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01.03.08Leser-Kommentare

Jetzt geht's los! Deutsches Facebook ist online

facebook_logo.gifBesser und aufregender hätte es kaum kommen können: Zwei Tage nach dem mit großem Medienecho begleiteten Start von studiVZs drittem Social Network meinVZ hat Facebook in der vergangenen Nacht seine lange erwartete deutschsprachige Version ins Netz gestellt. Während beim Aufrufen von facebook.de noch eine Wartungsmeldung erscheint, leitet www.facebook.de direkt auf die deutsche Facebook-Variante. Alternativ gelangt man auch über die .com-Domain und eine anschließende Sprachauswahl oben rechts zu Facebook Deutschland. Unter Umständen kann es passieren, dass nach dem Einloggen trotzdem alles auf Englisch erscheint. In diesem Fall kann unter "Account" > "Language" dauerhaft auf Deutsch umgestellt werden. Hier einige Screenshots (zum Vergrößern anklicken):

Viele Internetexperten und Blogger erwarten, dass Facebook mit einer deutschen Version seine hierzulande noch geringen Mitgliederzahlen schnell erhöhen wird. In den letzten Wochen hat sich das Wachstum des Germany-Networks, dem Facebook-User freiwillig beitreten können, merklich abgeschwächt. Während diesem vor einigen Monaten noch 2.000 Nutzer täglich beitraten, wächst es heute mit weniger als 1.000 Mitgliedern pro Tag. Dass die Sprache nicht das primäre Problem ist, verdeutlicht der Vergleich der deutschen Facebook-Nutzung mit der in Frankreich. Das Netzwerk "Germany" zählt aktuell 347.663 User, was schätzungsweise rund 700.000 Mitglieder aus Deutschland bedeutet (in der Regel sind zirka 50 Prozent der User eines Landes im jeweiligen nationalen Netzwerk). Im Frankreich-Netzwerk tummeln sich dagegen 1.076.582 eingetragene Anwender, was die Gesamtzahl der bei Facebook registrierten Franzosen nah an die Zwei-Millionen-Marke bringt – und das ohne französische Facebook-Version!

Der Grund für die bisher nur zaghafte Facebook-Nutzung in Deutschland ist vor allem die starke Konkurrenz, hauptsächlich durch studiVZ. Mehr dazu im Januar-Beitrag "Facebooks Deutschland-Wachstum und der studiVZ-Effekt". Ob deutsche User, von denen eine große Zahl bei studiVZ/schülerVZ (und bald meinVZ) registriert sind, deshalb jetzt sofort scharenweise bei Facebook einfallen werden, ist zumindest mit Fragezeichen zu versehen. Wenn nicht, dann wäre eine Akquisition der Holtzbrinck-Netzwerke für Facebook eine Alternative. Vorerst wird man es aber auf eigene Faust versuchen. Wir werden die Entwicklung weiter im Auge behalten und freuen uns auf einige äußerst spannende Monate!

Facebook-Mitglieder unter euch, die noch kein "Fans" unserer zweinull.cc-Seite bei Facebook geworden sind, können dies hier werden.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

Kommentare

  • Serkan

    01.03.08 (10:05:08)

    Überfällige Maßnahme. Mal sehen, wann eine japanische Version kommt ;).

  • Martin Weigert

    01.03.08 (11:11:02)

    Gibt's denn für die japanische Version schon diese kollaborative Übersetzung-Applikation?

  • Simon

    01.03.08 (11:12:11)

    Da hatte es jemand aber eilig mit dem Release! Folgender Text erscheint beim Löschen eines Mini-Feed Eintrags: "Das Verstecken der Geschichte wird diese von your Mini-Überblick entfernen und verhindern, das sie von anderen gesehen werden kann. Falls du dies entfernst, da es falsch ist, klicke auf." Dann doch lieber auf Englisch! ;)

  • Martin Weigert

    01.03.08 (11:17:30)

    Oje... ;) Ich bleib auch lieber bei der englischen Version.

  • Serkan

    01.03.08 (11:21:01)

    Facebook hat hinsichtlich Japans noch nichts verlautbaren lassen. Das Network Japan hat immerhin 120.000 Mitglieder, allerdings sind dort sehr viele Nichtjapaner vertreten (zB ich, aber ich wohne wenigstens hier). Macht aber auch Sinn, daß FB zuerst die Weltsprachen abarbeitet und dann eventuell mal die exotischeren....

