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03.02.09

Erfahrung

Bewerben mit 50plus

Die geburtenstarken Jahrgänge sind lange vorbei. Zunehmend nehmen Personalabteilungen auch wieder ältere Bewerber in die engere Wahl. Dennoch sind nach wie vor sind Ältere bei der Rekrutierung im Nachteil.

Bewerben mit 50plus ist keine leichte Aufgabe.

Ältere Arbeitnehmer, die viele Jahre in einer Firma angestellt waren, haben sich meist lange nicht mehr mit dem Thema Bewerbung befasst.

Es fällt Ihnen besonders schwer, Ihre vielfältigen Kompetenzen auf den Punkt zu bringen.

Ob jünger oder älter - am Anfang stehen immer die Fragen: Was sucht der Arbeitgeber? Stimmen meine Kompetenzen und Fähigkeiten mit den Anforderungen überein?

Schreiben Sie eine Tabelle. Tragen Sie links die Anforderungen der Stellenbeschreibung ein. Ergänzen Sie nun rechts, was Sie zu jeder einzelnen Anforderung bieten können. Mit dieser Tabelle sehen Sie Ihr eigenes Profil klarer.

Erfahrungen deutlich machen

Listen Sie Ihre beruflichen Stationen gegenchronologisch. Die aktuelle berufliche Aufgabe wird zuerst genannt. Nennen Sie zu jeder einzelnen Station Tätigkeitsbeispiele oder Projekte, an denen Sie mitgewirkt haben.

Konkurrieren Sie mit deutlich jüngeren Bewerbern? Bewerben sich Ältere und Jüngere mit gleicher Qualifikation auf eine Stelle, passiert es immer noch, dass die Bewerbung der Älteren klammheimlich „aussortiert“ werden. Umso exakter muss Ihr Profil auf die Stellenausschreibung passen.

Jüngere Arbeitnehmer sind heute gewohnt, den Arbeitgeber öfter zu wechseln. Die Generation 50plus nicht. Sie ist gekennzeichnet von Loyalität und Zugehörigkeitsgefühlen zum Unternehmen.

Ein Vorteil, den man in einem Vorstellungsgespräch durchaus betonen sollte. Doch vor das Vorstellungsgespräch hat der liebe Gott die Bewerbung gesetzt.

Netzwerk

Neben dem Studium von Internetportalen und Tageszeitungen bietet sich besonders für ältere Arbeitnehmer eine weitere interessante Möglichkeit an.

Oft verfügen Ältere über einen breiteren Bekanntenkreis – neudeutsch Kontaktnetzwerk.

Überlegen Sie gründlich, welche alten Bekannten Ihnen vielleicht wertvolle Tipps geben könnten. Wer weiß eventuell von betriebsinternen Stellenausschreibungen, die noch gar nicht in irgendeiner Jobbörse erscheinen?

Die Nutzung dieser Kontakte kann ein Türöffner sein. Die persönliche Ansprache eines potenziellen Arbeitgebers bietet sich eher bei kleinen und mittleren Betrieben an. Besuchen Sie die für Sie relevanten Fachmessen – vielleicht können Sie dort alte Kontakte auffrischen und neue herstellen?

Zeitarbeit

Auch die Jobsuche über eine Zeitarbeitsfirma stellt eine Alternative dar. Denn mittlerweile ist jeder fünfte Mitarbeiter in der Branche über 45.

Der Vorteil für ältere Arbeitnehmer: Die Vermittlung in den Einsatzbetrieb orientiert sich am Leistungsprofil des Unternehmens, das einen Mitarbeiter auf Zeit sucht – das Alter ist dabei unerheblich.

Abstriche beim Gehalt nötig?

Hier streiten sich die Experten. Für die einen sind nicht nur in der Zeitarbeit Abstriche an den Gehaltsvorstellungen oft unvermeidbar. Andere warnen davor, sich unter Wert zu verkaufen, da Arbeitnehmer so nur als billige Kräfte ausgenützt würden.

Vielleicht sollte man sich aber manchmal auf ein Pokerspiel einlassen, und zeitlich begrenzt auch seine Gehaltsvorstellungen zurückschrauben?

Einen Vorteil haben Ältere auf jeden Fall: Sie können viel gelassener ins Bewerbungsgespräch gehen.

Denn sie wissen aufgrund ihrer langen Berufserfahrung, dass überall nur mit Wasser gekocht wird.

Links

Weitere Informationen finden Sie auf diesen Webseiten für Arbeitnehmer über 50:

Bundesarbeitsministerium: Beschäftigungspakt Perspektive 50plus

INQA: Initiative Neue Qualität der Arbeit

Infos der Bundesregierung: Erfahrung ist Zukunft

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