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28.02.11

Interview mit Marcus Seidel

Gutscheinportal gutscheine.de

Die Gutschein-Branche ist ein stetig wachsendes Geschäftsfeld, bei dem nicht wenige mitmischen und ganz oben stehen wollen. Heute haben wir Marcus Seidel, Geschäftsführer von Gutscheine.de im Interview und er erzählt uns, warum es für Gutscheine.de keinen harten Konkurrenten gibt und was das Unternehmen noch werden soll außer der Nummer eins im Geschäft.

Marcus Seidel, Geschäftsführer von gutscheine.deMarcus Seidel, Geschäftsführer von gutscheine.de

förderland: Hallo Herr Seidel. Zu Beginn: Wer sind Sie und was haben Sie eigentlich vor Gutscheine.de gemacht?

Marcus Seidel: Ich bin ein 29 jähriger Unternehmer aus Berlin, der sich seit 1999 mit dem Internet beschäftigt. Angefangen hat alles mit der Mitgründung der Expertenseite.de. Ab 2003 habe ich mich mit meinem Bruder um den Aufbau des Affiliate Netzwerks ADCELL gekümmert, mein Studium abgeschlossen und die Schrott Punkt DE GmbH (Berliner Entsorgungsunternehmen) gegründet. Im Februar 2009 kam dann die Gutscheine.de HSS GmbH dazu.

Gutscheine.de: Ein Aggregator für Gutschein! So einfach? Oder steckt mehr dahinter?

Seidel: Ganz so einfach ist es nicht ;-) Es gibt ja einige Gutscheinseiten, die mit wenig Aufwand und vor allem wenig Personal gutes Geld verdienen. Das wir einen anderen Weg gehen, sieht man an dem 11-Mitarbeiter-starken Gutscheine.de Team. Wir haben das mit Abstand umfangreichste deutschsprachige Portal für redaktionell gepflegte (also wirklich einlösbare) Gutscheine. Die Bandbreite umfasst die wohl bekannten Onlinegutscheine, aber ebenso die regionalen Gutscheine, Geschenkgutscheine und Gutscheinvordrucke. Aktuell haben wir fast 10.000 verschiedene Gutscheine Online und bis Jahresende werden es sicher fast 20.000 sein.

Zusammengefasst heißt das: viel Arbeit und viel Einsatz des ganzen Teams.

Billig-Flieger, Billig-Discounter – Billig ist auf dem Vormarsch, die Verbraucher sparsam. Auch Gutscheine.de ist 2011 sehr erfolgreich. Läuft da der Bereich Marketing wie von alleine? Oder müssen sie viel investieren?

Seidel: Wir investieren viel in Marketing und PR und ernten langsam erste Früchte. Da wir durch die Erfahrung und das Know How von anderen Unternehmen wie ADCELL alle Kanäle genau tracken, sehen wir auch schnell, was sich an Marketing lohnt und was nicht. Des Weiteren haben wir dank der beiden sehr beschreibenden Domains Gutscheine.de und Gutschein.de natürlich auch tolle Effekte im Marketing und partizipieren auch stark von TV-Werbung und anderen Aktionen der Konkurrenz.

Der Bereich Kooperationen läuft auch gerade an, ich denke wir sind auf einem guten Weg.

Auf welche anderen Werbemaßnahmen haben Sie in den letzten zwei Jahren gesetzt?

Seidel: Wir haben einen ganz klassischen Online-Marketingmix angewandt der aus allen Komponenten wie SEO, SEM, Brand, PR und vielem mehr besteht. Das große Ziel ist es, Gutscheinportal Nummer eins zu werden und die Nutzer nachhaltig von unserem Mehrwert zu überzeugen. Unsere Besucher bleiben im Schnitt fast 2.00 Minuten auf Gutscheine.de, das ist ein fantastischer Wert für eine Gutscheinseite und zeigt auch, dass die redaktionelle Arbeit bei uns Früchte trägt.

