29.10.13

Yoo PT: Billig-Segway mit Fernsteuerung aus deutschen Landen

Yoo PT mit Tablet-Fernsteuerung. Alle Bilder: Fun Components.

Deutschland baut den Billig-Segway: Der Yoo funktioniert nach dem gleichen Prinzip wie der US-Elektroroller, soll dabei aber deutlich leichter sein, nur ein Zehntel davon kosten und sich außerdem mit einem Smartphone steuern lassen. Für die bald endende Crowdfunding-Kampagne allerdings sieht es nicht gut aus.

Yoo PT mit Tablet-Fernsteuerung. Alle Bilder: Fun Components.

Es ist nicht so, dass noch niemand versucht hätte, den Segway zu klonen. Es gibt etwa den EC 24 aus China, den S-Walker Big Wheel oder den E-Balance Fun , die dem Segway allesamt schon sehr ähnlich sehen - aber immer noch mindestens 4.000 Euro kosten. Für einen neuen Segway legt man mindestens 8.000 Euro auf die Theke.

Ein deutscher Hersteller will diese Preise nun mit einem eigenen Modell radikal unterbieten. Der Yoo PT funktioniert ganz ähnlich wie der Segway, sieht aus wie eine schmächtigere Variante des US-Vorbilds und soll nur rund 630 Euro (865 US-Dollar) kosten, im Early-Bird-Special gar nur 525 Euro (725 Dollar). Da hielte selbst der Discounter von nebenan nicht mit. Dazu soll man den Roller fernsteuern können.

Fast so schnell wie ein Fahrrad

Der Yoo PT ist eine Abwandlung des Innenraumflitzers Ewee PT. Chris Krohne, Chef einer Firma namens Fun Components aus Hamburg, hat Letzteren vor allem für große Lagerhallen erfunden und ihn nun so abgewandelt, dass man damit auch draußen fahren kann. Das beste daran: Der Yoo PT ist im Prinzip bereits fertig entwickelt und getestet. Gelingt die Crowdfunding-Kampagne auf Indiegogo, dann kämen Förderer schon im kommenden Januar (Early Bird) oder Februar in den Genuss ihres Alternativ-Segways. Krohne erläutert sein Projekt in einem Video und zeigt darin auch bereits einige funktionstüchtige Yoo PTs:

www.youtube.com/watch

Bei der Geschwindigkeit muss man beim Yoo gegenüber einem Segway kaum Einbußen hinnehmen. Der Segway PT fährt in der Spitze 20 km/h, der Yoo schafft immerhin 16 km/h. Das ist nicht weit unter der Durchschnittsgeschwindigkeit eines Fahrrads. Der Yoo verwendet Akkus des Typs LiFePO4. Bis zu 1.000 Ladezyklen sollen damit möglich sein. Der Hersteller gibt die Reichweite mit 20 Kilometern an - für eine Spritztour oder Erkundung einer Stadt sicherlich ausreichend. Der Fahrer darf dabei immerhin bis zu 120 kg auf die Waage bringen. Der Yoo selbst wiegt nur 14 kg - der leichteste Segway dazu im Vergleich fast 50 kg. Via Bluetooth und der passenden Halterung soll man ein Tablet daran heften und den Yoo damit steuern können. Via Smartphone oder Tablet soll auch eine Fernsteuerung möglich sein.

Machen wir uns allerdings nichts vor: Der Segway ist eindeutig mehr etwas fürs Auge. Man traut ihm auch zu, den einen oder anderen Stolperstein besser zu meistern als der Yoo. Im Video allerdings macht der deutsche Flitzer einen gar nicht so klapprigen Eindruck. Für das Geld hätte der Yoo eigentlich die Chance, zum "Volks-Segway" zu werden.

Kampagne steht unter keinem günstigen Stern

Warum die Crowdfunding-Kampagne dann derart schleppend läuft, darüber kann man nur spekulieren. Wenige Techmagazine haben bisher überhaupt über die auf den internationalen Markt zugeschnittene Kampagne berichtet. Vielleicht ist mittlerweile die falsche Jahreszeit, um einen Elektro-Stadtroller zu kaufen. Eventuell sind Video und Aktion nicht ganz so locker und professionell umgesetzt, wie die Auftritte anderer Crowdfunding-Projekte. Möglich auch, dass ein Crowdfunding-Portal nicht der ideale Weg ist, um einen solchen Roller zu kaufen. Beim Scrooser hat das gut funktioniert. Für den Yoo allerdings benötigt man eine Straßenzulassung mit Nummernschild.

Bis zum 6. November läuft die Crowdfunding-Aktion noch. Bei Redaktionsschluss für diesen Artikel kamen erst 6.600 US-Dollar von elf Förderern zusammen. Das Angebot kommt nur bei Erreichen der gewünschten 35.000 Dollar Spendensumme zustande. Man kann den Yoo allerdings auch im Online-Shop von Fun Components vorbestellen. Dort allerdings zu einem erheblichen höheren Preis von 1.350 Euro.

Weitere Informationen auf der Indiegogo-Kampagnenseite des Yoo PT.

Gefunden bei Gizmodo

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