Der Arbeitsplatz als Erfolgsfaktor: Was Gründer und Selbstständige oft unterschätzen

Warum die Arbeitsumgebung mehr ist als Nebensache

Wer ein eigenes Unternehmen aufbaut, steckt Energie meist zuerst in Produkt, Kunden und Finanzierung, während der eigene Arbeitsplatz häufig zur Nebensache wird. Ein improvisierter Schreibtisch im Wohnzimmer oder ein zu niedriger Küchenstuhl mag in der Gründungsphase praktikabel erscheinen, macht sich aber spätestens nach einigen Monaten intensiver Bildschirmarbeit bemerkbar, meist schleichend und ohne dass ein einzelner Moment dafür verantwortlich gemacht werden könnte. Dabei entscheidet gerade in den ersten Jahren einer Selbstständigkeit die eigene Belastbarkeit oft stärker über den Erfolg als einzelne strategische Entscheidungen, weshalb sich ein Blick auf die tägliche Arbeitsumgebung durchaus lohnt.

Bildschirmzeit und die Belastung für die Augen

Selbstständige und Gründer verbringen oft überdurchschnittlich viele Stunden am Bildschirm, zwischen E-Mails, Buchhaltung, Kundengesprächen und der eigentlichen operativen Arbeit. Diese Dauerbelastung macht sich häufig zuerst an den Augen bemerkbar, etwa durch Trockenheit, Kopfschmerzen oder das Gefühl, gegen Nachmittag spürbar unschärfer zu sehen als am Morgen. Wer täglich viele Stunden vor dem Bildschirm verbringt und häufiger unter müden Augen oder Kopfschmerzen leidet, sollte auch die eigene Sehstärke überprüfen lassen. Eine Beratung beim Optiker, beispielsweise bei eyes + more, kann dabei helfen zu klären, ob eine speziell auf die Bildschirmarbeit abgestimmte Brille sinnvoll ist.

Eine passende Bildschirmbrille reduziert die Belastung spürbar, gerade bei längeren Arbeitstagen mit wechselnden Distanzen zwischen Laptop, zweitem Monitor und gelegentlichen Kundenterminen vor Ort. Auch die Bildschirmhelligkeit spielt eine unterschätzte Rolle: Ein zu heller Bildschirm in einem abgedunkelten Raum ermüdet die Augen ähnlich stark wie ein zu dunkler Bildschirm bei hellem Tageslicht, weshalb sich eine Anpassung an die jeweilige Umgebung über den Tag hinweg lohnt. Viele Betriebssysteme bieten inzwischen automatische Anpassungen an, die Helligkeit und Farbtemperatur im Tagesverlauf schrittweise verändern, was den manuellen Aufwand dafür auf ein Minimum reduziert.

Licht, Haltung und die richtige Tischhöhe

Neben der Bildschirmarbeit selbst beeinflusst auch die grundsätzliche Einrichtung des Arbeitsplatzes das eigene Wohlbefinden erheblich. Ein Schreibtisch, der weder zu hoch noch zu niedrig eingestellt ist, verhindert eine verkrampfte Schulterhaltung, die sich bei Dauerbelastung schnell zu chronischen Verspannungen im Nacken auswächst. Wer sich einen höhenverstellbaren Tisch nicht leisten möchte, kann mit einfachen Hilfsmitteln wie stapelbaren Büchern unter dem Laptop bereits einiges verbessern. Auch die Position der Maus spielt eine Rolle, die idealerweise auf gleicher Höhe wie die Tastatur liegt, um einseitige Belastungen im Handgelenk über die Zeit zu vermeiden. 

Auch natürliches Licht wirkt sich stärker auf die Konzentration aus, als viele zunächst annehmen. Ein Arbeitsplatz in Fensternähe reduziert nicht nur die Belastung für die Augen, sondern wirkt sich nachweislich auch auf die Stimmung und den Tagesrhythmus aus, gerade in den dunkleren Monaten des Jahres, wenn ohnehin weniger natürliches Licht zur Verfügung steht.

Pausen, die wirklich etwas bringen

Gerade in der Gründungsphase neigen viele dazu, Pausen als verlorene Zeit zu betrachten, obwohl regelmäßige kurze Unterbrechungen die Produktivität über den gesamten Tag hinweg eher steigern als senken. Eine bewährte Faustregel für die Augen lautet: alle zwanzig Minuten für zwanzig Sekunden auf einen Punkt in etwa sechs Metern Entfernung schauen, um die Augenmuskulatur kurz zu entlasten, bevor die Bildschirmarbeit fortgesetzt wird.

Auch ein kurzer Spaziergang zwischen zwei Terminen oder ein bewusster Wechsel des Raums für unterschiedliche Tätigkeiten hilft vielen Selbstständigen, konzentrierter zu bleiben, als es ein durchgehender Arbeitstag am selben Platz erlauben würde. Wer im Homeoffice arbeitet, profitiert besonders von dieser Abwechslung, da die räumliche Trennung zwischen Arbeit und Privatleben sonst schnell verschwimmt. Feste Pausenzeiten, die im Kalender genauso verbindlich stehen wie ein Kundentermin, helfen vielen dabei, diese Unterbrechungen tatsächlich einzuhalten, statt sie im Tagesgeschäft immer wieder zu verschieben.

Kleine Investitionen mit großer Wirkung

Nicht jede Verbesserung des Arbeitsplatzes erfordert ein großes Budget. Ein zweiter Monitor reduziert beispielsweise das ständige Wechseln zwischen Fenstern und damit auch unnötige Augenbewegungen, während eine externe Tastatur in Kombination mit einem separaten Laptopständer die Nackenhaltung deutlich verbessert. Solche Anschaffungen amortisieren sich über die Zeit meist schnell, gemessen an der spürbar geringeren körperlichen Belastung nach einem vollen Arbeitstag.

Wer gerade erst gründet und noch auf jeden Euro achten muss, sollte Prioritäten setzen: Stuhl, Bildschirmhöhe und ausreichend Licht wirken sich in der Praxis stärker aus als teures Zubehör, das zwar gut aussieht, aber keinen echten ergonomischen Mehrwert bietet. Eine schrittweise Verbesserung über die ersten Monate hinweg ist dabei völlig ausreichend und schont gleichzeitig das ohnehin knappe Startkapital. Wer die wichtigsten Anschaffungen als festen Posten in die frühe Finanzplanung aufnimmt, statt sie spontan und unter Zeitdruck zu erledigen, trifft am Ende meist auch die durchdachteren Entscheidungen.

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