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14.05.14Kommentieren

Schritt für Schritt zum gewünschten Ziel: Verhaltensänderung mit Skalierungsfragen

Skalierungsfragen sind ein einfaches, aber wirkungsvolles Instrument, das ich auch in Coachings und Trainings einsetze, um den Coachee bei der Verbesserung seines Verhaltens, seines Denkens oder seiner Leistung zu unterstützen. Die Methodik eignet sich in angepasster Form auch ausgezeichnet, um sein eigenes Verhalten gezielt zu verbessern.

SkalierungsfragenSkalierungsfragen eignen sich für sehr viele Fragestellungen, bei denen eine lösungsorientierte Veränderung das Ziel ist. Zum Beispiel bei Wissensthemen, wenn's um die Arbeitsmotivation geht oder darum, sich die eigenen Erfolge bewusst zu machen oder sein Verhalten positiv zu verändern.

In diesem Artikel konzentriere ich mich auf diese angestrebten Verhaltensänderungen. Die hier erkennbare Systematik kann aber auch bei anderen Fragestellungen eingesetzt werden.

Skalierungsfragen (Schema)

Indem man sich bei einer Problemstellung die Fragen des folgenden Schemas stellt und die Werte der Antworten grafisch festhält, wird das eigene Verhalten sichtbar und bewusst, wird folglich eine gezielte Veränderung möglich. So erreicht man auf einfachem Weg ein lösungsorientiertes Verändern des eigenen Handlungsrepertoires. Wichtig für den Erfolg ist es, die Fragen und seine Antworten schriftlich festzuhalten.

       

    1. Was genau ist mein Thema? Und was will ich erreichen, was konkret will ich verändern?
    2. Auf einer Skala von 0 bis 10 (0 = überhaupt nicht zufrieden, 10 = sehr zufrieden): wo stehe ich bei diesem Thema im Moment?
    3. Worin unterscheidet sich diese Position von 0? Was kann ich bereits als Erfolg verbuchen?
    4. Was müsste ich tun oder nicht mehr tun, um mich zu verschlechtern, um auf eine 0 zu kommen?
    5. Was ist mein Ziel? Bei welchem Wert kann ich die angestrebte Verhaltensänderung als erfolgreich abhaken?
    6. Gab es Momente, in denen ich schon besser war? Was konkret gelang mir in diesen Situationen besser?
    7. Was kann ich tun, um auf dem Weg zum Ziel einen ersten Schritt weiter und zum nächsten Punktwert zu kommen?

      (Schritte 6 und 7 wiederholen, bis das Ziel auf der Skala erreicht ist.)

    8. Nach Zielerreichung: Was habe ich - Schritt für Schritt - verändert, sodass ich jetzt das gesteckte Ziel erreicht habe?

Skalierungsfragen

Zweck der Fragen (Hintergrund)

      • Frage 1: Fokussieren auf das Thema, in dem ich mich verbessern will, bzw. den Endzustand.
      • Frage 2: Bewusst machen, dass bereits etwas da ist; dass nicht alles schlecht ist, was ich bisher getan habe.
      • Frage 3: Das Positive, das bereits Geleistete/Beherrschte bewusst machen.
      • Frage 4: Das Erfolgsgefühl - «Das habe ich bereits im Griff» - festigen.
      • Frage 5: Ziel konkret definieren im Bewusstsein, dass es nicht nur mit dem Maximalwert von 10 erreicht werden kann.
      • Frage 6: Das Verhalten festhalten, mit dem ich bereits einmal über den letzten aktuellen Wert hinaus gekommen bin.
      • Frage 7: Den Weg zum Ziel in kleine, besser zu bewältigende Schritte unterteilen.
      • Frage 8: Die Entwicklungsschritte bewusst und reproduzierbar machen; mein Selbstvertrauen stärken.

Einsatzbereiche von Skalierungen (Beispiele)

Wie eingangs beschrieben, können mit Hilfe von Skalierungsfragen zahlreiche Themen bearbeitet und geklärt werden.

Im Bereich des Verhaltens können das sein: Leistungsfähigkeit erhöhen, Eigenmotivation steigern, (Selbst-)Disziplin stärken, «Nein sagen können», Mitarbeitergespräche führen, Konfliktfähigkeit verbessern usw.

Weitere Beispiele aus anderen Themenbereichen: Fachwissen vergrössern, Englischkenntnisse verbessern, das «kleine Einmaleins» der Präsentationstechnik beherrschen, lösungsorientiertes Denken verbessern, Methodik von Lean Management erlernen usw.

Vorteile von Skalierungsfragen (Fazit)

Die Arbeit mit Skalierungen hat zahlreiche, sehr direkt erkennbare Vorteile:

      • Skalierungen mit Zahlen ermöglichen eine klare Differenzierung, auch bei nicht messbaren Kriterien.
      • Mit Skalierungen werden auch «weiche Realitäten» und subjektive Eindrücke sicht- und vergleichbar.
      • Dank Skalierungen werden kleine Schritte planbar und können bewusst gemacht werden.
      • Skalierungen helfen, weg zu kommen vom Denken in maximal/minimal, schwarz/weiss oder richtig/falsch.
      • Mit Skalierungen sind Fortschritte und erreichte Veränderungen deutlich zu erkennen.

 

Bild: © Widmer Consulting GmbH

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