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15.04.09Leser-Kommentare

Richtig delegieren: Was alles schiefgehen kann

Richtig delegieren ist sehr wichtig. Wir zeigen zehn besonders häufige Fehler, damit Ihr wisst, wie’s besser geht.

Delegieren ist ein wichtiger Teil des Lebens. Bereits im Kindesalter fängt es an, dass Du Aufgaben delegiert bekommst. Durftest Du oder Dein Bruder sonntags immer fein die Schuhe der ganzen Familie putzen? Lag auf Deinen oder den Schultern Deiner Schwester die Verantwortung für die Haushaltswäsche? Dann waren das Deine ersten Erfahrungen mit dem Delegieren.

Mit zunehmendem Alter delegierst Du selber immer häufiger Aufgaben an andere. Und richtiges Delegieren ist sehr wichtig: Für Manager ist es vielleicht sogar das Wichtigste, was sie zu tun haben.

Delegierst Du oft an andere? Bist Du unzufrieden mit den Ergebnissen? Das liegt vielleicht daran, dass Du nicht richtig delegierst. Es folgt eine Top-10-Liste von Punkten, die beim Delegieren regelmäßig schiefgehen:

     

  1. Die Ergebnisse sind jämmerlich - falls es überhaupt welche gibt. Hättest Du vorher zehn besoffene Esel barfuß von Köln nach Hamburg getragen, hättest Du das besser hingekriegt. Aber: Hast Du den Leuten auch gesagt, warum die Aufgabe wichtig ist? Und hast Du die richtigen Leute beauftragt?
  2. Deine Aufgabenempfänger beklagen im Nachhinein, nicht gewusst zu haben, was alles gemacht werden soll. Dabei hast Du doch erklärt, worum es geht. Oder nicht? Hast Du die Bedeutung und das Umfeld der Aufgabe ausreichend erläutert?
  3. Die Ergebnisse treffen niemals rechtzeitig ein. Einen Termin hast Du aber gesetzt, oder?
  4. Wenn Du eine Aufgabe delegierst, fragt man Dich, welche anderen Aufgaben man dafür sein lassen soll. Kläre doch bitte mit einem höhergestellten Chef ab, welche Aufgaben wichtiger seien, so der Aufgabenempfänger lächelnd.
  5. Eine Variante des vorigen Punktes: Deine Aufgabenempfänger übernehmen Deine Aufgaben grundsätzlich nur, wenn sie dafür andere Aufgaben sein lassen können. Natürlich schieben sie immer Aufgaben vor, die wichtiger sind.
  6. Deine Aufträge werden ignoriert. Nachfragen ebenfalls. Du wirst doch nicht, auf das Gute im Menschen hoffend, einmal delegierte Aufgaben selber regelmäßig vergessen?
  7. Deine Aufgaben werden weiterdelegiert, ohne dass Du es erfährst. Die Aufgabe wandert weiter und weiter und weiter und kommt am Ende wieder bei Dir an.
  8. Aufgabenempfänger setzen erstmal die gesamte Organisation außer Betrieb, indem alle möglichen anderen Leute hinzugezogen werde. Alle anderen Aufgaben werden nicht mehr bearbeitet, die Organisation bleibt stehen.
  9. Du erhältst kein Ergebnis, sondern lauter Gründe, warum diese Aufgabe nicht erfüllt werden kann. Hätte Dein Aufgabenempfänger bloß halb soviel Energie in das Lösen der Aufgabe gesteckt wie ins Finden von Gründen, die dagegen sprechen, wärst Du sehr zufrieden.
  10. ...

Ein Beispiel fehlt noch, ich weiß. Diese Aufgabe möchte ich an Dich delegieren, lieber Leser. Hast Du weitere Beispiele, was beim Delegieren alles schief gehen kann? Mal sehen, wie gut das Delegieren in diesem Fall klappt:

Deine Aufgabe? Ein Beispiel dafür, was beim Delegieren schief gehen kann, als Kommentar hinterlassen.

Bis wann? Es gibt kein Zeitlimit, aber umso eher, umso schöner.

