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Andere Länder, andere Sitten – Die richtige Geschäfts-Etikette im Ausland

Viele Firmen kooperieren  mit Partnern im Ausland oder besitzen Filialen und Außenstellen in anderen Ländern, so dass vielseitige Kommunikation und länderübergreifende Verhandlungen notwendig sind. Wer auf internationalem Parkett punkten will, zusätzliche Kunden einholen möchte oder Geschäftspartner zu beeindrucken versucht, sollte sich vorher gut über die Gegebenheiten informieren und sich nach der entsprechenden Etikette verhalten.

Ob Geschäftsessen, Smalltalk oder Geschenke, jedes Land hat seine eigenen Regeln, die sich bei falscher Anwendung negativ auf die Beziehungen auswirken können. Mit einigen Tipps und Ratschlägen kann die Auslandsreise jedoch gut gemeistert werden.

Allgemeine geschäftliche Umgangsformen – der gute Ton im Arbeitsalltag - der erste Eindruck – die Psychologie von Körpersprache, Kleidung und Sprache

Der erste Eindruck zählt. Dies gilt sowohl bei der persönlichen Sympathie, als auch bei dem Einschätzen des Gegenübers. Innerhalb weniger Millisekunden nimmt der Mensch seinen Gesprächspartner wahr und erkennt anhand der Körpersprache, Gestik und Mimik, was er von dieser Person zu halten hat.

Hilfreich ist es, den Händedruck zu pflegen, der fest sein sollte und mit selbstbewusstem Blickkontakt einhergeht. Das signalisiert Selbstbewusstsein und Respekt. Visuelle Reize zählen beim ersten Eindruck ebenfalls, weshalb eine angemessene Kleidung von entscheidender Bedeutung ist.

Je nach Geschäftsessen, Vorstellungsgespräch oder Freizeitveranstaltung sollte sich die Kleidung dem Gegenüber oder der Firma anpassen. Mundarten und Dialekte gelten eher als unprofessionell und eine klare Ausdrucksweise wird meist positiv beurteilt.

Hierarchien beachten – Grüßen, Anrede, Respektsformen

Wichtige Geschäftspartner und Kunden stehen ganz oben in der Hierarchieliste und sollten bei ersten Treffen nur die relevanten Personen vorgestellt bekommen. Dabei übertrumpft die Hierarchie die Geschlechterregelung und bei gleicher Hierarchie wird die Frau stets zuerst begrüßt. Wichtig ist es, den Namen bei der Begrüßung stets zu nennen und die höhergestellten Personen im Unternehmen entsprechend zu respektieren. Weitere Hinweise zu den Umgangsformen im Alltag gibt es auf dieser Seite.

Smalltalk und Pflege von  Netzwerken – Gesprächsthemen und Verhalten

In erster Linie sollte der Smalltalk im Unternehmen auf Unterhaltung und Gemeinsamkeiten bezogen sein und nicht auf geschäftliche Dinge. So verstärkt sich die Bindung untereinander und es entsteht ein angenehmes Arbeitsklima. Zu den Themen können das Wetter gehören, aber auch Filme, Musik oder Literatur sowie bestimmte gemeinsame Erlebnisse oder Ausbildungswege. Dabei sollten die positiven Aspekte betont und kritische Themen wie Geld, Religion oder Politik eher nicht angesprochen werden. Smalltalk sollte unverbindlich bleiben und trotzdem nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Dies ist zu erreichen, indem die Person offen auf ihren Gesprächspartner zugeht, zuhört und interessiert nachfragt.

Sitzordnungen bei Veranstaltungen und Geschäftsessen

Bei der Sitzordnung gilt ähnliches, wie bei der Begrüßung: Die Hierarchie bestimmt die Reihenfolge der Sitzplätze. Je näher die Person einen Platz zum Gastgeber besitzt, desto wichtiger ist diese. Der Standard sieht vor, dass der ranghöchste Gast links vom Gastgeber und die zweitwichtigste Person rechts vom Gastgeber sitzen. Darüber hinaus ist nach Alter zu sortieren und ausländische Gäste vor inländische zu setzen.

