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19.08.19

Fremdkapital

Was ist Fremdkapital?

Quelle: iStock / Getty Images Plus

Definition und Erklärung

Unter Fremdkapital versteht man den Teil des Kapitals, der nicht den Eigentümern zusteht, sondern von sogenannten Gläubigern zur Verfügung gestellt wird. Fremdkapital sind Schulden. Das Gegenstück zum Fremdkapital ist das Eigenkapital, zusammen ergeben sie das Gesamtkapital eines Unternehmens.

Fremdkapital und Eigenkapital bilden die Passivseite in einer Bilanz. Das Fremdkapital ist häufig in kurz-, mittel- und langfristiges Kapital aufgeteilt, je nach der zeitlichen Frist der Überlassung. Bei beiden Unterpunkten gibt es Verbindlichkeiten und Rückstellungen. Beispiele für Fremdkapital sind Bankkredite, Privatdarlehen, Lieferantenkredite und öffentliche Finanzierungsmittel.

Kurz-, mittel- und langfristiges Fremdkapital

Fremdkapital ist (in der Regel) befristet. Je nach der Zeit, in der das Fremdkapital an den Kapitalgeber zurückgezahlt werden muss, spricht man von kurz-, mittel- oder langfristigem Fremdkapital. Bei kurzfristigem Fremdkapital ist der Ausgleich innerhalb eines Jahres fällig, bei mittelfristigem Fremdkapital innerhalb von ein bis fünf Jahren und bei langfristigem Fremdkapital nach über fünf Jahren. Hierzu gehören beispielsweise Anleihen oder Bankdarlehen.

Fremdkapitalquote

Die Fremdkapitalquote gibt den Anteil des Fremdkapitals am Gesamtkapital in Prozent wider:

Fremdkapitalquote = (Fremdkapital/Gesamtkapital) x 100

Sie ist eine wichtige Kennzahl, da sie Auskunft über das Risiko der Zahlungsunfähigkeit eines Unternehmens gibt. Der Überschuldung durch eine hohe Fremdkapitalquote kann unter Umständen der Leverage Effekt entgegenwirken.

Leverage Effekt

Unter dem Leverage Effekt versteht man die Erhöhung der Eigenkapitalrentabilität aufgrund einer über dem Fremdkapitalzins liegenden durchschnittlichen Gesamtkapitalrendite. Dieser Effekt wird auch als Hebelwirkung bezeichnet.

Solange der Zinssatz für die Fremdkapitalaufnahme niedriger ist als die Verzinsung des gesamten eingesetzten Kapitals, kann durch die Aufnahme von Fremdkapital der Gewinn und die Eigenkapitalrentabilität gesteigert werden.

Weiterführender Artikel:

Es braucht nicht immer Fremdkapital für eine Gründung

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