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Expansion Stages

Auch die zweite Phase der Investition, die Expansion Stages, wird noch einmal untergliedert, nämlich in Wachstumsphase und Bridge-Phase.


Wachstumsphase


Merkmale

Die Wachstumsphase der Investition beginnt spätestens, nachdem die Gewinnschwelle erreicht ist. Das Unternehmen erzielt nun konstant Gewinne und hat sich bereits einen Namen am Markt gemacht. Jetzt ist es an der Zeit, die eigene Nische am Markt und den Kundenstamm weiter auszubauen.

Allerdings reicht der Cash Flow im Unternehmen üblicherweise nicht aus, um damit größere Investitionen zu tätigen. Diese sind jedoch nötig, um sich schnell am Markt zu etablieren, notwendig sind vor allem Investitionen in das Vertriebsnetz und in die Verbesserung der Produktpalette.
 
Entscheidender Vorteil in dieser Phase ist, dass das Unternehmen bereits Gewinne erzielt. Da ein florierendes Unternehmen weiteren Erfolg verspricht, zieht es zahlungskräftige Investoren an.

Finanzierungsmöglichkeiten

Der Kapitalbedarf hängt hauptsächlich davon ab, wie viele Konkurrenten am Markt vertreten sind. Mehr Konkurrenz verlangt mehr Investitionen in das Vertriebssystem und eine schnellere Weiterentwicklung der vorhandenen Produkte oder Dienstleistungen.

Auch in dieser Phase sind Business Angels und VC-Gesellschaften hilfreich. Doch Unternehmensgründer haben nun überdies die Chance, in größerem Umfang Fremdkapital, beispielsweise Investitionsdarlehen, zu akquirieren.

Zusätzlich gibt es in der Wachstumsphase die Möglichkeit der Mezzanine-Finanzierung.

Als Mezzanine Finanzierung bezeichnet man Mischungen aus Fremd- und Eigenkapital. Sie sind zwar nachrangig im Bezug auf andere Fremdkapitalgeber, dem haftenden Eigenkapital gegenüber jedoch vorrangig. Mezzanine-Finanzierung wird eingesetzt, wenn im Unternehmen ein stabiler Cash Flow vorhanden ist, mit dem bereits bestehende Kredite abgezahlt werden können, es jedoch keine anderen offenen Kreditlinien mehr gibt.

Bridge-Phase


Merkmale

Die Bridge-Phase, auch Überbrückungsphase genannt, ist dadurch charakterisiert, dass sich die Konkurrenzsituation am Markt verschärft. Für eine weitreichende Expansion des Unternehmens oder auch für eine Diversifizierung der Produktpalette wird viel Kapital benötigt, weshalb viele Unternehmen den Gang an die Börse anstreben.

Die Bridge-Phase der Investition kennzeichnet den Beginn der Reifephase eines Unternehmens in seinem Lebenszyklus. Das Unternehmen ist zwar national etabliert, benötigt aber Investitionskapital für neue Produkte oder ausländische Märkte.

Finanzierungsmöglichkeiten

Die meisten Investitionen können in dieser Phase aus dem Cash-Flow des Unternehmens finanziert werden. Bestimmte Projekte, wie etwa ein Börsengang, oder die Ausbezahlung eines Gesellschafters führen aber dazu, dass ein Unternehmen zusätzliches Kapital braucht. Solche Investitionen, die den Cash-Flow eines Unternehmens kurzfristig übersteigen, werden unter dem Begriff Bridge-Finanzierung zusammengefasst.

Die Bridge-Finanzierung ist so angelegt, dass sie auf Dauer durch Eigen- oder Fremdkapital ersetzt werden kann. Verwendet man ausschließlich Eigenkapital zur Bridge-Finanzierung, wird die Eigenkapitalquote verbessert. Ist ein Börsengang geplant, wird üblicherweise der Gewinn aus dem Börsengang zur Deckung der Bridge-Finanzierung genutzt.

Neben Fremd- und Eigenkapital gibt es verschiedene Sonderformen der Finanzierung. Stellvertretend seien die Möglichkeiten der Wandelanleihe und der Wipeout Bridge vorgestellt.

Bei einer Wandelanleihe wird Fremdkapital in Aktien umgewandelt – jeweils zu Beginn einer neuen Finanzierungsrunde.

Als Wipeout Bridge wird Fremdkapital bezeichnet, mit dem eine bestimmte Option verbunden ist: Sichert sich das Unternehmen nicht zusätzlich langfristiges Kapital, wird die Option wirksam und die volle Kontrolle über das Unternehmen fällt an den Gläubiger. Auf dieses Gebiet der Finanzierung haben sich hauptsächlich Investment-Banken und Emissionsgesellschaften spezialisiert.

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