Internationale und nationale Geschäfts-Etikette, erwartete Softskills im Geschäftsalltag in Deutschland: Pünktlichkeit, Tischmanieren, höfliche Umgangsformen

Im Berufsalltag in Deutschland legen Unternehmen mittlerweile immer stärker Wert auf die Softskills ihrer Mitarbeiter. Softskills sind „weiche Fähigkeiten“ einer Person, die dadurch mit anderen Menschen, deren Benehmen und Art gut umgehen kann und im Unternehmen für eine angenehme Atmosphäre sorgt. Unter die Skills fallen zum Beispiel Flexibilität, Kommunikationsstärke oder Teamfähigkeit, neben den benötigten fachlichen Kompetenzen. Viele Firmen kritisieren, dass es Bewerbern in Deutschland neben der Berufserfahrung an Softskills fehle, zum Beispiel bei der Motivation oder dem Engagement für den Job. Pünktlichkeit ist darüber hinaus in Deutschland sehr gefragt sowie ein höfliches Miteinander.

Quelle: business-on.de
Kundengeschenke dürfen je nach Land nur bis zu einem bestimmten Preis abgesetzt werden; Wikimedia.commons.org © geschenkhamster.de (CC BY-SA 3.0)

Bei Geschäftsessen sind die Tischmanieren bedeutend, wie eine aufrechte Sitzhaltung und ein gepflegter Umgang mit Besteck, Serviette und Getränken. Wichtig ist es außerdem, als Gastgeber ein paar Worte an die Gäste zu richten und auf deren Wünsche einzugehen.

Kundengeschenke und Kundenbeziehungen: Die Bindung von Kunden als entscheidender Erfolgsfaktor

In Deutschland wird neben den höflichen Umgangsformen viel Wert auf Loyalität gelegt und so setzen die Firmen viel daran, ihre Kunden an sich zu binden. In diesem Artikel der Frankfurter Allgemeinen berichtet die Zeitung darüber, dass in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten die Kundenbindungsprogramme ansteigen, denn die Bestandskunden sind bereits akquiriert, so dass umfassende Werbekampagnen und Neukundengewinnung zurückgehen können. Dies setzt allerdings voraus, dass die Kaufkraft der Kunden bestehen bleibt oder sogar ansteigt. Eine Möglichkeit ist es, mit Präsenten und Kundengeschenken sowie Bonuskarten, Kundenkarten und Rabatten die Kunden beim Unternehmen zu halten. Dieser Beitrag über die Effektivität von Präsenten auf die Bestandskundenbindung erläutert, wie die positive Wahrnehmung gesteigert werden kann und wie wichtig Bestandskunden für einen langfristigen Erfolg sind.

Deutsche Führungsstile im Umbruch: Distanz gegenüber flachen Hierarchien

Immer häufiger wird Angestellten in deutschen Unternehmen das Du angeboten, da besonders viele Start-ups mit jüngeren Menschen besetzt sind, die eine flache Hierarchie bevorzugen. In einer Umfrage der „Initiative neue Qualität der Arbeit“ des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales sprechen sich drei Viertel der Führungskräfte für einen Paradigmenwechsel aus, da Deutschland ansonsten weit hinter seine Möglichkeiten bleibe. Unter guter Führung verstehen viele eine Einführung von kooperativer Teamarbeit, Netzwerkdynamik, Solidarität, Absicherung und gute Organisation. Die klassische Hierarchiekultur gehöre der Vergangenheit an und es wird eine Öffnung gewünscht in Richtung Selbstbestimmung, Eigenverantwortung und Teamkompetenz.

In Italien: Familiensinn und hoch integrierte Netzwerke aus Familien, Bekannten und Freunden

Italiens Landwirtschaft ist ein starker Wirtschaftszweig; Pixabay.com © alohamalakhov (CC0 1.0)

In Italien steht die Familie an erster Stelle. Deshalb sind persönliche Beziehungen auch im geschäftlichen Bereich möglich und ein enger Kontakt immer von Vorteil. Familienangelegenheiten sind wichtig und sollten einen angemessenen zeitlichen Rahmen finden und ein ausgeprägter Familiensinn wird in italienischen Unternehmen sehr positiv gesehen. Wer Geschäftspartner in Italien halten will, sollte sich das Vertrauen stetig erarbeiten und möglichst viel auf persönlichen Kontakt vor Ort setzen.

