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18.06.10

Kommunikation

Was Ihre Körpersprache über Sie verrät

Egal, was Sie in geschäftlichen oder privaten Gesprächen sagen: Unfreiwillig vermitteln Sie noch eine ganz andere Botschaft. Ihre Körpersprache sagt Ihrem Gegenüber auf einer zweiten Ebene auch etwas - und das kommt sogar noch stärker an als Ihre Worte.

Die Körpersprache ist oft aussagekräftiger als die reine Sprache

Lohnt sich der Kontakt für mich? Diese Frage steht im Vordergrund, wenn Menschen zusammentreffen. Um eine Antwort zu erhalten, wird der Gesprächspartner kritisch gescannt. Und weil fachliche Kompetenzen oder innere Werte auf den ersten Blick kaum einzuschätzen sind, wird der Maßstab an die sinnlich wahrnehmbaren Dinge angelegt.

Was Sie beim erste Eindruck vermitteln

Psychologischen Studien zufolge entfallen 55 Prozent des ersten persönlichen Eindrucks auf Körpersprache und Gestik, während das Sprechen (Stimmlage, Artikulation) 38 Prozent ausmacht. Der Inhalt des Gesagten hat demnach nur einen Anteil von sieben Prozent.

Das Bild, das dabei entsteht, lässt sich nur schwer revidieren. Deswegen lautet ein bekanntes Sprichwort: „Es gibt keine zweite Gelegenheit für einen ersten Eindruck“.

Wenn der Körper Bände spricht

Kommunikationsexperten beschäftigen sich mit dem Phänomen Körpersprache und geben entsprechende Ratschläge. Manche Signale sind eindeutig und haben gängige Formulierungen hervorgebracht.

So sagt man zum Beispiel, er führte sein neues Auto „mit stolzgeschwellter Brust“ vor, oder: „Nun lass mal nicht den Kopf hängen“, wenn jemand frustriert ist. Eine offene Haltung im Brust- und Halsbereich zeugt von Furchtlosigkeit und Selbstbewusstsein. Wer schüchtern ist, macht sich wortwörtlich klein und nimmt eine zusammengekauerte Haltung ein; wer geknickt ist, lässt die Schultern sinken.

Bewegungen können verräterisch sein. Natürlich ist ein Bewerbungsgespräch eine aufregende Situation. Nur vermeiden Sie es, das zu zeigen: Wer fahrig an seiner Kleidung fummelt oder auf der Stuhlkante sitzt, wird als unsicher eingestuft. Ein Nachteil, wenn es um eine verantwortungsvolle Position geht. Und ein Schulterzucken ist eine nonverbale Entschuldigung – es wird als Hilflosigkeit oder Unterwerfung gedeutet.

Bitte (nur ehrlich) lächeln!

Die Macht des Lächelns ist eindeutig: Fröhliche Menschen wirken gleich sympathischer und erreichen meist mehr als verbiesterte Zeitgenossen. Nur: Es nützt Ihnen wenig, wenn Sie eigentlich schlechte Laune haben und die Mundwinkel nach oben ziehen, um den Eindruck zu verbessern. Ihr Gegenüber wird zumindest unbewusst erkennen, wie die Lage wirklich ist.

Bei einem vorgetäuschten Lächeln bewegt sich nur die Mundpartie, während die Augen ihren Ausdruck nicht verändern. Oft bricht ein falsches Lächeln auch abrupt ab. Experten beschreiben, wie ein ehrliches Lächeln aussieht: Die Wangen werden hochgezogen, um die Augen bilden sich kleine Fältchen und Hautverdickungen, die Augenbrauen senken sich. Im Zweifelsfall ist es besser, freundlich zuzugeben „Ich bin heute etwas angeschlagen“, als sich ein verkrampftes Lächeln abzuringen.

Die Sprache der Augen

"Spiegel der Seele" lautet eine Umschreibung für die Augen. Und tatsächlich verrät kein anderer Körperteil mehr über das, was in einem Menschen wirklich vorgeht. Blicke können leuchten oder kalt wirken, und ein Augenzwinkern sagt mehr als 1.000 Worte.

Blickkontakt ist eine der wichtigsten Verhaltensregeln bei Gesprächen, denn das zeugt von Interesse an der anderen Personen. Wer sich nicht daran hält, wird bestenfalls als schüchtern, möglicherweise aber auch als arrogant eingeschätzt. Allerdings sollten Sie Ihr Gegenüber auch nicht unaufhörlich mit Blicken durchbohren ‒ das wirkt wiederum einschüchternd.

Schmollmünder & Co. vermeiden

Auch die Mimik des Mundes kann unangebrachte Botschaften senden. Der Schmollmund zum Beispiel soll eindeutig ein schlechtes Gewissen hervorrufen. Damit erzielen allenfalls Kinder kurzfristige, aber fragwürdige Erfolge. Wird nur ein Mundwinkel angehoben, kann das spöttisch oder zynisch wirken (und damit unsympathisch).

Hände weg vom Gesicht

Als grundsätzlich negativ wird es eingestuft, wenn sich ein Gesprächspartner mit den Händen ins Gesicht fasst, wobei den einzelnen Gesten verschiedene Aussagen zugeschrieben werden. Der Griff ans eigene Ohrläppchen etwa soll auf Ablehnung hindeuten, und wer sich an die Nase fasst, vermittelt den Eindruck von Verlegenheit. Als maßgeblich gilt auch die Höhe der  Hände: Alle Gesten, die sich unterhalb der Taille abspielen, werden als negative Aussagen, oberhalb davon als positiv gewertet.

Fazit

Die ersten Sekunden beim Kontakt mit neuen Geschäftspartnern, Vorgesetzten und Mitarbeitern sind entscheidend für den Erfolg von Verhandlungen. Einen großen Anteil daran hat Ihre Körpersprache. Falls Sie sich noch mehr mit dem Thema auseinandersetzen möchten: Viele Karriere-Berater bieten spezielle Kurse für den perfekten Auftritt an.

Christine Lendt
Christine Lendt ist freie Fachjournalistin.

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