wird von den Verbrauchern nicht bezahlt.

Server - Große Mengen, geringe Margen

Die Vertriebswege für Server sind etabliert, die Anbieter auch. Die Standardisierung macht Hardware austauschbar, was wiederum große Mengen und geringe Margen bedingt. Als Selbstständiger erfolgreich zu sein, kann nur unter den gleichen Bedingungen geschehen wie im PC-Bereich.

Netzwerktechnik - vergleichbare Technik

Auch die Bauteile der Netzwerktechnik sind wie PC und Server in großen Mengen und vergleichbar auf dem Markt. Die Chancen für kleine und neue Unternehmen sind daher überschaubar.

Praxis-Hinweis: Die Produktion von PC, Servern, Netzwerktechnik oder deren Bauteilen ist als Geschäftsidee für junge Unternehmen nicht tragfähig. Die hohen Investitionen und die vielen Innovationen können nur von finanzstarken, erfahrenen Unternehmen in wirtschaftlichen Erfolg umgesetzt werden.

Peripherie Massenprodukte

Grundsätzlich gelten die gleichen Aussagen wie für PCs, Server und Netzwerktechnik auch für die Peripherie. Monitore, Drucker, Mäuse, Lautsprecher usw. sind Massenprodukte mit entsprechenden Barrieren für kleine selbstständige Unternehmen. Doch hier bieten sich Nischen auch für Existenzgründer im IT-Bereich.

Nische für Spezialisten

Die Herstellung und der Verkauf für sehr spezielle Peripheriegeräte können Chancen für eine erfolgreiche Selbstständigkeit bieten. Verbunden ist dies immer auch mit einer Geschäftsidee, die spezielle Anwendungen mit der peripheren Hardware verbindet. Die Idee muss neu sein, der Kundenkreis ist meist begrenzt und für die Nischenanwendung offen.

Nicht erfolgversprechend

Der Bereich der IT-Hardware, vor einigen Jahren noch der Einstieg vieler Selbstständiger als Händler oder Konfektionär in den IT-Markt, ist derzeit wenig erfolgversprechend für junge Unternehmer. Das gilt selbst für Reparatur (lohnt meist nicht) oder Wartung (für private und kleine gewerbliche Nutzer zu teuer, für Großanwender zu wenig professionell) durch Einmann-Betriebe. Solche Überlegungen müssen gut fundiert und geprüft werden.

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