  • Jan S.

    01.03.08 (12:30:23)

    Naja, das schlechte Englisch kommt daher, dass FB das Übersetzen den Usern überlassen hat. Sehr "open source" ^^

  • Jan S.

    01.03.08 (12:33:15)

    hoppla, meinte natürlich das schlechte Deutsch. :D

  • Chris

    01.03.08 (12:41:28)

    "Mit dem Posten von Benutzerinhalt auf der Site gibst du uns sowohl die Genehmigung als auch die Anweisung, Kopien davon derart anzufertigen, wie wir es als notwendig erachten, um das Posten und Speichern des Benutzerinhalts zu erleichtern. Mit dem Posten von Benutzerinhalt auf einem beliebigen Teil der Site erteilst du dem Unternehmen automatisch eine unwiderrufliche, zeitlich unbegrenzte, nicht ausschließliche, übertragbare, vollständig bezahlte, weltweite Lizenz (mit dem Recht zur Vergabe von Unterlizenzen) für das Verwenden, Kopieren, öffentliche Aufführen, öffentliche Darstellen, Umformatieren, Übersetzen, Anfertigen von Auszügen (vollständig oder teilweise) und Weitergeben solcher Benutzerinhalte für kommerzielle, Werbe- oder sonstige Zwecke auf oder in Verbindung mit der Site oder mit dem Marketing für die Site, für das Erstellen abgeleiteter Werke oder die Einarbeitung solcher Benutzerinhalte in andere Werke und für das Vergeben und Autorisieren von Unterlizenzen zu Vorstehendem." Wer studiVZ böse findet, sollte sich lieber bei Facebook anmelden. Dort sind die Daten gaaaanz sicher sehr gut aufgehoben. *SCNR*

  • Serkan

    01.03.08 (12:52:08)

    Mal so ganz dumm in die Runde gefragt: Ist es denn so teuer, eine Seite wie Facebook von professionellen Übersetzern ins Deutsche zu übertragen? Hat da wer praktische Erfahrungen?

  • Nico

    01.03.08 (13:51:59)

    Hab mich auch mal registriert. Bis jetzt bin ich ehrlich gesagt nicht gerade überzeugt. Als SchülerVZ-Nutzer muss ich mich da auch erstmal zurechtfinden. Die Übersetzungen sind wirklich eher nicht so toll... Naja, ich schau in 2-3 Wochen nochmal dort vorbei, vllt. sind die Kinderkrankheiten bis dahin beseitigt. LG, Nico

  • Martin Weigert

    01.03.08 (14:32:32)

    Ich habe keine praktischen Erfahrungen, denke aber nicht, dass es für Facebook ein schwer verdaulicher Kostenfaktor wäre. Warum man sich entschieden hat, selbst für die "wichtigen" Sprachen wie Spanisch, Französisch oder Deutsch auf die Übersetzung der Community zu bauen, ist mir unklar.

  • Neila Sabine

    01.03.08 (23:29:26)

    Hab' gerade gesehen - in deinem Fanclub sind noch andere, die sicher nicht bei studiVZ sind... Die User-Zielgruppe ist ca. 2 Generationen größer, und irgendwie hat das hier gefehlt. Hauptsache, es gibt jetzt nicht so ein Kuddelmuddel mit den Sprachen und Funktionen wie bei MySpace. Bin gespannt, wie Facebook diesen Ansturm übersteht und checke mal schnell meine Nachrichten. (Letzten August war Facebook ca. 2 Tage vom Ansturm 'Neuer' aus einem riesigen online Seminar fast überfordert.) Übrigens - der kleine Facebook-Button fehlt jetzt;) Gruß ~Neila~

  • Kiyoshi

    01.03.08 (23:49:40)

    Japan? In Japan gibt es mixi.jp. Und in Japan hat Facebook gegen mixi die gleichen Chancen wie in Deutschland gegen studiVz. Nämlich gar keine;)

  • maik

    03.03.08 (11:43:30)

