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13.01.16

Der Markt der Gewerbeimmobilien 2016

Für die meisten Unternehmer stellt sich irgendwann die Frage nach der eigenen Gewerbeimmobilie. 2016 erwarten Immobilieninteressenten ein harter Konkurrenzkampf und neue EU-Richtlinien.

Viel Konkurrenz – auch international

Deutsche Gewerbeimmobilen sind so begehrt wie nie. 2015 stieg das Transaktionsvolumen mit knapp 55 Milliarden Euro auf ein Rekordhoch. Vor allem internationale Investoren machten mehr als die Hälfte des Investmentvolumens aus. Frankreich, Großbritannien und Nordamerika waren dabei die Spitzenreiter. Der große Andrang am Markt sorgt für ein hohes Preisniveau beim Kauf von Gewerbeimmobilien. Vor allem Privatinvestoren müssen 2016 tief in den Geldbeutel greifen, wenn sie Büros oder Wohnungen kaufen möchten. Der große Konkurrenzkampf um bestehende Gewerbeimmobilien drängt zum Bau eigener Unternehmensflächen. Allerdings ist auch hier die Investitionsbereitschaft der Konkurrenz sehr groß und Baufläche entsprechend teuer. Neben der Frage, ob das passende Objekt gemietet, gekauft oder selbst gebaut werden soll, muss auch die Finanzierung der Immobilie im Fokus des Businessplans stehen. Ein klug durchdachter Plan zur Baufinanzierung ist unabdingbar. Informationen zu den unterschiedlichen Baufinanzierungsformen findet man beispielsweise hier.

Strengere Bonitätsprüfungen

Ab 2016 gelten einige neue Richtlinien bei der Baufinanzierung. Für Kreditnehmer wird es ab dem Frühjahr schwieriger, einen Kredit zu bekommen, denn die Anforderungen sind höher. Nach der neuen EU-Immobilienverordnung sind Banken und andere Kreditinstitute ab April gesetzlich dazu verpflichtet, die Bonität eines Kreditanwärters intensiver zu überprüfen. Die strengere Prüfung der Kreditwürdigkeit soll vor allem die Unternehmer selbst vor finanziellen Fehlentscheidungen schützen. Kommt das Kreditinstitut seiner Prüfungspflicht nur unzureichend nach, können Kreditnehmer den Vertrag ohne Vorfälligkeitszinsen kündigen. Lediglich der normale Marktzins wird bis zum Ende des Kündigungszeitraumes fällig. Auch für Kreditvermittler gelten strengere Kontrollen. Sie müssen künftig einen Sachkundenachweis besitzen und bei der zuständigen Industrie- und Handelskammer registriert sein. Momentan unterliegen Vermittler bereits der Kontrolle der BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen), deren Bestimmungen ungefähr den neuen EU-Richtlinien gleichen. Unternehmer sollten auf der Suche nach ihrer Gewerbeimmobilie stets auf die entsprechenden Nachweise achten, um nicht in die Falle eines betrügerischen Vermittlers zu tappen.

Infografik: Entwicklung der Leitzinsen bei EZB, FED und Bank of England | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista.

Zinsen bleiben auf niedrigem Niveau

In den vergangenen Jahren profitierten Immobilieninteressierte dank des niedrigen Leitzinses der Europäischen Zentralbank (EZB) von angenehmen Baufinanzierungszinsen. So niedrig wie 2015 war der Leitzins seit 40 Jahren nicht mehr. Zwar stiegen die Bauzinsen seit Mitte des Jahres wieder an, aber auch 2016 profitieren Immobilienbauer und -käufer noch von einem historisch tiefen Zinsniveau. Denn erst im Dezember 2015 bestätigte die EZB einen niedrigen Leitzins von 0,05 Prozent. Da die niedrigen Zinsen vor allem den Bausparkassen wenig entgegen kommen, sollen diese im Verlauf des Jahres neue Sonderkonditionen erhalten. So soll beispielsweise die Beleihungsgrenze von maximal 80 Prozent auf 100 Prozent angehoben werden. Nach den aktuellen Plänen der Bundesregierung würde dann ab einem Kreditwert von mehr als 60 Prozent für Kreditnehmer ein weiterer Zinszuschlag anfallen.

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