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Die IT Branche

Chancen der Selbstständigkeit mit Software Produkten

Auch der Softwaremarkt hat sich zu einem Mengenmarkt entwickelt. Selbst anspruchsvolle Anwendungen wie ERP werden heute zu Tausenden Kunden gebracht, ganz zu schweigen von den PC-Standardprogrammen. Die Chancen für eine eigene Selbstständigkeit im Softwarebereich sind gering, doch das ändert sich gerade wieder.

Standardprogramme in Anwendungen wie ERP, Office, CAD, Technik

Die Standardprogramme in Anwendungen wie ERP, Office, CAD, Technik usw. sind äußerst komplexe Gebilde. Die Ansprüche der Nutzer sind sehr hoch. Die Erstellung anspruchsvoller Programme ist sehr teuer. Sie müssen viele Funktionen enthalten, sicher sein und ständig gewartet werden. Diesen Aufwand kann wirtschaftlich kein junges und kleines Unternehmen erbringen.

Geringe Margen im Handel

Bleibt der Verkauf der Softwarepakete. Wie bereits bei der Hardware ist auch hier der Markt für Softwareverkäufe bereits besetzt. Wer allein vom Verkauf von Office-Produkten oder von Technikprogrammen leben will, muss große Mengen von Produkten umsetzen. Die Margen sind gering, die Forderungen der Kunden nach umfänglicher Betreuung hoch, vor allem im gewerblichen Bereich. Also auch hier kaum Erfolgsaussichten für neue Unternehmen.

Chancen für ambitionierte IT-Fachkräfte bietet die Implementation der Standardsoftware beim Anwender.

Professionelle Hilfe bieten: Selbst wenn z.B. das Wissen über Office-Programme weitverbreitet ist, so reicht es doch meist nur für die übliche Installation. Wer die Möglichkeiten besser ausnutzen will oder wenn es um komplexe Anwendungsprogramme wie CAD, ERP, Drucksoftware usw. geht, braucht professionelle Hilfe. Wer Erfahrung in der Implementation von SAP oder Microsoft Dynamics hat, kann vielen Anwendern helfen.

Dabei gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten, seine selbstständige Tätigkeit als IT-Implementeur zu gestalten. Die Kunden sind Anwender oder IT-Unternehmen:

  1. Der Kunde kann der Anwender selbst sein. Dann gibt es viele oft kurze Aufträge. Die Abhängigkeit ist nicht sehr hoch, da es viele Kunden gibt. Gleichzeitig muss viel Aufwand in die Kundengewinnung fließen.
  2. Der Kunde ist ein IT-Unternehmen, das den selbständigen IT-Fachmann oder IT-Fachfrau als externe Hilfe engagiert

Hier gibt es wenige Kunden mit längerfristigen Aufträgen. Die Kundenwerbung ist einfacher, da es wenige mögliche Kunden gibt. Die IT-Unternehmen gleichen damit Nachfrageschwankungen ihrer Kunden aus.

Praxis-Tipp: Eine Tätigkeit für IT-Unternehmen als externer Fachmann, wenn deren eigene Kapazitäten nicht mehr ausreichen, hat Vor- und Nachteile. Das Honorar ist niedriger als bei einer direkten Tätigkeit für den Anwender, die Gefahr ist hoch, bei sinkender Nachfrage keine weiteren Aufträge zu bekommen. Gleichzeitig bietet diese Beschäftigung die Möglichkeit, neue Kunden auf der Ebene der Anwender kennenzulernen und für sich zu gewinnen. Eine Mischung aus beiden Vorgehensweisen ist also möglich und sinnvoll.

Mehr Chancen im IT-Bereich mit individueller Software?

Technisch gesehen bietet Individualsoftware eine bessere Ausgangsbasis für eine selbstständige Tätigkeit im IT-Bereich als Standardsoftware.

Da die Programme individuell für den Anwender erstellt werden, spielen Mengenvorteile keine Rolle mehr. Ausschlaggebend ist nur die Fähigkeit, individuelle Programme in die Standardwelt des Anwenders einzufügen. Diese fachliche Voraussetzung erfüllen viele Beschäftigte in IT-Unternehmen.

In der Realität sind die Chancen für Individualprogrammierer in der IT-Branche jedoch ebenso rar

Denn der Einsatz von Individualsoftware ist kaum noch notwendig. Die Standards sind immer leistungsfähiger und decken fast alle üblichen Anforderungen der Anwender ab. Gleichzeitig sind Anwender bereit, sich den Standards anzupassen, um die hohen Kosten für die Individualprogrammierung zu sparen.