Flexibilität: Entspannte Zeitkonzepte für Verhandlungen und Fristen

Auf die deutsche Pünktlichkeit wird viel Wert gelegt, jedoch nehmen es italienische Geschäftspartner damit nicht immer so genau. Flexible Kooperationen und Verhandlungen eröffnen neue Möglichkeiten, die bei strengen Vorgaben vielleicht unter den Tisch fallen könnten. Dabei können die Verhandlungen ein wenig ausschweifender werden, als es deutsche Geschäftspartner gewohnt sind, doch dies gehört in Italien zum guten Ton dazu.

Dresscode: Gesteigerte Ansprüche an Kleidung, Auftreten und Körpersprache

Elegante Kleidung in konservativen Farben ist in Italien an der Tagesordnung. Ein gut gepflegtes Äußeres ist entscheidend für einen langfristigen Erfolg, denn es existiert ein hohes Modebewusstsein. Für Männer sind dunkle Anzüge mit weißem oder dezentem Hemd Vorschrift, während Frauen Kostüme in dezenten Farben tragen sollten. Der Freizeitlook ist im Geschäftsleben Italiens nicht gern gesehen. Darüber hinaus ist es wichtig, selbstbewusst aufzutreten und ein Unterbrechen des Gesprächspartners zeugt von Interesse, während dies in Deutschland als unhöflich aufgefasst würde.

Quelle: Statista.com

In Frankreich - Savoir Vivre: Ausgedehnte Geschäftsessen und Pflege der Tischmanieren

Der Gastgeber sucht das Restaurant aus und übernimmt in der Regel die Bezahlung; Pixabay.com © mumsy (CC0 1.0)

Frankreich gilt als eine Genießernation, die auch im Geschäftsleben die schönen Seiten des Lebens zu schätzen weiß. In Frankreich sind die Tischmanieren jedoch sehr streng ausgelegt und besonders bei einem offiziellen Anlass sollten Ausländer sich gut vorbereiten, um einen guten Eindruck zu hinterlassen. Schlürfen und Schmatzen ist verpönt und Finger Food ist ebenfalls nicht gern gesehen, außer bei Hummern oder Meeresfrüchten. Darüber hinaus sollte der Alkoholkonsum mäßig sein, auch wenn Wein zum Essen mit dazu gehört.  Der geschäftliche Teil beginnt meist erst nach dem Nachtisch oder dem Kaffee.

Fettnäpfchen: Kleidung, politische Themen und unpassende Gastgeschenke

Eine strenge Kleiderordnung wie in Italien gibt es in Frankreich zwar nicht, trotzdem wird Wert auf passende Kleidung zum Anlass gelegt. Konservative und dezente Stile sind eher angebracht und das Tragen teurer Kleidung zeigt, dass der Geschäftspartner die Wichtigkeit des Treffens kennt. Über Politik sollte am Tisch eher nicht geredet werden, vor allem nicht über den zweiten Weltkrieg oder die Atompolitik, denn dies gilt als unangebracht und könnte zu hitzigen Diskussionen führen. Besser sind allgemeine Themen über Kultur oder Unterhaltung. Blumensträuße sind gern gesehene Geschenke, jedoch sollten sie nicht bereits ausgepackt sein und keine Chrysanthemen enthalten, denn die gelten als Trauerblumen.

 

Starke Individualität und hitzige Diskussionen: Debatten- und Verhandlungskultur

Mit französischen Geschäftspartnern kann es schon einmal ein wenig dauern, bis es zu einem endgültigen Ergebnis kommt. Die Verhandlungen werden zum Teil hitzig geführt und die französischen Partner achten sehr genau auf die Verhandlungstaktik ihres Gegenübers. Deshalb ist es wichtig, die Hierarchien zu beachten, Privates vom Geschäftlichen zu trennen und direkte Kritik zu vermeiden, um den französischen Gesprächspartner für sich zu gewinnen.