    An sich ist der Ablauf der Lokalisierung sehr einfach. Sämtliche Texte einer solchen Site sollten eigentlich in einer externen Textdatei abgelegt sein. Angesichts des Umfangs von FB würde ich schätzen, dass man ca 30-40 Seiten vor sich hat. Meist sind das solche token/value-Paare: error_login_1 = Falsches Passwort error_login_2 = Falscher Benutzername manchmal auch echte Arrays $lang_de['error_login_1'] = 'Falsches Passwort'; Die müssen übersetzt werden. Probleme tauchen manchmal dann auf, wenn dem Übersetzer der Zusammenhang nicht mehr klar ist, d.h. wenn tokens z.B. durchnummeriert sind, anstatt dass sie beschreibend sind. Dann kann es zu Verwechslungen kommen. Grammatikfehler sollten allerdings nicht auftauchen. Wenn das doch passiert, ist das die Schuld des Übersetzers. Andere typische Fehlerquellen sind Verkürzungen. Die Übersetzer sind in der Regel dazu angehalten, die Zeichenlänge beizubehalten, damit es nicht zu unvorhergesehenen Zeilenumbrüchen, etc. kommt oder Texte im overflow:hidden verschwinden. Hält der Übersetzer sich nicht daran, ist unter Umständen ein Coder, der diese Sprache nicht versteht dazu gezwungen Verkürzungen vorzunehmen - im Blindflug, das führt natürlich zu Problemen. Bei Websites denke ich taucht das eher seltener auf, bei Computerspielen z.B. passiert das sehr oft, weil da die Layouts längst nicht so flexibel sind. Juristische Texte sollten übrigens NIE von Übersetzern angegangen werden. Das ist auch nicht üblich. Selbst einfache AGB und Privacy Docs enthalten oft Termina, die für deren Gültigkeit im jeweiligen Rechtsraum existenziell sind, deshalb ist die Übersetzung oder besser der Übertrag Aufgabe lokaler Juristen, jede größere Kanzlei hat inzwischen Fachleute für so etwas. Insgesamt bin ich übrigens sehr überrascht, dass FB den 'user-generated'-Weg gegangen ist. Das Ergebnis ist offensichtlich nicht zufriedenstellend. Die Kosten für die Beschäftigung eines erfahrenen Übersetzers hätten in Deutschland irgendwo zwischen 40 und 50 EUR/Std. gelegen, 5 Tage wären ausreichend gewesen (sofern ich bei meiner Schätzung richtig liege). Auf der anderen Seite kommt es auch nicht selten vor, dass bei der Lokalisierung geschlampt wird, selbst bei Unternehmen und Produkten, die entsprechende Kosten oft aus der Portokasse heraus bezahlen könnten. Oft unterschätzt man die Tatsache, dass man praktisch keine Kontrolle ausüben kann, wenn man das Arbeitsergebnis nicht versteht. Kleiner Exkurs ... wen's interssiert :-)

  • Martin Weigert

    03.03.08 (11:47:04)

    Danke maik, sehr schöne Erläuterung und realistische Einschätzung/Bewertung!

  • Serkan

    03.03.08 (12:18:24)

    Sehr gute Erklärung, vielen Dank dafür.

  • Anne

    06.03.08 (00:00:32)

    Die Uebersetzung ist unter aller Kanone. Warum die FB-Geschaeftsfuehrung der Ansicht ist, dass Benutzer den Ton besser treffen als Profis, ist mir schleierhaft.

  • lasti

    27.04.08 (11:12:05)

    Vom deutsche Facebook hab ich mittlerweile gehört - von MeinVz bisher noch nicht. Keine Frage, was sich schneller durchsetzt, falls das so bleibt.

  • Lorentz

    06.02.09 (14:10:19)

    Hallo, macht es Sinn unter den Freunden von facebook für dieses Projekt Unterstützer zu finden, denn wir wollen kein Bettelverein im herkömmlichen Sinn sein, sondern mit diesen Musterprojekt 1.) Uns Lobbyunabhängig machen und 2.) für Angehörige von Menschen mit besonderen Bedürfnissen ein Beispiel für die Zeit danach setzen. Nehmt euch ein par Minuten zeit und besucht unsere Website. Der Initiator J. Lorentz

  • robert wendt

    19.02.13 (20:06:33)

    so wenn die 2 stunden rum sin bin ich wieder aktive sollte facebook noch mal mich sperren ohne mir ne anstendigen grund zu nennen werde ich dieses mist seite ne anzeige raus schicken wo kein grund ist mich zu spärren ,weil jedes mal das selbe mit euch wollte meie freunde und freundes greiss erhöhen aber geht ja woll ich wenn facebook mich sperrt sollte das noch mals vor kommen binn ich gezwunge masse sting sauer

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