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Leveraged-Buy-Out

Fremdfinanzierter Unternehmenskauf

Wird der Kauf jeweils überwiegend mit Hilfe von Fremdkapital finanziert, spricht man zusätzlich von Leveraged-Buy-Out (LBO).


Der Bundesverband der Kapitalbeteiligungsgesellschaften definiert den LBO als "mehrheitliche Übernahme durch Eigenkapitalinvestoren". Nach dieser Definition ist der LBO die in der Praxis wichtigste Form des Buy-Outs.

Buchhalterische Behandlung


In der Bilanz wird das gekaufte Unternehmen beim Bewerber als Finanzanlage im Anlagevermögen geführt, und zwar finanziert durch Fremdkapital.

Finanzierung


Die Tilgung erfolgt dabei durch Gewinnausschüttungen des gekauften Unternehmens, gleich aus welchen Vermögenstiteln, wobei hier eindeutig Cash-Flow-Gegenpositionen präferiert werden.

Da damit die Finanzierung ausschließlich oder doch überwiegend von der Tilgungsfähigkeit des zu erwerbenden Unternehmens abstellt, ist ein LBO weitestgehend mit einer Projektfinanzierung vergleichbar. Gerade durch den geringen Einsatz von Eigenmitteln lässt sich eine für Investoren attraktive Eigenkapitalrendite erzielen. Dies funktioniert jedoch nur solange, wie die Gesamtrentabilität des Unternehmens höher liegt als der Fremdkapitalzins und über den freien Cash-Flow des gekauften Unternehmens eine Tilgung dieser Verbindlichkeiten gewährleistet ist.

Vorteile für die Übernahme eines Unternehmens im Rahmen eines LBO
  • Der Geldgeber hat über die erwirtschaftete Rendite seines Investments hinaus keinerlei Interesse am Unternehmen und überlässt daher die Unternehmensführung meist dem eigentlichen Erwerber (Kapitalnehmer).
  • geringer Einsatz von Eigenmitteln aus Übernehmersicht
  • attraktive Gestaltungsmöglichkeiten im Rahmen der Bilanz
Nachteile für die Übernahme eines Unternehmens im Rahmen eines LBO
  • Auch bei schlechter Geschäftslage müssen freie Mittel entnommen werden, um Verbindlichkeiten zu tilgen.
  • Der Geldgeber hat keinerlei Interesse am Unternehmen selbst und ist nur an der unmittelbaren, kurzfristigen Realisierung der prognostizierten Rendite interessiert (vergleiche auch "Heuschreckendiskussion" von Franz Müntefering).

Kurz gesagt:
Wenn es gut geht, ist ein LBO eine attraktive Möglichkeit, den eigenen Unternehmenserwerb zu finanzieren. Wenn es jedoch zu Schwierigkeiten kommt, ist diese Variante mit unabsehbaren, nicht mehr gestaltbaren Risiken verbunden.

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