22.10.09

Windows 7: Wie funktioniert das Update?

Steve Ballmer präsentiert Windows 7. (AP / keystone /Ted S. Warren)

Ab heute bekommt man Windows 7 auch im regulären Handel. 120 Euro kostet der Upgrade-Spaß. Wir geben ein paar Tipps, welche Version Sinn macht und wie das Update klappt.

Achtung: Update für Kaspersky User am Ende des Artikels!

Windows 7 steht in den Startlöchern, und in vielen Tests hat sich schon gezeigt, dass Windows 7 dem Vorgänger, Windows Vista, in vielen Bereichen überlegen ist. Sicher - W7 ist ein aufgebohrtes Vista, allerdings hat Microsoft eine Menge Arbeit in den Code gesteckt und diesen entschlackt.

Laut Microsoft arbeitet Windows 7 schneller und verbraucht weniger Ressourcen als Vista. Was ich nach dem Einsatz auf einem altersschwachen Mono-Core Rechner bestätigen kann. Zwischen 10 und 20% soll der Speed-Vorteil betragen.

Für wen lohnt sich der Umstieg? Was muss man beachten? Und welche Versionen gibt es?

Welche Version ist die richtige?

Von Windows 7 gibt es vier Versionen. Windows 7 Starter ist eine abgespeckte Version, die es nicht im Handel gibt die und nur für Netbooks gedacht ist.

Windows 7 Home Premium ist die Version, die sich wohl am meisten verkaufen soll. Sie ist für alle Nutzer gedacht und beinhaltet auch neue Funktionen wie "Aero Snap". Als Ausrüsterversion (OEM) ist Windows 7 Home Premium ohne Handbücher etc für knapp 70 Euro verfügbar. .

Windows 7 Professional richtet sich an Media-Experten und kleinere Unternehmen. Hier findet man den Remote Desktop und das Windows Media Center. Allerdings kostet diese Version auch 309 Euro als Vollversion.

Ganz am Ende steht Windows 7 Ultimate, die aber mit AppLocker und DirectAccess für Unternehmen, bzw. deren Admins gedacht ist. Mit 319 Euro ist diese Version nicht mal so teuer. Und als OEM ohne Handbücher kostet Windows 7 Home Premium knapp die Hälfte.

Im Normalfall wählt man also die Windows 7 Home Premium Version, die alle nötigen Inhalte liefert. 120 Euro kostet sie als Upgrade Version, die Vollversion auf DVD schlägt allerdings mit 200 Euro zu Buche. Wer mehrere PCs auf den neusten Stand bringen muss, sollte zur "Family Version" greifen. Bis zu drei Rechner können so auf Windows 7 aktualisiert werden, was insgesamt 149 Euro kostet.

Studenten erhalten noch bis Ende Februar 2010 ein Premium-Version für 35 Euro.

Vor dem Update:

Es sollte selbstverständlich sein, aber man sollte unbedingt ein Backup aller wichtigen Dateien anlegen. Das gilt nicht nur für den Ordner mit den Urlaubsfotos. Achte vor allem auch darauf, dass Du alle Treiber für die Peripheriegeräte hast! Windows 7 kommt zwar mit jeder Menge Treiber, aber mache sind halt doch nicht dabei. Das gilt vor allem für ältere Webcams und - ganz wichtig - Drucker. Nur weil der Drucker erst drei Jahre alt ist, bedeutet das nicht, dass der Hersteller auch schon oder noch Windows 7 unterstützt. Zwar sind viele Vista Treiber mit Windows 7 einigermaßen kompatibel, allerdings kann es dann an anderen Stellen Probleme geben. Bei mir riss ein alter Drucker-Treiber den Virenscanner und damit den Rechner in den Abgrund.

Microsoft bietet eine Upgrade Hilfe an, die das System scannt und schaut, ob man problemlos aktualisieren kann.

Der beste Weg ist vor dem Upgrade bei den jeweiligen Herstellern zu schauen, ob die neue Treiber für Windows 7 heraus gegeben haben. Sollte man nichts finden, kann man es zur Not mal mit einem Vista-Treiber versuchen. Man sollte mit der Installation der externen Geräte aber warten, bis das neue System installiert ist.

Macht Euch vorher auch eine Liste der Programme, die auf dem Rechner installiert sind und ladet die neuste Version runter. Speichert die Installationspakete auf einen USB-Stick oder eine DVD.

