27.06.14

Lesen hält Mücken fern: Verlag druckt Zeitung in Sri Lanka mit Citronella

Zeitung riecht nach Citronella. Alle Bilder: Leo Burnett Asia

Lesen bildet und schützt vor Dengue-Fieber: In Sri Lanka wurde einer Ausgabe der Tageszeitung „Mawbima“ Citronella beigemischt, um Mücken fern zu halten, die das tödliche Dengue-Fieber übertragen. Ganz so einfach lässt sich die Krankheit damit nicht stoppen, doch für die Printindustrie ist das allerbeste PR.

 

Manchmal machen schon einfache Ideen einen großen Unterschied: Citronella ist ein natürlicher Schutz gegen Moskitos, die vor allem im vergangenen Jahr in Sri Lanka die tödliche Tropenkrankheit Dengue-Fieber übertragen haben. Mehr als 30.000 Menschen wurden infiziert. Die überall im Land erhältliche Tageszeitung „Mawbima“ nutzte den Weltgesundheitstag und die nationale Woche zur Aufklärung über Dengue-Fieber für eine effektive Aktion.

So ließ der Verlag nach Beratung der Agentur Leo Burnett Plakate an Bushaltestellen anbringen, die zuvor mit Citronella besprenkelt wurden. Kinder wurden mit Stickern versorgt, die Mücken fern halten sollten. Und an einem Tag druckte der Verlag sowohl die Morgen- als auch die Abendausgabe der Mawbima in der „Citronella-Version“.

Citronella wurde dabei unter die Tinte gemischt, die wie gewohnt auf Papier gedruckt wurde. Die Idee der Agentur: Die Mücken schlagen vor allem in den Morgen- und Abendstunden zu, wenn viele Menschen Zeitung lesen. Zumindest für einen Tag sollten die Leser nicht gebissen werden. Zusätzlich nutzte Mawbina die Chance, um in den beiden Ausgaben über Dengue aufzuklären. Ein Video beschreibt die Aktion:

www.youtube.com/watch

Wären wir böse - und das sind wir - dann würden wir eine solche Aktion auch den darbenden deutschen Zeitungsverlagen empfehlen. Denn aufhorchen werden sie vor allem bei den Zahlen, die Mawbina meldet: Trotz gesteigerter Auflage waren alle Exemplare der Morgenzeitung am Tag der Aktion bis 10 Uhr vergriffen. Um stolze 30 Prozent steigerte man die Verkäufe an diesem Tag. Kai Diekmann, Christoph Keese, das dürfte euer feuchter Traum sein! Und lästige Insekten - wenn auch glücklicherweise keine derart gefährlichen - gibt es auch in Deutschland. Also macht was draus!

Sehr schade übrigens, dass Mawbina die Zeitung nur an einem Tag mit Citronella druckte. War das also nichts als eine bloße PR-Aktion für Leo Burnett? Warum druckt man die Zeitung nicht immer mit Citronella, wenn man die Mücken damit austreiben und Menschenleben retten kann? Der Vorteil eines Printerzeugnisses zeigt sich zumindest an dieser Stelle: Es kann auch Analphabeten vor Mücken schützen. Man muss die Zeitung ja nicht lesen, man könnte sie auch schlicht vor sich ausbreiten. Auch wenn es sie also nur einmal gab: eine kluge Aktion der Zeitung!

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