Auch hier hat der Selbstständige zwei Möglichkeiten, seine Leistung anzubieten. Er kann entweder direkt die Anwender bedienen oder als Dienstleister für ein Softwareunternehmen arbeiten. Vor- und Nachteile sind vergleichbar mit den Optionen für Standardsoftware.

Praxis-Tipp: Für die Individualprogrammierung sind hochspezialisierte Programmierer gefragt. Dieser hohe Grad an notwendigem Spezialwissen zur Softwareumgebung und zur Branche des Anwenders engt den Kreis möglicher Kunden weiter ein. Keine guten Ausgangspositionen für IT-Fachleute auf dem Weg in die Selbstständigkeit.

Kriterien der Software Schnittstellenprogrammierung

Schnittstellen werden im IT-Bereich immer wichtiger und häufiger genutzt. Gute Schnittstellen haben einen wesentlichen Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit von Prozessen.

IT-Mitarbeiter mit dem notwendigen Fachwissen könnten dieses auch in einer selbständigen Tätigkeit vermarkten. Dabei darf nicht vergessen werden, dass

  • die Programmierung von Schnittstellen einen großen Aufwand bedeutet, wenn sie korrekt und sinnvoll arbeiten sollen,
  • die Programmierung von Schnittstellen umfangreiches Fachwissen für beide verbundenen Systeme verlangt,
  • die Aufgaben immer sehr spezifisch sind.

Folgeaufträge gesichert!

Schnittstellenprogrammierung bietet vor allem in Verbindung mit individueller Programmierung durchaus Chancen für eine selbstständige Existenz im IT-Bereich. Die Programmierung muss immer wieder an die aktuellen Updates der Systeme angepasst werden. Das sichert auch Folgeaufträge für eigenverantwortlich arbeitende IT-Fachkräfte.

Eine besondere Software stellen Apps dar, Apps bieten alle Chancen

Eine besondere Software stellen Apps dar, die für mobile IT-Geräte wie Smartphones oder Tablet-Computer erstellt werden. Dabei gibt es eine Vielzahl von wirtschaftlich nicht nutzbaren Anwendungen (Spiele, Kommunikation, Auskünfte usw.), aber auch viele Lösungen, die in gewerbliche Abläufe integriert werden können (Zinsberechnung, Devisenkurse, digitale Nachrichten, Rechtsinformationen usw.).

Damit können auch selbstständig tätige Programmierer wieder kleine Aufgaben zur Umsetzung auswählen.

Die Komplexität ist begrenzt. Aufgaben und Bedingungen eingegrenzt. Die technischen Randbedingungen sind durch die Betriebssysteme der mobilen IT-Geräte vorgegeben und definiert. Wer für diese Bedingungen die richtigen Kenntnisse mitbringt, kann schnell anspruchsvolle Lösungen kreieren. Wer eine gute Idee mitbringt, kann auch schnell viele Tausend Kunden gewinnen.

Vertriebswege:  Der Vertrieb der Apps geschieht i.d.R. über eigene Shops der Hersteller der mobilen Geräte. Diese prüfen auch die Kompatibilität der Softwareangebote und stellen Regeln für die Nutzung auf. Für den Vertrieb über diese Plattformen gelten strenge Regeln, die nicht jedem gefallen. Auf der anderen Seite hat ein Programmierer hier die Möglichkeit, sich auf die Technik zu konzentrieren und die Verkaufsaufgabe Spezialisten zu überlassen.

Fazit: Damit bietet die moderne IT-Anwendung mit mobilen Geräten noch die besten Chancen, auch als neues Unternehmen, als Einzelkämpfer und Spezialist erfolgreich zu sein.

Kaufmännische, technische und Office-Anwendungen

Das Gesicht der Informationsverarbeitung, die Schnittstelle zum eigentlichen Nutzen der Technik, wird von den Anwendungen geprägt. Drei Gruppen unterschiedlicher Anwendungen können unterschieden werden:

  1. Kaufmännische und verwaltungstechnische Anwendungen führen zu wirtschaftlichen Erfolgen von IT-Anwendungen. Als Beispiel gelten ERP-Systeme, die sich um die Warenwirtschaft, um die Produktion und um viele andere kaufmännische Funktionen kümmern.
  2. Technische Programme lösen technische Aufgaben. CAD unterstützt z.B. die Entwicklungsarbeit in Konstruktionsabteilungen und vieles mehr. Im technischen Bereich gibt es viele Anwendungen, die stark spezialisierte, besondere Aufgaben lösen.
  3. Die letzte Gruppe von Anwendungen stellt für den Nutzer vielseitige Hilfen dar. Jeder kennt die Office-Programme, ohne die in deutschen Büros nichts mehr liefe. Auch hier gibt es eine wachsende Zahl von Angeboten, die für individuelle Probleme in Büros, Werkstätten oder Forschungseinrichtungen gedacht sind.