Der Gutschein-Markt boomt: Neben Ihrem Baby existieren eine ganze Reihe weiterer Portale. Wer ist ihr härtester Konkurrent?

Seidel: Eigentlich niemand, da wir deutlich breiter aufgestellt sind als die anderen Portale. Ich kenne niemanden, der sich in allen vier Disziplinen durchbeißt, also bei den Onlinegutscheinen, den regionalen Gutscheinen, sowie den Vordrucken und Geschenkgutscheinen. In den einzelnen Bereichen gibt es viele, die einen sehr guten Job machen, da kann man sicher Coupons4u, das Gutscheinpony, Groupon und Dailydeal, myDealz und Sparwelt und viele andere nennen.

Wenn Sie mal zu Ihren Wurzeln zurückblicken: Was ist in der Anfangsphase so richtig schief gelaufen?

Seidel: Wir haben in der Anfangsphase die Arbeit unterschätzt, die so ein System in der Pflege braucht. Wir haben aktuell 7.000 Onlinegutscheine, die im Schnitt 30 Tage gültig sind. Das heißt, es laufen jeden Tag mehr als 200 Gutscheine aus und müssen bearbeitet werden. Da wir die Gutscheine und deren Einlösung sehr genau beschreiben, ist der redaktionelle Aufwand sehr hoch. Am Tag entstehen hier sicher 50 neue DIN A4 Seiten Content. Diese Datenmassen zu strukturieren und zu pflegen, ist leider am Anfang etwas untergegangen und wird auch immer ein großes Thema sein, an dem wir permanent arbeiten.

Und in welchem Bereich, würden Sie sagen, haben Sie alles genau richtig gemacht?

Seidel: Ich denke, die größte Leistung war es, ein sehr gutes Team aufzubauen und die richtigen Leute auszuwählen. Hier lieben alle das Portal Gutscheine.de und sind stolz darauf zu sagen, dass Sie dort arbeiten. Die Mitarbeiter helfen sich gegenseitig und schauen, dass jeder gut mit unserem "Baby" umgeht. Der größte Erfolg und zugleich die größte Herausforderung ist es, das so aufrecht zu erhalten.

Im Sommer 2010 haben Sie die Expansion nach Österreich und in die Schweiz gewagt. Wie ist der Stand beim Thema Internationalisierung?

Seidel: Wir haben einiges an Gutscheinen aus Österreich und aus der Schweiz und erzielen dort auch Umsätze. Der Kernmarkt ist und bleibt aber Deutschland und hier sehen wir noch viel Potential. Ich hatte einmal einen Mitarbeiter eines großen Affiliate Netzwerkes bei uns im Haus und dieser kam aus Österreich. Er sagte mir im Gespräch: "Österreicher und Schweizer kaufen doch nicht auf einem deutschen Portal ein oder suchen dort Gutscheine, dafür sind sie viel zu stolz". Ich denke ganz so schlimm ist es nicht, aber teilweise würde ich ihm recht geben ;-)

Wo sehen Sie Gutscheine.de in einem Jahr? Was sind Ihre Ideen und Ziele?

Seidel: Das Ziel ist in einem Jahr mehr als 20.000 Gutscheine bei uns auf der Plattform zu haben und die Marke Gutscheine.de weiter zu stärken. Wir wollen das "Tempo" im Gutscheinmarkt bestimmen und arbeiten jeden Tag mit viel Freude und Hochdruck dran. 2011 werden wir sicherlich auch strategische Partnerschaften mit großen Portalen und ggf. Verlagen eingehen, um Gutscheine.de noch stärker in den Fokus zu rücken.

An Ideen dazu haben wir einiges, z.B. werden wir in 2011 eine App für das iPhone und sicher auch für andere Geräte rausbringen, mehr kann ich jetzt aber noch nicht verraten.

Vielen Dank für das Interview!

Seidel: Ebenfalls vielen Dank für die Möglichkeit.

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