Denkt daran, dass benutzerdefinierte Einstellungen in Unterordnern der Programme liegen können.

Beim Virenscanner, bzw. der "Internet Security Suite" und der Firewall, kann es zu Problemen kommen. Man sollte sich unbedingt beim Hersteller die neueste Version besorgen und entweder vor dem Upgrade installieren, oder für Installation nach der Neuinstallation des Betriebssystem bereit legen. Die Signaturen der neuen Windows 7-Treiber können bei veralteten Virenscannern zu einem Fehlalarm führen, der den gesamten Installationsprozess gefährden kann.

Generell gilt: Virenscanner, Internet Security Suite und zusätzliche Firewall während des Upgrades ausschalten.

Dann: Löse die Verbindung zu alle externen Geräten wie Scanner, Drucker, Webcam usw. Das macht das Upgrade einfacher und beugt Problemen vor, falls das Upgrade-Programm nicht den richtigen Treiber findet.

Ganz wichtig:

Nicht vergessen - die Installation wird leichter, wenn man den Rechner dabei online läßt. Das geht aber nur mit einem LAN-Kabel. Per WLAN kann es zu Problemen kommen. Man sollte sich lieber ein LAN-Kabel besorgen und an das DSL-Modem/de Router anschliessen.

Checkliste:

  • Sind die neusten Versionen aller Programme vorhanden?
  • Sind alle privaten Daten und Ordner gesichert?
  • Sind alle Passwörter und Seriennummer vorhanden?
  • Sind alle Mail und Profildaten gesichert?
  • Sind alle peripheren Geräte ausgesteckt?
  • Virenscanner und Firewall ausgeschaltet?
  • Ist der Rechner mit einem LAN-Kabel ans Internet angeschlossen?

Wie funktioniert das Upgrade?

Zunächst einmal: Man kann nicht von einer XP/Vista 32bit Version auf eine Windows 7 64bit Version upgraden. Auf der DVD von Home Premium befinden sich zwar beide Versionen. Wenn man aber von 32bit auf 64bit umsteigen will, muss man das Betriebssystem komplett neuinstallieren.

Praktisch ist das sogenannte "In-Place Upgrade". Hier schiebt man die DVD nur ein und der Rest wird vom Rechner erledigt. Doch das geht nur, wenn man von Vista auf Windows 7 upgraded.

Upgrade von Windows XP 32/64bit auf Windows 7

Es gibt zwei Möglichkeiten. Entweder, man räumt auf seiner Festplatte ein wenig (min 10 GB) Platz frei und legt eine neue Partition an, oder man wagt eine komplette Neuinstallation. Dazu muss man allerdings alle bisherigen Daten löschen, die Festplatte also formatieren. Das "In-Place-Upgrade" gibt es für XP nicht!

Bei der Beta und RTM-Version von Windows 7 habe ich ausprobiert, was passiert, wenn man 7 einfach über XP drüber installiert. Es geht, aber glücklich wird man nicht dabei. 7 löscht zwar nicht den wichtigen "Eigene Dateien" Ordner und zieht sogar jene Programme mit rüber, mit denen 7 umgehen kann, aber man sollte es doch lieber lassen. Es kam zu Bluescreens wegen Treiberverletzungen, und das gesamte System war instabil.

Auch wenn es unbequem ist, eine Neuinstallation ist empfehlenswert, auch weil man unnützen Ballast los wird, der sich über die Jahre so ansammelt.

Von Vista Home, Premium, Ultimate 32/64bit

So lange man von einer 32bit auf eine 32bit (64bit zu 64bit) upgraded, muss man sich prinzipiell wenig Sorgen machen. DVD einwerfen, den Rest übernimmt das Upgrade Programm.

Aber - wie bei einem Upgrade von XP gilt: lieber vorher ein komplettes Backup durchführen! Es kann immer etwas schief gehen.

Was man auf jeden Fall mitbringen sollte: Zeit. Und davon recht viel. Je mehr Daten auf der System-Partition liegen, desto länger dauert es. Grundsätzlich empfielt es sich sowieso Filme, Bilder und Musik auf einer zweiten oder externen Festplatte zu lagern. Die Ordner sind von einer Neuinstallation, bzw. einem Upgrade eh nicht betroffen. Chris Hernandez hat verschiedene Upgrade-Varianten ausprobiert und kam zu erstaunlichen Ergebnissen. Im günstigsten Fall dauert es eine knappe halbe Stunde, wer Pech hat, bei dem braucht der Rechner die gesamte Nacht.

