07.10.07

Test Revo pico WiFi: Internetradio zum Mitnehmen

Pico 1

Per WLan bezieht der Revo pico WiFi Internet-Radio und lokal vorhandene MP3-Dateien. Ausserdem empfängt er UKW-Stationen und ist dank Akku-Betrieb recht portabel.

Pico 1

Wer sein Radio von der Küche auf den Balkon und dann abends an den Badewannenrand schleppt, braucht ab sofort nicht mehr zu stöpseln. Als akkubetriebener Überallspieler kann der Revo pico WiFi kabellos Internetradiostationen empfangen und auch MP3-Songs aus dem lokalen Netzwerk abspielen. Schade nur, dass der hübsche Kleine bei Tonqualität und Bedienung klare Schwächen zeigt.

 

"Radio is our Religion" verkünden stolz die schottischen Radiodesigner von Revo. Bekannt geworden sind sie durch digitale Radios in DAB-Technik. Beim Pico Wi-Fi wurde nun DAB durch Internetradio ersetzt. Daneben empfängt die schlicht gestaltete Box auch herkömmliches UKW-Radio.

Das Revo verbindet sich nur via WLAN mit dem Internet, eine Ethernetdose fehlt. Bei der Verschlüsselung wird das moderne WPA unterstützt. Bei dessen Konfiguration müssen die Passwortbuchstaben mittels Drehrad einzeln zusammengeklickt werden, glücklich also, wer ein kurzes und unsicheres Passwort verwendet.

 

 

 

Zuständig für das Senderangebot der kleinen Box ist der Internetdienst Reciva. Dieser lässt sich auch über den Webbrowser nutzen und listet aktuell über 7500 Stationen auf. Am Revo kann man wie gewohnt durch Länder und Musikrichtungen klicken. Leider mussten wird dabei aber immer wieder wenige Sekunden auf das Nachladen der neusten Verzeichnisse warten.

 

 

 

 

 

Bedient wird der Revo entweder mittels Fernsteuerung im Kreditkartenformat oder sechs Tasten und Drehrad mit Klickfunktion am Gerät. Die Bedienung ist teils wenig intuitiv, beispielsweise ist nicht nachvollziehbar, warum das Drehrad nach dem Einschalten nicht einfach die Lautstärke regelt, sondern schlicht funktionslos ist.

 

Bei der Anzeige zeigt sich das Revo ziemlich spartanisch und beschränkt sich auf den Stationsnamen und dessen Format. Titelinformationen zum abgespielten Song fehlen auf dem zweizeiligen 15-Zeichen Display.

Der Sound des eingebauten Lautsprechers (2" Neodym Magnet) ist eher dünn und lässt vor allem Bässe vermissen. Bei gewissen Stationen nervten ferner leise Zwitschergeräusche.

Als UPnP-Client lässt sich das Revo auch in das Heimnetzwerk einbinden und spielt dann von Windows- oder Mac-Festplatten Musik ab. Wegen des knappen Displays ist hier die Navigation aber sehr mühsam.

Eine Besonderheit des Revo ist die Möglichkeit, auch Radiostationen im RealAudio-Format zu empfangen. In dieser Disziplin schwächeln nämlich viele Konkurrenten. Allerdings schrumpft die Zahl der Radiostationen im RealAudio-Format permanent und beschränkt sich meist auf Stationen mit sehr geringer Bandbreite. Daneben können Internetradios im MP3 und WMA-Format abgespielt werden, einen Radiostream im neuen AAC+ Format abzuspielen, schafften wir im Test allerdings nicht.

Mit einem Listenpreis von 239 Euro/379 Franken bewegt sich das Revo in der Mittelklasse. Grösste Stärken des Pico WiFi sind seine Portabilität. Dank des integrierten Akkus kann man im gesamtem WLAN-Empfangsbereich mehrere Stunden lang kabelfrei Internetradio geniessen. Wer Mobilität und Design des Revo schätzt, wird dessen Schwächen verschmerzen können. Ein Teil davon wird der Hersteller hoffentlich durch Softwareupdates möglichst bald ausbügeln.

 

Stärken: Design, Format, Portabilität, RealAudio-Wiedergabe, spritzwasserfest

Schwächen: Soundqualität, keine Ethernetdose, kümmerliche Display-Infos

 

Grösse: 167 (H) x 105 (B) x 105 (T) mm

 

Bezugsquellen:

Schweiz: Pocketmedia AG

Deutschland: NTP

 

Energieverbrauchswerte: Betrieb 8 bis 14 Watt, Stand-by 2 Watt, ausgeschaltet 2 Watt

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