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26.07.13

Bose Sound Link Mini Speaker im Test: Ghettohuster mit Tiefgang

Bose Sound Link Mini Speaker im Test (Bild: W.D.Roth)

Der neue Sound Link Mini Speaker von Bose verblüfft: Wer ihn hört, sucht sofort nach dem unterm Tisch versteckten Subwoofer. Doch da ist keiner - nicht mal ein Tisch. Und auch keine versteckte Kamera. neuerdings.com konnte das Gerät ausgiebig testen.

Bose Sound Link Mini Speaker im Test (Bild: W.D.Roth) Bose Sound Link Mini Speaker im Test (Bild: W.D.Roth)

Bluetooth-Brüllwürfel für die Benutzung mit dem Handy sind im Trend - das Handy alleine plärrt in der vollbesetzten Straßenbahn halt einfach nicht laut genug, um sich einen Sitzplatz freizuhalten. Mit einem Bluetooth-"Ghettohuster" klingt es dann zwar nicht besser, doch wesentlich lauter.

Was macht der Edel-Hersteller Bose in dieser Liga? Nun, nicht einfach nur Krach - das Gerät für obige Straßenbahn-Raumschaff-Applikation ist der Sound Link Mini Speaker sicher nicht. Doch wer eine auf seinem Smartphone, MP3-Spieler oder Tablet gespeicherte Musikdatei nicht nur über Kopfhörer wiedergeben, doch auch keine komplette Stereoanlage mit sich herumschleppen will, wird hier fündig.

Auf der Presseprästentation hatte ich mir den Mini-Lautsprecher bereits kurz ansehen und -hören können, nun ein ausführlicherer Test:

Als Leichtgewicht kommt der Lautsprecher trotz nur 670 Gramm nicht daher, weil er so klein ist: Er wirkt vielmehr ausgesprochen wertig und ist auch als Nahkampfwaffe geeignet, falls er doch in der Straßenbahn vorgeführt wird und daraufhin "abgezogen" (=geraubt) werden soll. Hoffen wir also, dass es nie soweit kommt.

Der Vorteil der soliden Bauweise: Das Gerät ist absolut frei von Resonanzen! Es scheppert nichts, selbst beim Aufdrehen bis zum Anschlag. Auch nicht in der Umgebung: Der Lautsprecher ist so gebaut, dass er äußerlich nur wenig vibriert und man keine Beschädigung eines in der Nähe liegenden Festplatten-MP3-Spielers befürchten muss. Nicht einmal das Platzieren in der Kaffeeküche auf einem Geschirrstapel sorgte für "Klirrfaktor" - nur für ein Zusammenlaufen der erstaunten Kollegen, wieso solch ein Sound aus dem kleinen Kabuff ertönte.

Aus der Rubrik "Effektgerät"

Natürlich ist ein so kleiner Lautsprecher in die Rubrik "Effektgerät" zu zählen: Rein physikalisch können einfach keine Tiefbässe aus einem so kleinen Volumen kommen, Stichwort: "aktustischer Kurzschluss". Also muss etwas getrickst werden.

Das allerdings ist Bose im Gegensatz zu früheren Produkten, wo man es mitunter etwas übertrieb, gut gelungen: Die Bässe des Sound Link Mini Speakers sind beeindruckend, aber in Neutral-Stellung eines iPod classic noch erträglich - nur in "Rock"-Einstellung des iPod-Equalizers fängt es an, nach Mantafahrer zu klingen.

Höhere Lautstärken sind erreichbar, wenn man die Bässe der Quelle noch weiter absenkt - allerdings dann natürlich auf Kosten der Klangharmonie. Wirklich notwendig ist dies nicht, die erreichten Schallpegel sind auch so beeindruckend, solange man nicht gerade ganze Turnhallen aus der hohlen Hand beschallen will. Die integrierten DSP-Schaltungen sorgen jedoch dafür, dass der Lautsprecher bzw. sein Verstärker unabhängig vom Input nicht in Begrenzung geht, was nicht nur die Beschädigung der Schallwandler verhindert, sondern auch den typischen, ekelhaften "Plärrklang". Man muss also durchaus aufpassen, das Gerät nicht direkt vor sich aufzustellen und voll aufzudrehen, andernfalls könnten die Ohren leiden - man merkt einfach nicht, wenn es zu laut wird, weil es nicht zu laut klingt.

Ordentlicher Klang für mobile Einsätze

Mäßig ist der Stereo-Effekt, wenn das Gerät nicht direkt vor einem steht - es ist einfach keine Stereo-Basis vorhanden. Eine HiFi-Anlage soll es aber auch nicht ersetzen, sondern nur ordentlichen Klang für mobile Einsätze liefern.

Falls die Soundquelle keine Bluetooth-Schnitstelle hat, kann sie auch über 3,5-mm-Stereo-Klinkenstecker angeschlossen werden. Eine Micro-USB-Schnittstelle dient dagegen weder zum Anschluss von Soundquellen noch zum Laden, sondern ermöglicht Software-Updates, falls die Bluetooth-Norm erweitert wird.

Der Lautsprecher ist vor dem Einsatz drei Stunden mit dem mitgelieferten Ladegerät zu laden, dann kann er sieben Stunden spielen, wenn auch vermutlich nicht in Discotheken-Lautstärke. Für US-Steckdosen ist dieses Stecker-Ladegerät ultraflach, in Europa sind noch Adapter aufzustecken. Auch eine Ladeschale ist dabei, in die der Lautsprecher beispielsweise im Büro eingelegt werden kann. Er kostet knapp 200 Euro, die bunten Cover werden separat für knapp 25 Euro verkauft.

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