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18.04.12

ZTE Skate im Test: Jeder fängt mal klein, billig und super ausgestattet an

ZTE Skate - Die Oberfläche ist fast 100 Prozent original Android (Bild: kaz)

Das Smartphone ZTE Skate überrascht trotz kleinen Preises mit einer großen Ausstattungsliste und mehr als akzeptabler Leistung. Ein angemessenes Preis-Leistungs-Verhältnis, wie sich in meinem Test zeigt.

Smartphones werden von mehr als zehn Firmen in Deutschland vertrieben, HTC und Nokia sind nur zwei davon. Bekommt jemand zehn ohne nachzusehen zusammen? Einen Tipp gebe ich noch dazu: "ZTE". Dieser chinesische Konzern fristet seit mehr als 25 Jahren ein Schattendasein, produziert weltweit für Netzbetreiber und erlaubt diesen, ihr Logo anzubringen. Damit soll jetzt Schluss sein, zukünftig wird ZTE dem Vorbild HTCs und Huaweis folgen und unter eigenem Namen verkaufen. Damit wir uns ein Bild des Verhältnisses von Qualität und Preis machen können, schauen wir uns das ZTE Skate einmal genauer an.

In Deutschland kennen viele den "Billigklopper" unter dem Verkaufsnamen "Base Lutea 2". "Billigklopper" klingt böse, verrät jedoch schon zwei Eigenschaften: einen Preis von um die 200 Euro und die Robustheit, da man damit "kloppen" kann. Wer scharf kombiniert (oder ZTE Skate ), wird zum logischen Schluss kommen, dass es sich um ein Android-Smartphone handelt. Mit etwas Statistik gelangt man schlussendlich zur am weitesten verbreiteten Version Android 2.3.5, die mit knapp 64 Prozent das Zepter in der Hand hält. Der Vollständigkeit halber seien auch noch der 800-MHz-Prozessor erwähnt, die 5-Megapixel-Kamera und das 4,3 Zoll riesige Touchscreen-Display mit 800 x 480 Pixel.

Design

Mit viel Plastik spart man nicht nur Gewicht, sondern auch Geld – eine Ersparnis, die dem Kunden beim Preis zugutekommt. Er hört sie allerdings außerdem in Form des knarzenden Gehäusedeckels. Trotz der Größe empfinde ich das Skate nicht als schwer oder unhandlich. Entgegen jeglicher Konvention liegen die Lautstärketasten auf der linken Seite. Der Einschalter- und Verriegelungstaster befindet sich gegenüber und unter dem Bildschirm erkennt man die drei Menütasten. Die Speicherkarte ist nur wechselbar, wenn der 1400-mAh-Akku entnommen wurde. Erinnert man sich an die Rechtschreibfehler auf China-Restaurant-Menükarten wird verständlich, warum das Smartphone folgendermaßen beworben wird: "das Gerät orientiert sich an der Form eines Skateboards, das den jugendlichen und energievollen Lebensstil der Zielgruppe für dieses Handy reflektiert". Zur Verdeutlichung habe ich mal ein Skateboard danebengelegt...

Viel drin, viel dran?

Eine riesige Ausstattungsliste gibt dem Verkäufer zwar gute Argumente in die Hand, doch die Entscheidung, ob sich der Kauf auch gelohnt hat, geschieht dann im täglichen Einsatz. Und da bin ich zwiegespalten: flüssige Bedienung? Check. Hohe Auflösung? Check. Gute Kamera? Check? Um das beurteilen zu können, müssen die Bilder unbedingt auf einem externen Monitor angesehen werden, denn die Farbwiedergabe des riesigen Displays ist nicht nur eingeschränkt auf 16-Bit (zurzeit ist 24-bit fast Standard), sondern auch sehr flau und blaustichig. Es entsteht der gleiche Eindruck bei einem Monitor, der auf 9.400 K Farbtemperatur eingestellt wurde und nur 70 Farbsättigung hat.

Am Computer betrachtet zeigt sich dann die Qualität der Bilder: Sie sind gut. Wenig Rauschen, unauffällige Schärfefilter, und einigermaßen Detailerhalt. Lediglich der Weißabgleich und die Belichtung zeigen Probleme. Helle Stellen brennen schnell aus und insgesamt begleitet die Bilder ein Blaustich. Mit einem Bildbearbeitungsprogramm ist zumindest der Farbton ruckzuck berichtigt. Im Vergleich mit anderen Kameras darf das ZTE Skate erhobenen Hauptes lächeln.

Nachdem es sich seine Sporen verdient hat, erstaunt es nicht, dass auch der Sound mit teureren Geräten mithalten kann. Hier vermisse ich zwar den räumlichen Eindruck, eine ausgeprägte Dynamik und scharfe Höhen - doch verglichen mit dem, was die Konkurrenz bietet, kann das Skate spielend mithalten.

Fazit zum ZTE Skate

Das ZTE Skate kann keinen Quad-Core-Super-Prozessor bieten, auch keinen Super-Mega-Bildschirm und erst recht nicht mit "überflüssigen" Annehmlichkeiten wie Oberflächenanpassungen prahlen. Aber es bietet zu einem mehr als fairen Preis viele Leistungen, die andere teuer verkaufen: großer Bildschirm, flüssige Bedienung, akzeptable Bild- und Klangqualität. Das alles prädestiniert es, um verschenkt oder dem bettelnden Töchterlein in die Hand gedrückt zu werden.

Konkurrenz gibt es in diesem Bereich nur wenig: Das Huawei U8860 kostet rund 80 Euro mehr, hat einen schneller getakteten Prozessor und wird bald das neue Android 4.0 ICS nutzen - zur Qualität kann ich jedoch nichts sagen. Wenn es nicht um die Bildschirmgröße geht, rückt auch ein HTC Wildfire in greifbare Nähe, das jedoch weniger Bildschirmauflösung zeigt. Und wenn es Windows Phone 7.5 sein darf, gibt es für ebenfalls 80 Euro mehr das HTC Radar, dass eine solide Qualität und Ausstattung verspricht. Doch insgesamt tummelt sich kein nennenswerter Konkurrent im 200-Euro-Revier, der es mit dem Skate aufnehmen könnte.

ZTE zeigt eindrucksvoll, dass man sowohl das Know-how besitzt, als auch den Willen in den Smartphone-Markt einzudringen und sich seinen Teil davon zu sichern. Ich bin gespannt, wie es weitergeht.

Weitere Informationen findet ihr auf der Produktseite zum ZTE Skate .

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