Kommentare

  • Gudrun

    15.04.09 (20:09:48)

    Ganz interessant, aber ich finde, es ist ein wenig "wischi-waschi" formuliert. Ich würde die ganze Sache grundlegend anders angehen, etwa so: 1. Du delegierst Dinge, die selbst zu erledigen du keine Lust hast, und denkst nicht weiter darüber nach, wie, von wem oder warum sie erledigt werden sollten. 2. Du delegierst halbherzig Dinge, die du eigentlich lieber selbst erledigen würdest, für die du aber keine Zeit findest. 3. Du versuchst, Leute herumzukommandieren, die deine Autorität nicht anerkennen. 4. Du denkst nicht darüber nach, was deine Mitarbeiter bzw. Kollegen sonst noch zu tun haben mögen, und setzt deine eigenen Prioritäten absolut. Bis hier deckt sich das glaub ich in etwa mit den genannten möglichen Misserfolgen. Was meiner Ansicht nach fehlt ist dieser Punkt: 5. Du erfindest on-the-fly Aufgaben für deine Mitarbeiter, weil du denkst, dass sie sonst bloß faul rumsitzen. Und? Zufrieden? ;-) (Psst... falls nicht, ist das deine eigene Schuld, du hast mir nämlich gar nix zu befehlen ... *gg*.)

  • Chris

    16.04.09 (07:50:41)

    huhu, was mach ich denn gegen 4. (ok, mit meinem chef die prioritäten klären und dann delegieren) und insbesondere 5.? Mit 5. schlag ich mich schon ewig rum, hab aber nich keine gute Idee. Chris

  • Gregor Gross

    19.04.09 (12:35:03)

    @Chris: Zu 4. würde ich folgendes vorschlagen: In dem Moment, wo Dein Gegenüber das erzählt, konterst Du genauso. Du handelst ja auch im Auftrag eines Chefs (oder bist selber einer) und hast das jetzt übergeben, und Dein Gegenüber möchte sich doch bitte mit Deinem Chef kurzschließen, warum das nicht klappen wird. Meistens ist den Leuten dann alles klar. Zu 5.: Getreu dem Parkinsonschen Gesetz setze ich meine Aufgabentermine immer recht knapp, aber so, dass etwas Zeit zum Hin- und Herschieben bleibt. Auf eine Priorisierung lasse ich mich nie ein, sondern weise daraufhin, dass ja noch einige Tage Zeit bleiben. Da findet sich schon die eine oder andere Lücke, und an einer Aufgabe will sowieso niemand am Stück arbeiten ;-) @Gudrun: Deswegen habe ich ja auch "möchte" gesagt. Was macht man denn aber mit Mitarbeitern, von denen man denkt, dass sie faul rumsitzen? Cheers, Gregor

  • Gudrun

    22.04.09 (22:56:11)

    Hi Gregor, war ja auch nur ein Scherz. Zu deiner Frage: Das kommt auf die Situation an. Viele Menschen in verantwortlichen Positionen scheinen zu denken, dass ihre Mitarbeiter grundsätzlich zu wenig zu tun haben und/oder nur dann spuren, wenn man sie ständig antreibt. Ich höre immer wieder von Bekannten, dass sie dauernd ihre Arbeit unterbrechen müssen, weil der Chef was will. Das kann ja wohl nicht das Gelbe vom Ei beim Delegieren sein, oder? Optimalerweise sollte man versuchen, mit Mitarbeitern oder Teamkollegen persönlich gut klar zu kommen. Viel von dem was du in deinem Beitrag ansprichst hat mit Machtspielchen zu tun. Sowas ist kräfteraubend. Wenn es sich durch persönliche Gespräche klären lässt, ist das auf alle Fälle für alle Beteiligten ein Gewinn. Schaffst du es, deinen Kollegen, Mitarbeitern, Vorgesetzten oder wem immer das mal klar zu machen, dann ist das schon die halbe Miete. (Tschuldige, falls das jetzt obergscheit klingen sollte - ist nicht so gemeint.)

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