China - Strenge Hierarchien: Begrüßungen und Verhandlungen

China ist stark von einer hierarchischen Struktur geprägt und Kritik an Vorgesetzen ist nicht gern gesehen. Bei einem Geschäftstreffen sollten sich die Verhandlungspartner immer auf Augenhöhe begegnen, das bedeutet, dass der deutsche Vertreter keinen niedrigeren Status als den des Verhandlungspartners besitzen sollte. Pünktlichkeit ist auch in China eine Tugend und in Verhandlungsräumen ist immer in hierarchischer Reihenfolge einzutreten. Die Verbeugung bei der Begrüßung ist nicht mehr zwingend notwendig, es reicht auch ein Kopfnicken. Jedoch sollte jeder Geschäftspartner eine Visitenkarte besitzen, die mit beiden Händen zu reichen und zu empfangen ist. Der Handschlag galt in China lange Zeit als unrein und barbarisch und heutzutage ist er nur sanft zu tätigen. Es ist wichtig, einen respektvollen Abstand zu dem Geschäftspartner zu besitzen, da enger Körperkontakt mit Fremden in China nicht erwünscht ist.

Quelle: iwkoeln.de

Gastgeschenke: Bindung von Geschäftspartnern und langfristige Beziehungen

Gastgeschenke werden in China sehr gut angenommen und helfen dabei, die Beziehungen für eine längere Zeit zu erhalten. Sehr positiv sind rote oder goldene Verpackungen sowie Geschenke mit Nationalbezug des Gastes. Deutsche Geschenke sind hoch angesehen und deutsche Markenware ist für jeden chinesischen Geschäftspartner eine schöne Geste, denn die Geschenktradition in China ist ein wichtiger Kulturbestand. Vor allem im geschäftlichen Bereich gelten Geschenke als selbstverständlich und besonders der Austausch ist ein beliebtes Ritual. Kein Geschenk mitzubringen, gilt als sehr unhöflich. Passend sind kulinarische Spezialitäten wie Pralinen oder Weine, Bierkrüge oder weitere Souvenirs.

Geschenk

Bedeutung

Uhren

Im Chinesischen klingt das Wort für Uhr wie „das Ende“ und ist mit dem Tod in Verbindung gebracht, deshalb eignet sich eine Uhr nicht als Geschenk.

Obst

Obstpräsente sind gerne gesehen, doch sollten Birnen nicht dazu gehören, denn dieses Wort klingt wie „Trennung“.

Regenschirme

Regenschirm klingt ebenfalls wie „Trennung“ und ist kein gutes Gastgeschenk.

Schuhe

Schuhe sind als Geschenk unüblich, da sie als Symbol für das Weglaufen gelten.

Die Zahl vier

Vier ähnelt dem Wort für „Tod“ und sollte im Geschenk vermieden werden.

Quelle: http://german.china.org.cn

Geschäftsessen und Einladungen: Tischmanieren und Small Talk

Einladungen sollten Gäste nie ohne aussagekräftigen Grund ausschlagen; Wikimedia.commons.org © FlyingToaster at en.wikipedia (CC BY-SA 3.0)

Das Überbringen der Gastgeschenke kann bei einem Geschäftsessen erfolgen. Die Tischmanieren sind in China streng einzuhalten, allerdings sind laute Geräusche wie Schmatzen und Schlürfen sowie das Rauchen am Tisch erlaubt. Es ist üblich,  einen Wohlstandsrest auf dem Teller liegen zu lassen, um zu zeigen, dass der Gast ausreichend satt geworden ist. Nach dem Nachtisch, der traditionell aus Obst besteht, ist das Essen beendet und die Gäste verlassen sofort das Lokal. Zu den beliebtesten Small Talk Themen gehört ein Gespräch über die eigene Familie, über Gehälter oder über sportliche Ereignisse. Tabu sind Gespräche über Politik oder Kritik an Menschenrechten. Weitere Informationen zu dem richtigen Verhalten in China gibt es unter china9.de.

Arabische Golfstaaten - Beziehungen als Basis: Loyalität und Hierarchien

Wie in vielen anderen Ländern ist die Hierarchie im Geschäftsleben sehr streng gefasst. Oft sind familiäre Verbindungen eng mit den geschäftlichen Beziehungen verknüpft und auch die Herkunft spielt eine entscheidende Rolle. Wie in China ist es üblich, nur mit gleichrangigen Managern zu verhandeln und den gesellschaftlichen Status zu respektieren. Familie und Freunde werden in geschäftliche Angelegenheiten im Idealfall mit einbezogen und wer eine längerfristige Geschäftsbeziehung anstrebt, sollte persönlichen Kontakt pflegen und mehrere Treffen im Jahr einplanen.