Eigenes Programmier Know-how für nicht wirtschaftlich

In jeder dieser Anwendungsgruppen gibt es unterschiedliche Chancen für IT-Fachleute, die eine selbstständige Existenz aufbauen wollen. Dabei geht es vor allem um den Verkauf von Spezialistenwissen an Nutzer, für die der Aufbau von eigenem Know-how nicht wirtschaftlich ist.

Die Situation analysieren: Eine Geschäftsidee ist es, in speziellen Gebieten das Wissen um Abläufe und mögliche IT-Lösungen gewinnbringend mit den Kunden zu teilen. Hier ist vor allem Branchenerfahrung notwendig. Wer schnell erkennt, wo die Schwächen in den jetzigen Abläufen liegen und welche IT-Anwendungen profitabel genutzt werden können, hat gute Chancen auch als Einzelkämpfer.

Praxis-Beispiel: Wenn ein Unternehmen aus der Nahrungsmittelindustrie ein ERP-System nutzt, das für die Automobilindustrie geschrieben wurden, kommt es zu erheblichen Problemen in der Produktionssteuerung und in der Sicherstellung branchenspezifischer Sicherheitsansprüche. Wer das erkennt und gleichzeitig ERP-Systeme mit Schwerpunkt auf der Nahrungsmittelindustrie beurteilen kann, der kann die individuellen Probleme vieler Unternehmen lösen. Für das einzelne Unternehmen ist es wenig sinnvoll, das dazu notwendige Know-how selbst aufzubauen.

Implementation - Einrichtung der ausgewählten Software

Die Implementation der ausgewählten Software bestimmt die spätere Nutzbarkeit für die Anwender. Auch hier gibt es Spezialwissen, das im Unternehmen nur selten benötigt wird.

 

Die Spezialisierung erfolgt oft auf ein bestimmtes Produkt, eine bestimmte Anwendung. Potenzielle Kunden für Selbstständige, die Implementierung anbieten, können wieder die anwendenden Unternehmen sein oder die IT-Unternehmen, die solche Anwendungen verkaufen.

Schulung der Software

Nur wer seine Anwendung richtig kennt, kann sie auch optimal nutzen. Das haben auch viele kleine und mittlere Unternehmen erkannt und schicken ihre Mitarbeiter in entsprechende Schulungsmaßnahmen.

Wenn sie jetzt noch erkennen, dass eine individuelle, auf die eigenen Probleme abgestimmte Schulung erfolgreicher ist als die Wissensvermittlung in den großen Schulungsfirmen, dann gibt es zusätzliche Chancen für junge und kleine Anbieter auf dem IT-Schulungsmarkt.

Unterschiedliche Chancen für Schulungsanbieter

Auch die Schulungsanbieter, die als Einzelkämpfer oder kleine Unternehmen in der IT-Branche unterwegs sind, haben mehrere Kundentypen. Sie können die Anwender direkt als Kunden werben oder sich als externe Ergänzung den großen Schulungsanbietern oder IT-Unternehmen anbieten.

Softwareanwendungen müssen gewartet werden

Je mehr Aufgaben auf die IT übertragen werden, desto wichtiger ist die Funktionsfähigkeit der Systeme, auch der Anwendungen selbst. In der Wartung von IT-Anwendungen gibt es unterschiedliche Produkte, die verkauft werden können:

 

Unterschiedliche Wartungsaufgaben

  • Durchführung von regelmäßigen Updates und Reorganisationen
  • Beseitigung von Systemfehlern
  • Beseitigung von Bedienungsfehlern
  • Optimierung der Anwendungseinstellung bei Veränderungen im Unternehmen

Praxis-Hinweis: Das Produktportfolio ist groß, das Kundenpotenzial auch. Leider gibt es gerade bei kleinen und mittleren Unternehmen als wichtige Kunden für Selbstständige in der IT noch nicht überall die Einsicht, dass für solche Leistungen auch angemessen bezahlt werden muss.

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