06.05.08

Zehnder Satreceiver: Als Schwarzseherei verboten

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Der Bezahl-TV-Sender Premiere hat die Satellitenreceiver, mit denen sich das aktuelle Verschlüsselungssystem Nagravision hacken läßt, offiziell per Gerichtsurteil verbieten lassen. Sie wurden vom Traditionsunternehmen Zehnder importiert.


Dank Premiere weiß man nun auch als Nicht-Hacker, welches Fabrikat auch ohne Abo die teuren Programme empfangen konnte

Satelliten-Receiverimporte aus China hatten Premiere das Weihnachtsgeschäft versaut, weil sie auch ohne Smartcard das in Nagravision kodierte Programm wiedergeben. Dagegen wird Premiere langfristig die Verschlüsselung wechseln und kurzfristig die Smartcards. Außerdem muss aber der Sat-Spezialist Zehnder seine Hardwarebestände dem Gerichtsvollzieher übergeben:

 

Die Hackerboxen wurden nämlich von ihm importiert. Und das gibt nun Ärger für Importeur, Händler und auch Käufer:

Zehnder kassierte vom Landgericht Hamburg eine von Premiere erwirkte einstweilige Verfügung. Bis zu 250.000 Euro Ordnungsgeld oder eine Ordnungshaft von bis zu sechs Monaten sind fällig, wenn Zehnder weiterhin

 

Digitalreceiver, deren Firmware (Betriebssoftware) einen sog. Emulator enthält, der das Vorhandensein einer Smartcard simuliert, und die dadurch zusammen mit einer verfügbaren Software die Umgehung des Zugangskontrollsystems der Antragstellerin ermöglichen

unter die Leute bringt.

 

Das klingt dramatisch, doch ist das die in Deutschland übliche Standardsumme für einstweilige Verfügungen, die auch fällig wird, wenn jemand eine E-Mail-Adresse weiter benutzt, die ein Markeninhaber ihm abnehmen möchte.

Kritischer ist allerdings, daß die Benutzung der "Receiver mit eingebauter Smartcard" ebenfalls verboten ist, wie alles, das die Verschlüsselung von Pay-TV umgeht. Und Premiere infolgedessen nicht nur gegen den Importeur und Händler, die die illegale Ware verkauft haben, vorgehen wird, sondern auch gegen die Käufer.

Wer eine solche Wunderbox also nicht anonym im Laden, sondern in einem Online-Shop erstanden hat, kann sich auf unerwünschten Besuch und einen Verlust seines Gerät sowie eine Strafanzeige einstellen.

Bei Zehnder wusste man sich zunächst offenbar nicht anders zu helfen, um die Angebote aus der Website zu nehmen, als MySQL abzuschiessen - die Zehnder Website zeigt derzeit nur noch Verbindungsfehler zur Datenbank an.

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