Angepasster Dress- und Verhaltenscode: Vorgaben für Männer und Frauen

Die Kleidung ist in arabischen Ländern sehr wichtig, denn sie zeigt Status und Wohlstand. Gute und teure Kleidung präsentiert den Träger als wohlhabende und gebildete Person und Anzug und Krawatte sind bei jedem Geschäftstreffen ein Muss, auch wenn die Temperaturen sehr hoch sein können. Kurze Kleidung gilt als unhöflich und Frauen sollten sich in jedem Fall bedeckt halten, mindestens bis zu den Beinen und Armen. Elegante und dezente Kleidung ist angebracht und in einigen Ländern wie Saudi-Arabien müssen auch ausländische Frauen ihre Haare verhüllen. In der arabischen Welt ist die Körperdistanz deutlich enger, als im europäischen Raum und es ist auch bei gleichgeschlechtlichen Personen üblich, Hand in Hand zu gehen oder sich anzufassen. Allerdings besteht zwischen Männern und Frauen eine sehr große Distanz, die in jedem Fall eingehalten werden sollte.

Flexible Arbeitstaggestaltung: Multitasking statt linearer Abläufe

Nur in sehr streng religiösen Ländern sollten auch ausländische Frauen ein Kopftuch tragen; Pixabay.com © makunin (CC0 1.0)

Zu enge Zeitplanung ist bei Geschäften im arabischen Raum nicht sinnvoll, denn hier kommen Familien und Freunde an erster Stelle und die zwischenmenschlichen Beziehungen können geschäftliche Termine verschieben lassen. Auf der anderen Seite können einige Entscheidungen sehr schnell fallen, wenn es der Terminplan flexibel einrichten lässt. Das Manager Magazin erläutert, dass Multitasking im arabischen Raum weit verbreitet ist und oft werden mehrere Verhandlungen gleichzeitig geführt. Deshalb sollten ausländische Geschäftspartner ein wenig mehr Zeit für die Geschäftsreise einplanen und sich mit viel Geduld in die Verhandlungen begeben. Ein zu direkter Kommunikationsstil gilt als unhöflich, deshalb ist es wichtig, sich ein paar Floskeln anzueignen und ein diplomatisches Gespür zu entwickeln.

Quelle: wiwo.de

USA - Lockerer Umgang: Begrüßungen, Geschäftsessen und Smalltalk ohne Fettnäpfchen

In den USA sind Selbstbewusstsein und dominantes Auftreten oft von Vorteil; Pixabay.com © stinne24 (CC0 1.0)

Der lockere Ton im privaten und geschäftlichen Bereich hat in den USA seine Grenzen und der erste Eindruck ist hier besonders wichtig. Ein pünktliches Erscheinen zu jedem Termin ist zwingend erforderlich und bei der Begrüßung ist ein fester Händedruck mit direktem Blickkontakt verbunden. Die lockere Art zeigt sich auch im Smalltalk, in welchem es um allgemeine Dinge wie die Reise, das Befinden oder den Ort gehen kann, an dem das Treffen stattfindet. Hier geht es nicht in die Tiefe, denn der wichtigste Punkt, das Geschäftliche, sollte nicht zu lange auf sich warten lassen. Tabuthemen sind politische Themen, Religion oder Rassenproblematik. Beim Geschäftsessen ist es erlaubt, mit den Händen zu essen oder die Gabel in die rechte Hand zu nehmen und Mobiltelefone sind auszuschalten, um sich voll und ganz auf das Essen zu konzentrieren. Verhandlungen beginnen meist am Ende des Abends und sind sehr zielgerichtet. Folgende Homepage gibt weitere Tipps für Geschäftsessen und Afterwork Events in den USA.

