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16.06.08

Schreiben ist Handwerk (Teil 1)

Die berühmten «Schreibblockaden» gibt es eigentlich gar nicht. Man muss nur die richtige Technik anwenden. Denn Schreiben ist keine Kunst, sondern ein Handwerk. In zwei Teilen erklären wir, wie es geht.

(» Zum zweiten Teil dieses Artikels )

Das Schreiben von Texten wird oft als Kunst betrachtet, für das man Talent mitbringen muss. Hat man einmal begonnen, so der Irrglaube, dann sprudeln die Worte und Sätze nur so aus einem heraus. Man muss einfach nur beginnen. Genau dort liegt aber oft das Problem: Das Anfangen fällt schwer. Die meisten Ratschläge konzentrieren sich deshalb auch auf diesen einen Punkt: Wie bringe ich den ersten Satz zu Papier? Wie überwinde ich meine Schreibblockade?

Es wird geraten, den Schreibtisch leerzuräumen, alle nicht benötigten Programme zu schließen, um sich nicht von E-Mails und Instant Messages ablenken zu lassen, die Musik aus- und das Licht anzuschalten, Kaffee zu trinken (oder auch nicht), vorher auszuschlafen oder spazierenzugehen, zumindest den Raum gut durchzulüften - diese Liste ließe sich noch lange fortführen. Letztlich laufen alle Ratschläge darauf hinaus, die richtigen äußeren Bedingungen zu schaffen. Das ist wichtig, aber nur ein Teil des Anfangens. Wie man das Schreiben tatsächlich beginnt, das sagt kaum ein Ratschlag.

Zuviel auf einmal gewollt

Das grundsätzliche Problem bei vielen Schreibblockaden ist, dass zuviel in den ersten Schritt gepackt wird. Die Hürde wird schlichtweg zu hoch gelegt. Da soll dann bereits auf Anhieb eine perfekte Überschrift oder ein genialer Einstieg formuliert werden. Doch wie soll man einen guten ersten Satz finden, wenn man nicht einmal weiß, was im letzten stehen soll?

Wer jetzt wieder aufs Talent verweist, der gibt zu schnell auf. Hier liegt der grundsätzliche Denkfehler: Schreiben ist keine Kunst, sondern ein Handwerk. Der Schreibprozess lässt sich in verschiedene Teilschritte zerlegen, die sich einer nach dem anderen abarbeiten lassen. Wie bei jedem Handwerk hilft dabei auch Übung und eine immergleiche Herangehensweise.

Im ersten Schritt wird darum noch kein Satz formuliert, sondern es werden Informationen gesammelt und der Inhalt umrissen. Alles, was einem in den Sinn kommt, wird aufgeschrieben. Alles, was aus einer Quelle zu holen ist, wird festgehalten. Ich nutze dafür einen einfachen Texteditor. Jeder Gedanke erhält eine einzelne Zeile, formuliert als Stichwörter oder Satzfragment. Fertige Sätze formuliere ich noch nicht. Zwei Gedanken werden durch eine Freizeile getrennt. Das gibt Überblick.

Schreibunlust kenne ich, keine Schreibblockaden

An diesem Punkt habe ich noch nie eine Schreibblockade gehabt. Es gibt durchaus Texte, bei denen es mir innerlich widerstrebt, sie zu schreiben. Ich habe aber noch nie über dem sprichwörtlich leeren Blatt Papier gesessen und, obwohl ich es wollte, den Anfang nicht gefunden. Wenn ich einen Text partout nicht schreiben will, dann nehme ich das Schreibzeug auch erst gar nicht zur Hand.

Wenn ich mich aber an einen Text setze und noch keine Ahnung habe, wohin mich das führt, geht es immer mit dem reinen Sammeln von Informationen los. Erst danach stellt sich die Frage, ob ich genug gesammelt habe, und welche endgültige Form der Text erhalten soll (darüber mehr im zweiten Teil dieses Artikels, der morgen folgt).

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