Man sollte sich für eine Neuinstallation oder ein Upgrade Zeit nehmen. Es macht mehr Sinn, wenn man sich entspannt am Wochenende hinsetzt und die Arbeit erledigt.

Lohnt sich das Upgrade?

"Never change a running system" heißt es schon seit Jahrzehnten. Wer gut mit Vista klar kommt, der kann sich auch mit einem Upgrade Zeit lassen und schauen, was für Probleme bei anderen Usern während des Upgradeprozesses so auftauchen. Microsoft lernt aus den auftauchenden Problemen und justiert mittels Service Packs oder zusätzlichen Updates nach.

Wer einen neuen PC mit einem Dual-Core, Quad-Core oder i7 Prozessor hat, der sollte auch mit Vista SP2 klar kommen. Windows 7 hat zwar etliche nette Neuerungen, wie die sehr produktive Taskleiste, die deutlich verbesserte Usability bzw. Navigation in den Ordnern, Aero-Snap, Aero-Shake, Touchscreen Unterstützung, und das weniger nervende User Control Center, aber lebenswichtig sind diese Dinge für die Arbeit sicher nicht. Es sieht schicker aus, es geht besser mit den PC-Ressourcen um und es kann ein paar Dinge mehr, aber wer sich ungern an die Neuerungen gewöhnen möchte, der fährt mit Vista auch nicht schlecht.

Ältere Rechner mit Mono-Core CPUs, die bei Vista schon auf dem letzten Leistungsloch pfeifen, sollte man durchaus mittels einer Neuinstallation auf den neusten Stand bringen. Man gewinnt etwas an Performance zurück und kann den Kauf eines neuen Rechners noch etwas verschieben.

Spätestens, wenn das erste Service Pack für Windows 7 erscheint, sollte man aber umsteigen.

Schreibt uns, wie Euer Upgrade/ die Neuinstallation verlaufen ist, und was Ihr vom neuen Windows 7 haltet!

Update, 22.10.2009, 20:09h Kaum zu glauben, aber leider wahr. Wer die Kaspersky Antivirus und/oder Internet Security in den Versionen 8.xxx und 9.0.0.463 nutzt kann nicht auf Windows 7 aktualisieren. Das Upgrade Programm verweigert den Dienst, weil die genannten Versionen nicht mit Windows 7 kompatibel sind! Im deutschen Kaspersky Forum gibt es zwar einen Downloadlink zu einer neuen, angeblich mit Windows 7 kompatiblen Version, allerdings soll die, laut einiger User, nicht gerade fehlerfrei laufen.

Kaspersky User der 2009er Version können auf die Version 2010 kostenfrei umsteigen, brauchen dafür aber unbedingt ihren gültigen Software Schlüssel. Wie man die 2009er Version (8.xxx) entfernt, kann man hier erfahren.

Einzige Lösung, wenn man nicht auf die neue, erst heute (!) erschienene Version 9.0.0.736 umsteigen möchte: Kaspersky deinstallieren und auf eine andere Software nutzen, die mit Windows 7 kompatibel ist, bis Kaspersky endlich reagiert hat. Es ist hochgradig unverständlich, warum es erst ab heute eine neue Version für Windows 7 gibt, die scheinbar nicht komplett fehlerfrei ist. Andere Anbieter bieten seit Monaten neue und lauffähige Versionen ihrer Sicherheitssoftware an.

Aufgrund der Gleichbehandlung und gegen Wettbewerbsverzerrungen muss Microsoft seine Ausrüster-Version auch Verbrauchern anbieten. Und es zeigt sich, dass die OEM-version ohne schöne Schachtel und gedruckte Handbücher einen Bruchteil dessen kostet, was im Detailhandel fällig wird:

Windows 7 Home Premium: rund 70 Euro

Windows 7 Home Premium: rund 115 Euro

Windows 7 Home Premium rund 150 Euro.

Bei den OEM-Versionen ist offenbar jeweils nur die 32 oder die 64-Bit-Version enthalten.

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