Flache Hierarchien und harte Verhandlungen - Der lange Weg zur Partnerschaft

In den USA stehen Team-Building und flache Hierarchien in vielen Firmen auf der Tagesordnung und Entscheidungen kommen oft in Projektteams und gemeinsamen Gruppentreffen zustande. Verhandlungen sind ein Spielball aus Zuhören, Verstehen und ausführlich argumentieren, deshalb sollten sich Geschäftspartner sehr gut vorbereiten. Die Selbstdarstellung sollte sehr dominant und selbstbewusst sein und ein Treffen in der Mitte der Verhandlungspositionen ist meist erwünscht, denn Kompromisse bilden die Grundlage vieler Geschäftsbeziehungen. Folgende Tipps sollen helfen, die harten Diskussionen gut zu meistern:

  • Optimale Vorbereitung
  • Höfliches und bescheidenes Auftreten
  • Konzentrierung auf die Person, die es zu überzeugen gilt.
  • Betreiben einer ausgewogenen, kontinuierliche Kommunikation
  • Das Setzen von Zielober- und –untergrenze ist zwingend erforderlich.
  • Austausch des deutschen Loyalitätskonzeptes gegen den amerikanischen Pragmatismus

Quelle: Global Alliances

Geschenke als Boni – Balance zwischen Willkommenskultur und Anti-Korruptions-Maßnahmen

Die Vereinigten Staaten besitzen sehr strenge Verhaltensregeln in Hinsicht auf Geschenke und Korruptionsverdacht. Grundsätzlich ist es nicht erlaubt, Geschenke an ausländische Amtsträger und Politiker zu versenden, mit dem Zweck ein Geschäft zu ermöglichen oder eine Beziehung aufrecht zu erhalten. Bestechung soll so auch auf internationalem Wege verhindert werden und die restriktive Handlungsweise könnte hohe Geldbußen mit sich ziehen. An Weihnachten hat sich innerhalb der USA jedoch eine Geschenkekultur zwischen Geschäftspartnern etabliert und wenn die Geschenke nicht mehr als 25 Dollar wert sind, können diese sehr wohl verschenkt werden, allerdings sind Geschenke nur bis zu einem Wert von zehn Dollar ohne behördliche Meldung möglich. Meist sind einfache Geschenke angemessen oder Spenden an Hilfsorganisationen.

Interkulturelles Training für Unternehmen - Steigerung von Vernetzung und Kompetenz internationaler Teams

Um im Ausland erfolgreich verhandeln zu können, ist es unerlässlich, die internationalen Teams zu schulen und so die Kompetenzen zu steigern. Mittlerweile gibt es viele Angebote für Firmen, ihre Mitarbeiter zu trainieren, mit Hilfe von Workshops, Rollenspielen, Sprachkursen oder Teammaßnahmen. Besonders erfolgreich sind zielgerichtete Weiterbildungen für die jeweiligen Kulturräume, da beispielsweise in arabischen Ländern unterschiedlich strenge Auslegungen von Regeln und Etiketten vorliegen. Der Coaching Report listet unter anderem folgende Ziele auf:

  • Aufzeigen von Kulturunterschieden
  • Aufklären über unterschiedliche Denk- und Handlungsstile
  • Vermittlung von Informationen über die Zielkultur
  • Aufbau eines adäquaten und zielführenden Verhaltens in interkulturellen Situationen

Diversity Management als Faktor für Erfolg

Diversity Management bezeichnet die Charta der Vielfalt, welche die Wahrnehmung der Unterschiede herausarbeiten soll, um die diversen Fähigkeiten der Mitarbeiter effektiver zu nutzen. Eine Vielfalt von Nationalitäten, Altersgruppen und Geschlechtern ermöglicht es Firmen, sich den Kunden noch besser zu nähern oder internationale Verhandlungen noch erfolgreicher gestalten zu können. Die Führungskräfte sollten deshalb in Erfahrung bringen, welchen Gewinn sie mit den Unterschieden erzielen können und wie sich der Austausch zwischen Kulturen und Generationen im eigenen Unternehmen verbessern lässt. Unter der Charta der Vielfalt der Europäischen Union sind weitere Informationen zu den Programmen zu finden.

Fazit: Die Vernetzung der Geschäftsfelder und die internationalen Verknüpfungen stellen kleine und größere Unternehmen vor die Herausforderung, in vielen Kulturen gleichzeitig unterwegs zu sein. Dabei gibt es interkulturelle Hürden und Begebenheiten, die nicht von heute auf morgen zu erlernen sind und die langjährige Erfahrungen und einen intensiven Austausch erfordern. Doch wer sich gut vorbereitet und sensibel auf die Kultur und Begebenheiten des Geschäftspartners eingeht, kann seine Geschäftsbeziehungen verbessern und langfristige Kooperationen aufbauen.

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