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03.05.11Leser-Kommentare

No Nonsense: Das Produktivitätssystem von Brad McCarty

Ein persönliches Produktivitätssystem ohne App-Overkill: Blogautor Brad McCarty erklärt sein No-Nonsese-Selbstmanagement-Setup.

Ganz klar: Brad McCarty, der für thenextweb.com schreibt, glaubt nicht an die allein glückselig machende Wirkung von Tools, wenn es um die persönliche Arbeitsproduktivität geht. Entsprechend simpel ist sein Setup, den er kürzlich in einem Artikel mit dem Titel Productivity Apps? Not a chance, here's what I use beschrieben hat. Der ist zwar simpel, aber durchdacht und konsequent umgesetzt. Brad nutzt dafür fünf Software-Tools:

  • TextEdit
  • Dropbox
  • iCal
  • Gmail
  • Boomerang (eine Gmail-Extension)

Weitergehende Produktivitätstools funktionieren für ihn nicht, weil sie meist zu spezialisiert seien und nur wenige Jobs wirkilch gut erledigen würden. Er empfiehlt dafür einige grundlegende Regeln, um mit sich und seiner Arbeit erfolgreich umzugehen. Sauber starten

Brad beginnt nicht mit der täglichen E-Mail-Lektüre, sondern mit einer ausgewählten Aufgabe, die er mit der ganzen Morgenenergie erledigt - ganz im Sinne von Tony Schwartz und dessen 90 Minuten-Plan. Wer E-Mails als Erstes lese, verschwende wertvolle Kraft.

Filtern und planen

Für den Umgang mit E-Mails setzt Brad auf rigoroses Filtern von Notification-Mails und anderem Mailmüll. Einen Grossteil der Postsortierung überlässt er dem Gmail-Feature Smartlabel und ergänzt mit manueller Arbeit, wo notwendig. E-Mails, die in zwei Wochen zu bearbeiten sind, lässt er sich mit Boomerang zum richtigen Zeitpunkt wieder zustellen.

Diszipliniert sein

Häufig wünsche ich mir, ich könnte diesen (fehlenden?) Wesenszug wenigstens teilweise durch Tools ersetzen. Brad sagt ganz klar: Nein. Eine simple Aufgabenliste in TextEdit und eine klare Ordnerstruktur, um zu bearbeitende Dokumente abzulegen und wiederzufinden - das reicht. Ausserdem, vermutlich das Privileg der Freelance-Tätigkeit, nimmt Brad keine ungeplanten Telefonanrufe entgegen und checkt auch seine E-Mails konsequent nur viermal täglich.

Alles planen

Jeder Termin, jeder Telefonanruf und jede zu erledigende Arbeit erhält bei Brad einen Termin in seiner iCal-Kalenderapplikation. Und, so wie ich Brad nach Lektüre seines Artikels einschätze, wird er auch dann erledigt.

Ruhe

Damit meint Brad vor allem das visuelle Rauschen. Wenn er arbeiten will, werden alle potenziell störenden Applikationen wie Skype, Twitter, Facebook etc. ausgeschaltet.

Brads Produktivitätssystem ist auf ihn zugeschnitten, funktioniert vermutlich gut für seine Bedürfnisse und lässt sich deshalb nur schlecht auf andere übertragen. Sein Beispiel zeigt dafür schön, dass ein erfolgreiches Produktivitätssystem eine Kombination verschiedener Erfolgsfaktoren aufweist: Die richtigen Tools und die passenden Prozesse dazu. Plus Verhaltensänderungen, um mit Tools und Prozessen zu den Ergebnissen zu kommen.

Kommentare

  • Tanja Handl

    03.05.11 (10:08:15)

    Brad macht sehr gut vor, dass jeder seine eigene Arbeitsweise finden muss, um effizient zu sein und Spaß am Job zu haben. Es gibt viele Tools, die sinnvoll sind für die Produktivität - ein Overload ist aber in jedem Fall zu vermeiden. Auch ich nutze nicht mehr als Dropbox, Gmail, ical und unsere eigene Zeiterfassung TimeTac. Privat kommt dann noch die Wunderlist hinzu, aber die ist eher ein Fall für das kleine Mädchen in mir - weil sie eben so schön ist. ;) Liebe Grüße, Tanja

  • Münchnerin

    03.05.11 (18:44:37)

    Wenn er arbeiten will, werden alle potenziell störenden Applikationen wie Skype, Twitter, Facebook etc. ausgeschaltet. Das das überhaupt erwähnt wird, lässt tief blicken. Imho eine Selbstverständlichkeit. Dass ich diesen Kommentar erst jetzt schreibe, finde ich ebenfalls selbstverständlich. Ich verdiene mein Geld nicht mit dem lesen von Blogs.

  • Ramin

    04.05.11 (06:20:06)

    Ich selbst bin da auch eher Minimalist ohne Apps. Ab und zu teste ich mal was aus, aber insgesamt sind Kalender, Liste und Timer meine wichtigsten Produktivitätshelfer :-)

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